12.05.2011

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Der Müdigkeitswarner von Ford: Ein Aufpasser für erschöpfte Fahrer

Mithilfe einer Frontkamera und dazugehöriger Software wertet das neue Assistenzsystem den Fahrstil aus. Warnmeldungen erscheinen im Display, wenn das System der Auffassung ist, dass eine Pause eingelegt werden sollte. Unterstützt wird es dabei von akustischen Signalen. Ford erklärt nun sein neustes Fahrerassistenzsystem, den Müdigkeitswarner (Driver Alert).

Auf Europas Straßen ereignen sich jährlich unzählige Unfälle, weil Autofahrer am Steuer einschlafen, weiß der Automobilhersteller. Schätzungsweise sei einer von fünf schweren Unfällen auf Autobahnen auf Übermüdung zurückzuführen. Wissenschaftler haben, so berichtet es der Automobilhersteller, herausgefunden, dass es typische Situationen gibt, die Müdigkeitsunfälle provozieren: wie zum Beispiel lange, monotone Fahrten auf Autobahnen, Fahrten zwischen zwei Uhr nachts und sechs Uhr morgens, Fahrten trotz Schlafmangel, nach Medikamenteneinnahme (bestimmte Arzneien) oder auch auf dem Heimweg nach Nachtschichten.

Beim Müdigkeitswarner des Automobilherstellers, der über das Menü jederzeit aktiviert oder deaktiviert werden kann, handelt es sich um ein Fahrerassistenzsystem, das den Fahrstil - und damit die Konzentration des Fahrers - über den statistischen Abgleich der Daten der Frontkamera (Fahrzeugposition in der Fahrspur) mit fahrzeuginternen Daten (wie beispielsweise dem Gierverhalten) bewertet. "Müdigkeit am Steuer ist ein ernsthaftes Problem, das jeden Autofahrer betreffen kann", betont Ford-Ingenieurin Margareta Nieh, die den Müdigkeitswarner mitentwickelt hat. "Wenn Fahrer schläfrig werden, kommen sie oftmals etwas von der Fahrspur ab und bewegen dann abrupt das Lenkrad, um wieder in die Fahrspur zurückzufinden. Genau dieses Fahrverhalten wird vom Müdigkeitswarner erkannt."

Auf Wunsch könne sich der Fahrer seinen aktuellen Aufmerksamkeitsgrad im Multifunktionsdisplay der Instrumententafel anzeigen lassen, erläutert der Automobilhersteller. Unterschreitet seine Konzentration einen Schwellenwert, der auf zunehmende Müdigkeit schließen lässt, blendet das System zunächst für ungefähr zehn Sekunden einen gelb unterlegten Hinweis ein: "Warnung - Fahrer müde - Rast empfohlen". Sollte der Fahrer diese erste Warnung ignorieren und weiterhin ein unaufmerksames Fahrverhalten zeigen, so erscheint ein zweiter, rot unterlegter Hinweis: "Warnung - Fahrer müde - Bitte Rast!". In diesem Falle bleibt die Warnung länger bestehen und der Fahrer sollte anhalten und eine Rast einlegen oder einen Fahrerwechsel einleiten, um den Hinweis zurückzusetzen. Beide Warnungen werden durch ein akustisches Signal unterstützt.

Der Müdigkeitswarner, der zusammen mit dem neuen Ford Focus in Deutschland kürzlich auf den Markt gekommen ist, basiert auf einer Kamera (optischer Sensor), die in Höhe des Rückspiegels (Windschutzscheibe) installiert ist. Sie erkennt den Abstand des Fahrzeugs zu üblicherweise vorhandenen Fahrbahnmarkierungen, funktioniert aber auch bei einer nur einseitigen Fahrbahnmarkierung. Die Kameradaten werden von moderner On-Board-Software interpretiert. Das System berechnet aufgrund der Messwerte voraus, in welcher Position sich das Fahrzeug in etwa befinden sollte. Bei wiederholt signifikanten Abweichungen wird der Fahrer optisch (Hinweis) und akustisch (Ton) gewarnt. Der Müdigkeitswarner wurde so programmiert, dass auch Fahrspurwechsel und Überholvorgänge erkannt werden, ohne direkt einen Warnvorgang auszulösen.

Das neue Assistenzsystem ist über den neuen Focus hinaus auch im Mondeo sowie im S-Max und im Galaxy auf Wunsch verfügbar.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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