14.04.2011

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
BOOKMARK
RSS-Feed
NEWSLETTER

Sensorikforschung an der Uni Bremen dauerhaft eingerichtet

An der Universität Bremen wird nun dauerhaft Sensorikforschung betrieben. Nach Ablauf einer zweijährigen Probephase ist die Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung (ZWE) Integrated Solutions in Sensorial Structure Engineering (Isis) an der Bremer Uni durch Beschluss des Akademischen Senats dauerhaft eingerichtet worden. Sprecher der Einrichtung ist Professor Matthias Busse (Fachbereich Produktionstechnik / Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM). Er wird im Vorstand von den Professoren Walter Lang (Fachbereich Physik/ Elektrotechnik) und Hans-Werner Zoch (Fachbereich Produktionstechnik / Institut für Werkstofftechnik IWT) unterstützt. Das gibt die Uni Bremen nun bekannt.

Sensorik, also die Auswertung von Sensordaten und die Nutzung der gewonnenen Informationen, um technische Produkte effizienter zu steuern, sie sicherer zu machen und ihnen gleichzeitig perspektivisch die Grundausstattung für autonomes Handeln mitzugeben, sind für die globale technologische Entwicklung bedeutend, weiß die Universität. Allein der weltweite Sensormarkt sei seit 1998 von rund 22,4 Milliarden Euro bis zu geschätzten 45,5 Milliarden Euro im Jahr 2010 angewachsen. Die Dynamik des Marktes stütze sich dabei wesentlich auf die Vielfalt und Flexibilität der zu Grunde liegenden Technologien. Diese eröffnen neben der Möglichkeit zur weiteren Optimierung von eingeführten Lösungen wie der Strukturüberwachung mit jedem technologischen Fortschritt ein breites Spektrum zusätzlicher Chancen. So gibt es beispielsweise in einem modernen Smartphone durch Bewegungs-, Lage-, Helligkeits-, Annäherungs- und Drucksensoren Funktionalitäten, die heute schon nicht mehr wegzudenken sind. In ähnlicher Weise steigt im Automobil die Zahl der Sicherheit und Komfort unterstützenden Sensoren kontinuierlich an.

Die Universität Bremen möchte nach eigenen Angaben "auf diesem zukunftsträchtigen Forschungsfeld eine führende Rolle" spielen. Eine Bremer Besonderheit sei dabei die Nutzung und der Ausbau der traditionell engen Vernetzung zwischen Produktionstechnik und Materialwissenschaften einerseits und den Naturwissenschaften sowie der Informatik andererseits. Diese Verbindung gelte es mit der Vision des sensorischen Materials als inhaltlicher Leitlinie weiter zu entwickeln: Dies ist die Aufgabe der Zentralen Wissenschaftlichen Einrichtung Isis, betont die Uni Bremen.

Isis definiert sensorische Materialien als Werkstoffe, die Daten über ihre Umgebung und, oder ihren eigenen Zustand erfassen, heißt es. Sie verarbeiten diese Daten lokal und nutzen die gewonnenen Informationen intern oder kommunizieren sie nach außen. In diesem Sinne sind sie von konventionellen Sensormaterialien zu unterscheiden: Letztere zeigen lediglich einen Wandlereffekt, der etwa zwei physikalische Größen verknüpft. So ändern Materialien bei mechanischer Dehnung ihren elektrischen Widerstand und erleichtern so die messtechnische Erfassung der Dehnung, erklärt die Uni. Das von Isis abgedeckte Themenfeld schließe die Weiterentwicklung dieser klassischen Sensormaterialien mit ein, gehe aber insgesamt weit über diesen Aspekt hinaus. In der Hierarchie vom Sensormaterial als Grundelement bis zum sensorischen Material als Teil eines intelligenten Produkts gewinnen Gebiete wie Sensorintegration, Miniaturisierung von Sensoren und Elementen der Signalverarbeitung, Datenauswertung oder die sichere Kommunikation in Sensornetzwerken zusätzliche Bedeutung, betont die Uni.

Die interdisziplinäre Organisation der neuen ZWE vereint Experten der Fachbereiche Produktionstechnik, Physik/Elektrotechnik, Biologie/Chemie und Mathematik/Informatik. Daneben wird Isis von externen Forschungsinstituten als assoziierten Mitgliedern unterstützt. Dies sind etwa das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, das Bremer Institut für angewandte Strahltechnik (BIAS), das Faserinstitut Bremen (FIBRE), die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) und das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Für Isis sind diese Partner wichtig, weil sie aufgrund ihrer Ausrichtung und Vernetzung Anwendungsschwerpunkte definieren, die Orientierungspunkte für die wissenschaftliche Arbeit liefern, berichtet die Uni Bremen. Dies sei gerade aufgrund der breiten Anwendbarkeit sensorischer Materialien wichtig. So arbeitet Isis beispielsweise an Lösungen, faseroptische Sensoren zur Erkennung von Schäden im Material in Faserverbundwerkstoffe für Flugzeuge und Windenergieanlagen zu integrieren. Sensornetzwerke dieser Art können schon die Herstellung und Verarbeitung des Materials überwachen, bevor sie im Einsatz für mehr Sicherheit sorgen und Wartungskosten reduzieren helfen, weil sie die Inspektion in vorab festgelegten Zeitabständen ersetzen. In der Robotik kann eine künstliche Haut für erhöhte Sicherheitsniveaus sorgen: Sie stattet die Maschine mit mehr Feinfühligkeit aus, die ihr eine angemessene Reaktion ermöglicht, wenn sie einem menschlichen Kollegen ins Gehege kommt. Gleichzeitig erlaubt eine breite Palette an sensorischer Information, wie sie uns Menschen zur Verfügung steht, einem Roboter prinzipiell mehr Autonomie. Dies ist speziell dann von Bedeutung, wenn spezielle Einsatzszenarien Möglichkeiten zur Fernsteuerung einschränken.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Katrin Pudenz
   mehr Beiträge vom 14.04.2011:
» Nachrichten:

start
DOSSIERS ZUM THEMA
Neue Testmethoden für die Fahrzeugsicherheit
Neue Testmethoden für die Fahrzeugsicherheit 30.01.2012 - In der Sicherheitstechnik gehen den Entwicklern die Ideen noch lange nicht aus. Neben dem Zusammenwachsen von aktiven und passiven Sicherheitssystemen begründen neue Sensorikmöglichkeiten, die Verknüpfung von Funktionen, weiterentwickelte Assistenzsysteme und die... » mehr
Techniktrends auf der IAA: Eine Branche präsentiert den Wandel (07.09.2011)

Fahrerassistenzsystem: Zukunft Fahrerassistenz - Schlankere E/E-Architektur und Tests (16.08.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
FACHARTIKEL ZUM THEMA
Reduzierter Kraftstoffverbrauch durch neue Lambdasonden
Reduzierter Kraftstoffverbrauch durch neue Lambdasonden 10.02.2012 - Aufgrund zunehmend schärferer Emissionsgrenzwerte der Abgasgesetzgebung nimmt die Bedeutung der Abgassensorik stetig zu. Zugleich steigen die Anforderungen der Automobilhersteller in Bezug auf Bauraum, Messgenauigkeit und Robustheit der Sensoren. Zur Verbesserung der... » mehr
Kühlung: Vorausschauende Kühlsystemregelung zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs (13.01.2012)

Sensorik: Mehr Funktionalität für ESP und EPS mit kontaktlosen Multiturn-Sensoren (09.12.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WHITEPAPER ZUM THEMA
Zuverlässige Messergebnisse unter extremen Bedingungen mit der EDX-Serie von KYOWA
Zuverlässige Messergebnisse unter extremen Bedingungen mit der EDX-Serie von KYOWA 01.06.2007 - Toyota stattete bereits für die Rallye Dakar 2006 seine Landcruisermit KYOWA Messtechnik aus. Der 7malige Dakar-Sieger analysiert mit dem Systemder EDX-1500 Serie in Verbindung mit KYOWA-DMS Instrumentierungen und Aufnehmern der KYOWA Fahrzeugmesstechnik die... » mehr
start
INTERVIEWS ZUM THEMA
"Wir wollen den elektrischen Stromverbrauch halbieren"
"Wir wollen den elektrischen Stromverbrauch halbieren" 06.02.2012 - Wird mehr elektrische Leistung gefordert, steigt der Kraftstoffverbrauch. Elmar Frickenstein muss trotz der wachsenden Anzahl von elektrischen Verbrauchern und Funktionen im Auto für mehr Effizienz im Energiehaushalt sorgen. ATZelektronik diskutierte mit dem... » mehr
Fahrzeugsicherheit: "Elektrofahrzeuge erfordern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen" (30.01.2012)

Landtechnik: "Rekuperation ist in der Regel nicht möglich" (08.11.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WebTV ZUM THEMA
Semiaktive Fahrwerkstechnik: Die Dynamic Damping Control von BMW Motorrad
Semiaktive Fahrwerkstechnik: Die Dynamic Damping Control von BMW Motorrad 05.07.2011 - Im Bereich der Fahrwerks- und Regelsystemen kündigt sich bei BMW Motorrad ein neuer Entwicklungsschritt an: das semiaktive Fahrwerksregelsystem Dynamic Damping Control, kurz DDC. Es ist ein System, das automatisch sowohl auf Fahrmanöver wie Bremsen, Beschleunigen... » mehr
start
NACHRICHTEN ZUM THEMA
Der Airbag verlässt den Innenraum
Der Airbag verlässt den Innenraum 23.05.2012 - Schaut man sich technische Bilder an, in denen sämtliche verfügbare Airbags beispielsweise in einem deutschen Mittelklassewagen aufgeblasen illustriert sind, gleicht der automobile Innenraum im Kopf- und Toraxbereich einer kleinen Hüpfburg - und das ist auch gut so.... » mehr
Roboforming: Neues Blechumformverfahren für preisgünstige Prototypen (14.05.2012)

Mobilität: KESS-Projekt zum automatischen Erfassen von Fahrzeugbeschädigungen gestartet (11.05.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
FIRMEN ZUM THEMA
AFT Atlas Fahrzeugtechnik GmbH
AFT Atlas Fahrzeugtechnik GmbH
D 58791 Werdohl

Melexis Microelectronic Integrated Systems
(B 8900 Ieper)

Carmeq GmbH
(D 10587 Berlin)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
BÜCHER ZUM THEMA
Automobilelektronik
Automobilelektronik 17.01.2012 - Eine Einführung für Ingenieure Systematisches Studienbuch zur Automobilelektronik Sichere und effizientere Autos durch Elektronik Systematische Darstellung der Autoelektronik wie sie für das Studium benötigt wird ... » mehr
Antriebstechnik: Hydraulik (08.11.2011)

Bussysteme: Bussysteme in der Fahrzeugtechnik (03.11.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
 
start
PREMIUM PARTNER
start
LOGIN FACHARTIKEL-ARCHIV
 
start
NEUES THEMENDOSSIER ONLINE
Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft

ThemendossierMit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.

Aktuell: Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft
start
LESEPROBE KOSTENLOS ONLINE BLÄTTERN

Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.

» ATZ: Seit 1898 in der Automobilindustrie die Zeitschrift für Auto & Technik

» MTZ: In der Auto-Motor-Entwicklung die Zeitschrift für Ingenieure

» ATZelektronik: Die Auto-Zeitschrift für Elektronik & Elektrotechnik

» ATZproduktion: Die Technik-Zeitschrift für die Automobilindustrie-Produktion
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel

  
start
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE
Das Wissen der Experten:
Qualitätsgeprüft. 25.000 Stichwörter. Kostenlos.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen
start
KOOPERATIONEN
eCarTecElektro-Mobil Kongress
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012