Der neue Opel Astra GTC kommt mit Hiperstrut-Vorderachse
Opel zeigt den neuen Astra GTC: Für das Modell hat der Hersteller fünf verschiedene Motoren im Programm - darunter vier Ottomotoren und ein Turbodieselaggregat mit 121 Kilowatt. Alle Modellvarianten bekommen eine Hiperstrut-Vorderachse (Abkürzung für High-Performance-Strut, übersetzt Hochleistungsfederbein). Diese Komponente soll die ideale Ergänzung zur patentierten Astra-Verbundlenker-Hinterachse mit Wattgestänge sein. Diese Achskombination sorgt für Stabilität und Präzision, wie es heißt.
Inspiriert ist der neue Astra GTC ist durch das Opel GTC Paris Concept, so der Rüsselsheimer Hersteller, das vergangenen Oktober auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert wurde. Dabei soll das kompakte Fünfsitzer-Coupé einen eigenständigen Auftritt pflegen - bis auf die Gehäuse der Rückspiegel und die Antenne entspreche nicht ein Karosserieteil dem eines anderen Astra-Modells.
Das serienmäßige Sportfahrwerk des Astra GTC verfügt über eine Vorderachse in Hightech-Auslegung. Im Ergebnis sollen daraus verbesserte Handlingeigenschaften und eine direktere Lenkansprache resultieren. Im Vergleich zur fünftürigen Astra-Limousine liegt der GTC um 10 bis 15 Millimeter tiefer, während die restlichen Kennzahlen des Fahrwerks leicht erhöht wurden. Aufgrund der vergrößerten hinteren Querlenker verlängert sich der Radstand um zehn Millimeter auf 2695 Millimeter. Außerdem ist die Spurweite im Vergleich zu Limousine und Sports Tourer vorne um 40 Millimeter und hinten um 30 Millimeter breiter - 1584 Millimeter vorne und 1588 Millimeter hinten.
Und alle GTC-Versionen verfügen über eine Fahrwerkskomponente, die normalerweise Hochleistungssportwagen vorbehalten ist, so das Unternehmen: die Hiperstrut-Vorderradaufhängung. Im Vergleich zur Standard-McPherson-Konstruktion der Modellreihe haben die Ingenieure die Spreizung reduziert und die Achsschenkel verkürzt, erklärt der Automobilhersteller. So verringere sich das Zerren der Antriebskräfte und die Straßenhaftung nehme zu. So soll das neue Modell Kurven ohne störende Antriebskraftmomente und mit höherer Geschwindigkeit umrunden können. Darüber hinaus reduziere Hiperstrut den Sturzverlust, so dass sich größer dimensionierte Reifen aufziehen lassen würden. Die Fahrwerksarchitektur sorgt dafür, dass der Astra GTC auf der Straße klebt, betont das deutsche Unternehmen, das zum US-amerikanischen General-Motors-Konzern gehört.
Hinten kommt eine Kombination aus Verbundlenkerachse und Wattgestänge zum Einsatz. Dieses Konzept ist leichter und kompakter als eine Mehrlenkerachse und bietet zugleich eine höhere Querstabilität in Kurven, heißt es. Über die Handling-Vorteile hinaus dämme die Konstruktion unliebsame Geräusche und erlaube so ein hohes Maß an Fahrkomfort.
Die Fahrwerksarchitektur des neuen Modells ist auf die Integration des intelligenten, adaptiven Flex-Ride-Systems ausgelegt. Das mechatronische Chassis soll sich automatisch an Straßenbedingungen, Kurvengeschwindigkeit, Fahrzeugbewegungen sowie den individuellen Fahrstil anpassen und eine erhöhte Fahrstabilität mit verbessertem Kurvenverhalten und direkterer Lenkansprache verbinden. Darüber hinaus sind bei dem System per Knopfdruck drei Modi wählbar: Gegenüber dem ausgeglichenen Standard-Modus mache die Sport-Einstellung den Wagen dynamischer und fahraktiver; der Tour-Modus sei auf komfortables Gleiten ausgelegt.
Bereits ab Bestellstart stehen fünf Aggregate zur Wahl - ein Turbodiesel und vier Ottomotoren. Der erstarkte 2.0 CDTI Common-Rail-Turbodiesel leistet nun 121 Kilowatt und gibt sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmeter (380 Newtonmeter mit Overboost-Funktion) an ein Sechsgang-Schaltgetriebe weiter. Damit beschleunigt der Kompaktsportler in 8,9 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h, nennt der Automobilhersteller Zahlen. Ein Start-Stopp-System, das sein größtes Einsparpotenzial im städtischen Stop-and-go-Verkehr ausspielt, ist ebenfalls an Bord. So liegt der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch bei 4,9 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 129 Gramm pro Kilometer entspricht, so das Unternehmen. Mit 56 Liter Diesel im Tank soll die Dieselvariante über 1100 Kilometer weit kommen.
Start-Stopp ist auch bei den drei 1,4-Liter-Benzinern Serie. Der 74 Kilowatt starke Einstiegssaugmotor mit manueller Fünfgang-Schaltung verbraucht 5,5 Liter auf 100 Kilometer und emittiert 129 g/km CO2, gibt der Hersteller an. Die beiden Turbo-Benziner mit Sechsgang-Schaltgetriebe stehen in den Leistungsstufen 88 Kilowatt und 103 Kilowatt zur Verfügung. Beide liefern 200 Newtonmeter maximales Drehmoment zwischen 1850 und 4200 1/min (88 Kilowatt) beziehungsweise 4900 1/min (103 Kilowatt) und benötigen 5,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, entsprechend 139 g/km CO2, heißt es aus Rüsselsheim. Angeführt wird das Leistungsportfolio gegenwärtig von dem 132 Kilowatt starken 1.6 Turbo, ebenfalls mit manuellem Sechsganggetriebe. Er beschleunigt den GTC bis auf 220 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Weitere Antriebsvarianten für den Astra GTC wird der Automobilhersteller laut Angaben zur IAA 2011 präsentieren. Die sportlichsten Motoren - inklusive OPC-Hochleistungsversion - sollen im kommenden Jahr folgen.
Als serienmäßiges Ausstattungselement der Innovation-Ausführung soll das Adaptive Fahrlicht AFL+ der neuen Generation im Astra GTC erstmals zum Einsatz kommen. Wie das Vorgängersystem bietet es neun Funktionen, darunter den Fernlichtassistent, der situationsgerecht selbsttätig auf- und abblendet. Das neue Sicherheitslichtsystem verfügt in Verbindung mit der neuen Opel-Frontkamera zusätzlich über die Intelligente Leuchtweiten-Regelung ILR (Intelligent Light Ranging). Diese nutzt die Frontkamera, um den Abstand zum Vordermann zu messen und die Leuchtweite des Abblendlichts daran anzupassen. So ist stets die optimale Ausleuchtung der Straße gewährleistet, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
Der Astra GTC wurde im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) von Opel in Rüsselsheim entworfen und entwickelt, produziert wird das Modell künftig im polnischen Gleiwitz (Gliwice). Vom 7. Juni 2011 an ist der Astra GTC zunächst in fünf Motorisierungen und zwei Ausstattungsvarianten bestellbar. Der GTC ist die Variante, die das Design- und Fahrdynamik-Potenzial der Modellreihe ausschöpft, heißt es zudem aus Rüsselsheim. Opel rechnet mit einem GTC-Anteil von 15 bis 20 Prozent an den Verkäufen dieser Baureihe. Der Neuling dürfte der Baureihe zudem weiteren Schub verleihen, heißt es - in Europa ging mit der neuen Astra-Generation ab 2009 eine Steigerung des Segmentanteils von 8,3 auf 11,4 Prozent im vergangenen Jahr einher, berichtet das Unternehmen.
Insgesamt stehen beim Automobilhersteller aus Rüsselsheim in diesem Herbst drei Neuerscheinungen bevor: Neben dem Astra-Dreitürer GTC, stehen auch der elektrische Ampera und der Zafira Tourer auf den Programm. Weltpremiere des Astra GTC ist auf der 64. IAA in Frankfurt. Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
Schlagworte
Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft
Mit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.
Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung.
Natürlich kostenlos!
Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel