31.05.2011

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"Rennschnecke" der siebten Generation bei der Formula Student

Je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger Beschleunigungs- und Bremsenergie ist nötig. Leichtbau in allen Teilen lautet daher auch eine Vorgabe bei der Formula Student, einem von der SAE 1981 ins Leben gerufenen internationalen Konstruktionswettbewerb, der zwischen Universitäten ausgetragen wird. Dabei treten angehende Ingenieure in Teams unter strengen Reglement-Vorgaben an, um eigene Rennwagen zu konstruieren, zu bauen und auf der Piste zu präsentieren. Das Team "Running Snail" der Hochschule Amberg-Weiden (HAW) wird beim diesjährigen Rennen in Ungarn mit seinem siebten Fahrzeug antreten.

"Die Autos werden dabei jedes Mal neu konstruiert", skizzierte Horst Rönnebeck, die permanente Aufgabe. Der Professor für das Lehrgebiet Konstruktion an der HAW und Betreuer des dortigen Formula-Student-Teams zeigte sich zuversichtlich, was die Konkurrenzfähigkeit des aktuellen Autos seiner Mannschaft betrifft und lobte deren sportlichen Ehrgeiz. Sponsor HBM hatte zum Pressetreffen nach Amberg eingeladen, um zu zeigen, mit welchem Aufwand der technische Nachwuchs an seinem Auto optimiert.

Im vergangenen Jahr haben die Bayern in Silverstone den von Airbus gesponserten lightweight award gewonnen. "Wir hatten das leichteste Fahrzeug, das alle dynamischen Events überlebt hat", sagte Rönnebeck mit Blick auf die ständige Gewichtsabnahme der Fahrzeuge. Mit 163 Kilogramm ist das aktuelle Modell um 187 Kilogramm leichter als der erste Wagen, der 2005 ins Rennen ging. Um diese Magerkur bei mindestens gleicher Festigkeit der Konstruktion zu überstehen, wurden mit Unterstützung der HBM-Messexperten aus Darmstadt unter anderem Spurstangen, Dreieckslenker und Pullrod untersucht. An insgesamt 16 kritischen Stellen des Fahrwerks ermittelten Dehnungsmessstreifen auf Zug und Druck, Biegung oder Torsion. Mit den Ergebnissen ließen sich unter anderem die Lenksäule im Querschnitt verringern und die Klebelängen der aus Carbonfaserrohr und Aluminium bestehenden Verbindungen zum Radträger der Belastung nach auslegen. Auch die früher aus den USA zugekaufte Antriebswelle wurde ausgewechselt. Der zu Voestalpine gehörige Werkzeugstahlhersteller Böhler-Uddeholm liefert nun das Teil in einer hohlgebohrten Version. "Der Verbrauch wird in der Wertung schließlich stark gewichtet", begründete Rönnebeck die Anstrengungen, jedes Gramm Gewicht zu vermeiden.

1998 wurde die Formula Student mit dem Rennen in Großbritannien erstmals in Europa ausgetragen, 2006 zum ersten Mal in Deutschland auf dem Hockenheimring. Aufgabe ist, dass ein fiktives Fertigungsunternehmen ein Entwicklungsteam beauftragt, einen kleinen Formelrennwagen zu konstruieren. Der Prototyp soll zum Nachweis der Eignung für ein Serienprodukt dienen.

In diesem Jahr treten die Amberger mit einem Wagen an, bei dem der Gitterrohrrahmen in seiner Topologie weiter entwickelt wurde. Sitzschale, Tank und das Gehäuse für das Schaltsaugrohr bestehen aus Carbonfaser, die Felgen aus einer Materialkombination aus Carbon und Aluminium. Der von KTM gelieferte 650-Kubikzentimeter-Einzylinder-Motor aus der LC4 musste ebenfalls modifiziert werden, um das Reglement von maximal 610 Kubikzentimeter Hubraum einzuhalten. So bekam das Aggregat eine selbst entwickelte Kurbelwelle, ein längeres Titanpleuel, eine neu ausgelegte Nockenwelle und eine Schaltsaugrohrverstellung. Es leistet nun 47 Kilowatt und liefert bei 6000 1/min ein Drehmoment von 62 Newtonmeter.
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Autor(en): Ulrich Knorra
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