11.04.2011

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Neuer Wischer-Direktantrieb von Bosch

Der Direktantrieb, eine neue Technik für Wischersysteme, geht derzeit bei Zulieferer Bosch in Serie. Die beiden Antriebe der Zwei-Motoren-Wischeranlage kommen ohne ein zusätzliches Gestänge aus, berichtet das Unternehmen. Das Volumen jeder Einheit soll noch rund einen halben Liter betragen. Im Vergleich zum Standardantrieb mit Gestänge benötigt der neue Direktantrieb bis zu 75 Prozent weniger Bauraum und ist über ein Kilogramm leichter, heißt es. Bei der neuen Lösung wird jeder Wischhebel durch einen eigenen kompakten Antrieb angetrieben. Der Hebel selbst wird direkt auf die Antriebswelle montiert. Der Serienanlauf erfolgte mit dem neuen Ford Focus, der am 9. April in den deutschen Markt eingeführt wurde.

Dadurch, dass die Wischanlage ohne Gestänge auskomme, könne der Bauraum anderweitig genutzt werden - beispielsweise für die Klimaanlage, neue Komfortfunktionen wie Head-up-Displays, aber auch für mehr Sicherheit durch größere Bremskraftverstärker oder Fußgänger-Airbag. Die Aufgabe des mechanischen Koppelgestänges übernimmt eine elektronische Regelung, die die beiden Antriebseinheiten synchronisiert, erklärt das Unternehmen. Hierfür sollen Sensoren im Wischerantrieb die tatsächliche Position der beiden Wischarme erfassen.

Das neue System lässt sich bei Parallel- und Gegenlaufanlagen einsetzen. Über die Erfassung der tatsächlichen Position und der elektronischen Regelung lassen sich die Wischer bis dicht an die A-Säule fahren, erklärt der Zulieferer. Zusätzlich könnten nach der Montage des Systems die Abstände des Wischers zur A-Säule für jedes Fahrzeug einfach in der Fertigungslinie einprogrammiert werden, wodurch Montage- und Karosserietoleranzen eliminiert würden. Ergebnis sei ein möglichst großes Wischfeld, ohne dass ein Anschlagen der Wischer zu befürchten sei. Ebenso sollen sich die Systeme verdeckt unter der Motorhaube anordnen lassen. Das senkt bei einer möglichen Kollision mit Fußgängern deren Verletzungsgefahr.

Ein Energie- und Thermomanagement schützt die Antriebe vor Überlastung, ohne die Wischfunktionen einzuschränken. Eine softwarebasierte Blockiererkennung erkennt Hindernisse, etwa starke Schneeanhäufungen, und reduziert das Wischfeld nur so weit wie nötig.

Jede Antriebseinheit besteht aus einem mechatronischen Antrieb, der vorwärts und rückwärts läuft. Da die Wischerantriebe keine fahrzeugspezifischen Gestänge mehr benötigen, lassen sie sich für beide Fahrzeugseiten baugleich ausführen. Daten wie Wischwinkel und Parkposition werden individuell nach der Montage am Band programmiert. Außerdem können die kompletten Wischersysteme für Fahrzeuge mit Rechts- und Linkslenkung baugleich ausgeführt werden. Die Festlegung erfolgt auch hier ausschließlich über die Software. Dies gelte selbst für die Adaption identischer Antriebseinheiten an unterschiedliche Scheibenkonturen wie etwa für Limousine, Coupé und Cabrio.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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