16.05.2011

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Computergesteuerte Autos testen das Fahren in Gruppen

Rund sechs Kilometer war das Autobahnstück lang, auf dem fahrerloses Fahren in Gruppen getestet wurde. Erstmals haben sich europäische Forschergruppen im holländischen Helmond zusammen gefunden und bei der Grand Cooperative Driving Challenge (GCDC) diese autonome Disziplin erprobt. Mit dabei war das Team Annieway, bestehend aus Forschern vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die autonomen Fahrzeuge sind mit Sensoren ausgestattet, die Position, Bewegung und Umgebung wahrnehmen. Daraus berechnet ein Computer die nächsten Fahrmanöver, die selbsttätig ausgeführt werden. Bei der GCDC haben die Fahrzeuge untereinander zusätzlich über Datenfunk Informationen ausgetauscht, um sich auf diese Weise zu einer stabilen Kolonne zu koordinieren. So testeten über zwei Tage die computergesteuerten Fahrzeuge von neun Teams aus ganz Europa bei der GCDC das fahrerlose Fahren in Kolonnen. Neben Beschleunigungs- und Bremstests, wurde untersucht, ob bei bis zu 80 km/h zuverlässiges Kolonnenfahren mit fahrerlosen Autos realisiert werden kann. Bei jeder Fahrt mit bis zu 80 km/h wurden die Konvois unterschiedlich zusammengesetzt und verschiedene Kriterien bewertet, etwa die Länge der Kolonne, die Zeit zur Absolvierung der Teststrecke und die Stabilität des Konvois. Und am Ende belegten die KIT-Forscher in der Punktetabelle den ersten Platz, heißt es aus Karlsruhe

"Durch das kooperative Fahren lassen sich mehr Verkehrsteilnehmer sicher auf die Straße bringen", erklärt Dr. Martin Lauer, der das Projekt Annieway am KIT leitet. Die Computersteuerung unterbiete die Reaktionszeit eines Menschen und lasse somit die Abstände zwischen den Autos ohne Sicherheitsverlust schrumpfen. Damit einhergehend werde der Windschatten besser ausgenutzt sowie Treibstoff gespart. "Damit dies in 20 bis 30 Jahren Alltag auf unseren Straßen sein kann, brauchen wir nicht nur autonome Systeme, sondern auch eine funktionierende Kommunikation zwischen den unterschiedlichsten autonomen Systemen", betont Lauer.

Da auf der Teststrecke bei Eindhoven die verschiedensten Fabrikate und autonomen Systeme zusammengekommen sind, ist die GCDC ein realistischer Testfall für zukünftige Verhältnisse auf der Straße. "Wir haben wertvolle Erkenntnisse gewonnen, wie das Konvoi-Fahren mit unterschiedlichen autonomen Systemen und Fabrikaten erfolgreich umgesetzt werden kann", zieht Lauer Fazit. Autonome Fahrsysteme könnten also laut KIT in Zukunft helfen den Verkehr mit weniger Unfällen, weniger Kraftstoffverbrauch und weniger Staus zu regeln.

Das KIT-Fahrzeug Annieway verfügt über Satellitennavigation, Geschwindigkeits- und Beschleunigungsmesser. Kameras erzeugen ein stereoskopisches Bild und ein Laserscanner vermisst ständig die Umgebung rundum, erklärt das Institut. Für den Informationsaustausch mit anderen Fahrzeugen wurde ein spezielles W-Lan-System (802.11.p) installiert. Aus diesen Daten soll der Bordcomputer in Echtzeit erkennen, wo andere Verkehrsteilnehmer sind, und prognostizieren, wie sich die Situation entwickeln wird. Darauf stimme er seine eigene Reaktion ab.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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