01.04.2011

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Kolibri-Technologie besteht sicherheitstechnische Untersuchungen

Ende Oktober hat ein umgebauter Audi A2 des Berliner Technologie-Unternehmen DBM Energy GmbH einen Langstrecken-Weltrekord für Elektrofahrzeuge aufgestellt. In sieben Stunden fuhr das Fahrzeug mit einem Energiespeicher auf Lithium-Metall-Polymer-Basis die 600 Kilometer von München nach Berlin ohne Zwischenladen, ATZonline berichtete. Gefördert wurde das Demonstrationsvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Ende November äußerte der ADAC Zweifel und stellte bisher unbeantwortete Fragen zur Rekordfahrt: "Bis heute bleibt die Fahrt ein nicht erklärtes Wunder, da nachprüfbare Informationen zur Akkutechnik nicht vorliegen", kritisierte damals ADAC-Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt. Schließlich brannte der Versuchsträger im Dezember 2010 ab. Nun meldet sich DBM Energy zurück, unter anderem mit einem neu aufgebauten Demonstrationsfahrzeug - aber hauptsächlich, weil die Batterie-Technologie des Unternehmens nun sowohl von der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie von Dekra untersucht und getestet wurde. Das teilt das Berliner Unternehmen nun mit. So haben die so genannten Kolobri-Akku-Zellen - Lithium-Technologie auf Polymer Basis - umfangreiche Sicherheitstests bestanden, ein unabhängiger Reichweiten-Check bestätigt die Leistungsfähigkeit und Ausdauer der Akkus.

Die BAM bestätigte auf Nachfrage der Redaktion im Auftrag des BMWi die technische Sicherheit des LPM-Akku-Zellentyps geprüft zu haben. Experten der BAM aus der Abteilung "Chemische Sicherheitstech­nik", führten in den vergange­nen Wochen Testreihen gemäß Abschnitt 38.3 des UN-Prüfhandbuchs durch, so die BAM. Begonnen hat das Testprogramm der BAM laut Berliner Unternehmen am 17. Januar 2011. Die jetzt abgeschlossenen Untersuchungen an den Einzelzellen sollen belegen, dass die bei der Demonstrationsfahrt am 26. Oktober 2010 eingesetzte Technologie die erforderlichen Sicherheitsstandards zu Luft, Land und Wasser erfülle.

Grundlage der sicherheitstechnischen Untersuchungen war das UN-Prüfhandbuch zur Beförderung gefährlicher Güter. Die Prüfmethoden für Lithiumbatterien gelten als internationaler Standard, weiß das Unternehmen. In aufwändigen Testserien sei untersucht worden, ob die Technologie bei extremen Klima- und Luftdruckschwankungen, elektrischen Kurzschlüssen, Überladung oder Falschpolung sowie bei starken mechanischen Einflüssen wie Schwingungen, Stoß und Aufprall sicher sei. Die Kolibri-Zellen des DBM Energy haben alle diese Prüfungen bestanden, betont das Unternehmen. Die Zellen seien bei den entsprechenden Tests nicht undicht geworden, hätten sich nicht über 170 Grad Celsius erwärmt, sich nicht zerlegt oder entzündet und hätten mehr als 90 Prozent der Spannung gehalten. Zusätzlich zu den UN-Prüfkriterien wurden die Zellen auf Brandgefährlichkeit untersucht, ergänzt das Unternehmen. Bei der Unterfeuerung hätten sich die Zellen als explosionssicher und nicht brandbeschleunigend herausgestellt.

Ergänzend zu den Sicherheitstests führte die Dekra in ihrem Test-Center in Klettwitz am Euro Speedway Lausitz einen unabhängigen Reichweitentest durch, erklärt das Berliner Unternehmen. Vom 14. März bis zum 18. März 2011 wurde die Batterie auf Leistungsfähigkeit und Ausdauer überprüft. Grundlage für die Reichweitenermittlung des Batteriesystems im Versuchsträger Audi A2 sei die gesetzlich gültige ECE-R 101 Regelung zur Messung der elektrischen Reichweite mit Elektroantrieb betriebener Fahrzeuge gewesen.

Bei der Ermittlung der Prüfdaten vor Testbeginn lag das Fahrzeuggewicht - Leermasse ohne Fahrer - unterhalb der zulässigen Gesamtmasse von 1500 Kilogramm, so das Unternehmen. Die maximale elektrische Arbeit der Lithium-Polymer-Batterie habe 62,928 Kilowattstunden betragen. Im Vergleich dazu lag die Batteriekapazität bei der Weltrekordfahrt im Oktober 2010 bei 98,8 Kilowattstunden, so das Unternehmen. Alle notwendigen Prüfergebnisse für die Kolibri-Technologie konnten durch die Dekra nachgewiesen werden, heißt es. Darunter fallen Be- und Entladung der Batterie, Ermittlung des Fahrwiderstandes und der Maximalgeschwindigkeit sowie Untersuchung der allgemeinen technischen Sicherheit des Fahrzeuges, erklärt das Unternehmen. Trotz der geringeren Batteriekapazität habe das neu aufgebaute Elektrofahrzeug auf dem Rollenprüfstand nach ECE-R 101 eine Reichweite von 454,82 Kilometer geschafft. Der dabei ermittelte Wirkungsgrad der Batterie soll bei 97 Prozent gelegen haben.

Das neue Versuchsfahrzeug mit der Kolibri-Batterie wird am Stand des BMWi, Halle 2 auf der Hannover Messe Industrie zu sehen sein.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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