Ein Coupé aus dem Hause Mini: Die Marke erweitert damit die Produktfamilie um ein weiteres Modell. Es soll der erste Zweisitzer im Programm werden. Im Fahrzeug sollen Otto- und Dieselmotoren zum Einsatz kommen, deren Leistungsspektrum von 90 Kilowatt bis hin zur Topversion mit 155 Kilowatt reicht.
Das neue Familienmitglied soll schon in der Einstiegsvariante Temperament zeigen. Der Vierzylinder-Ottomotor des Coupés erzeugt aus einem Hubraum von 1,6 Liter eine Höchstleistung von 90 Kilowatt, die bei einer Drehzahl von 6000 1/min erreicht wird. Sein maximales Drehmoment von 160 Newtonmeter steht bei 4250 1/min zur Verfügung, nennt der Hersteller Zahlen. Für spontane Reaktionen auf jede Gaspedalbewegung sorgt die vollvariable Ventilsteuerung. Diese Technologie zur drosselfreien Laststeuerung basiert auf der bei BMW Motoren eingesetzten Valvetronic und optimiert neben dem Ansprechverhalten des Motors auch die Verbrauchs- und Emissionswerte, erklärt das Unternehmen. Die Ventilsteuerung passt Hub und Öffnungsdauer der Einlassventile an die jeweilige Leistungsanforderung an. Dazu wirke die Nockenwelle nicht direkt über einen Schlepphebel auf das Ventil, sondern über einen zusätzlichen Zwischenhebel. Dessen Drehpunkt werde über eine elektromotorisch betriebene Exzenterwelle stufenlos verstellt. Die Aufgaben der Drosselklappe, die bei herkömmlichen Motoren zur Laststeuerung eingesetzt wird, können daher auf Notlauf- und Diagnosefunktionen beschränkt werden. Im normalen Betrieb bleibe sie stets voll geöffnet, um die im Ansaugtrakt entstehenden Strömungsverluste gering zu halten. Das Mini Cooper erreicht die Tempo-100-Marke aus dem Stand in neun Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 204 km/h, gibt das Unternehmen an. Demgegenüber stünden ein Durchschnittsverbrauch im EU-Testzyklus von 5,4 Liter pro 100 Kilometer und ein CO2-Wert von 127 Gramm pro Kilometer.
Beim ebenfalls 1,6 Liter großen Antrieb im S Coupé ist die vollvariable Ventilsteuerung Bestandteil eines Technologiepakets, das außerdem einen Twin-Scroll-Turbolader und eine Benzin-Direkteinspritzung beinhaltet. Bei diesem Aufladesystem seien im Abgaskrümmer und im Turbolader die Kanäle von jeweils zwei Zylindern zusammengefasst, erklärt die Marke. Diese Bauweise führe zu einem verzögerungsfreien Aufbau von Ladedruck. Die Direkteinspritzung ermögliche eine präzise dosierte Kraftstoffzufuhr und begünstige so eine ebenso saubere wie effiziente Verbrennung. Die Kombination aus Turboaufladung, Direkteinspritzung und variabler Ventilsteuerung führt zu einer Höchstleistung von 135 KIlowatt bei 5500 1/min, gibt das Unternehmen an. Bei 1600 1/min stehe das maximale Drehmoment von 240 Newtonmeter zur Verfügung, das sich mittels Overboost kurzzeitig auf bis zu 260 Newtonmeter steigern lasse. Dadurch wird zusätzliche Durchzugskraft für dynamische Beschleunigungsmanöver bereitgehalten. Den Spurt von null auf 100 km/h absolviert das Modell in 6,9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h, heißt es. Es verbrauche im EU-Testzyklus 5,8 Liter je 100 Kilometer und emittiere 136 Gramm CO2 pro Kilometer.
Die sportlichen Fahrzeuge der Marke verfügen unter anderem über eine direkt aus dem Rennsport abgeleitete Antriebstechnologie. Im Mini John Cooper Works Coupé arbeitet ein 155 Kilowatt starker Vierzylinder-Motor mit Twin-Scroll-Turbolader und Direkteinspritzung. Der 1,6 Liter große Antrieb entspricht laut Angaben weitgehend dem Motor der in der Clubsportserie Mini Challenge eingesetzten Fahrzeuge. Einige technische Details, so das Unternehmen, entstammen unmittelbar der Motorsportentwicklung: Dazu gehören der Zylinderblock und das Lagergehäuse aus Aluminium, verstärkte Kolben, ein Zylinderkopf mit besonderer Festigkeit und gewichtsoptimierte Kurbelwellen. Die Auslassventile seien mit Natrium gefüllt, um den bei einem Turbomotor höheren Kühlbedarf zu decken. Die Einlassnockenwelle verfüge über eine stufenlose Phasenverstellung. Der modifizierte Turbolader entwickelt einen im Vergleich zum Motor des Mini Cooper S Coupé nochmals erhöhten Ladedruck. Die Höchstleistung erreiche das Triebwerk bei einer Drehzahl von 6000 1/min, das maximale Drehmoment wird mit 260 Newtonmeter angegeben, mit Overboost steige dieser Wert kurzzeitig auf bis zu 280 Newtonmeter an. In 6,4 Sekunden beschleunigt das Fahrzeug aus dem Stand auf 100 km/h, seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 240 km/h, wird angegeben. Das Coupé begnügt sich mit 7,1 Liter je 100 Kilometer, der entsprechende CO2-Wert beträgt 165 Gramm pro Kilometer, gibt das Unternehmen an.
Als Alternative zu den drei Benzinantrieben steht für das Coupé auch ein Dieselmotor zur Wahl. Der Vierzylinder-Diesel des Cooper SD Coupé verfügt über ein Vollaluminium-Kurbelgehäuse, einen Turbolader mit variabler Einlassgeometrie und eine Common-Rail-Direkteinspritzung mit Magnetventil-Injektoren. Aus einem Hubraum von 2,0 Liter entwickelt er eine Höchstleistung von 105 Kilowatt, die bei einer Motordrehzahl von 4000 1/min erreicht wird. Das maximale Drehmoment des Motors wird mit 305 Newtonmeter angegeben und steht zwischen 1750 und 2700 1/min zur Verfügung. Für die Beschleunigung von null auf 100 km/h benötigt SD Coupé 7,9 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit werden 216 km/h erreicht. Es verbraucht durchschnittlich im EU-Testzyklus 4,3 Liter je 100 Kilometer. Der CO2-Wert des Coupé beträgt 114 Gramm pro Kilometer.
Alle Modellvarianten sind serienmäßig mit Minimalism-Technologie ausgestattet. Ergänzend zum günstigen Wirkungsgrad der Motoren sorgen unter anderem Bremsenergie-Rückgewinnung, Auto-Start-Stopp-Funktion, Schaltpunktanzeige, die elektromechanische Servolenkung sowie bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate für eine effiziente Nutzung der im Kraftstoff enthaltenen Energie und einen geringen CO2-Ausstoß, erklärt das Unternehmen. Außerdem werde durch eine neuartige thermische Kapselung des Antriebsstrangs die unter Verbrauchsaspekten ungünstige Warmlaufphase nach dem Kaltstart verkürzt.
Das serienmäßige Sechsgang-Handschaltgetriebe verfügt über kurze Schaltwege und präzise Handhabung. Mit einem Gewicht von 44,8 Kilogramm im fahrbereiten Zustand ist es zudem leicht, so das Unternehmen. Die Modelle S Coupé und SD Coupé verfügen über eine selbstregulierende Kupplung. Darüber hinaus werde die Synchronisierung der Gänge durch eine Carbonbeschichtung für die Kupplungsbeläge weiter optimiert. Die Abstufung der Übersetzungen sei so konzipiert, dass bei jedem Schaltvorgang die ideale Anschlussdrehzahl für eine zügige Fortsetzung des Beschleunigungsvorgangs vorliege.
Zum agilen wie sicheren Fahrverhalten des Coupé trage neben dem Frontantrieb und der Fahrwerkstechnik auch der niedrige Fahrzeugschwerpunkt bei. Hinzu kommen der lange Radstand von 2467 Millimeter und die breite Spur mit Werten von 1459 Millimeter an der Vorderachse und 1467 Millimeter an der Hinterachse. Serienmäßig ist das Fahrstabilitätssystem DSC (Dynamische Stabilitäts Control), das mit seinen umfangreichen Funktionen sowohl sicheres als auch sportliches Fahren fördert. An der Vorderachse sorgen McPherson-Federbeine für Radführung. Die Multilenker-Hinterachse bietet mit ihrer Kinematik stets die Gewähr für optimalen Fahrbahnkontakt. Der Einsatz von Aluminium-Längslenkern führt zu einem sehr niedrigen Komponentengewicht. Stabilisatoren reduzieren die Seitenneigung der Karosserie auf ein Minimum und leisten so einen zusätzlichen Beitrag zum agilen und sicheren Fahrverhalten. Darüber hinaus werden die Handlingeigenschaften von der elektromechanischen Servolenkung EPS (Electric Power Steering) mit beeinflusst. Sie verhilft dem Modell zu Zielgenauigkeit in jeder Fahrsituation. Lenkstößigkeiten und sonstige störende Schwingungen werden durch die EPS wirkungsvoll eliminiert. Der integrierte aktive Rücklauf sorgt außerdem dafür, dass das Lenkrad beim Zurückdrehen am Kurvenende präzise in die Mittellage gleitet. Die Lenkkraftunterstützung erfolgt in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit. So ist zum Einparken und Rangieren nur ein geringer Kraftaufwand nötig, bei höherem Tempo wird die Servounterstützung reduziert, um den Kontakt zur Fahrbahn und den Geradeauslauf zu optimieren. Auch die Effizienz des Coupé soll durch die elektromechanische Servolenkung zusätzlich gefördert werden. Ihr Elektromotor werde immer nur dann aktiv, wenn Lenkkraftunterstützung erforderlich ist, bei Geradeaus- oder konstanter Kurvenfahrt wird dagegen keine Energie verbraucht.
Als erstes Großserienmodell seit dem Relaunch der Marke ist das Coupé als Zweisitzer konzipiert. Der Zweisitzer misst 3728 Millimeter (S Coupé, John Cooper Works Coupé: 3734 Millimeter) in der Länge, 1683 Millimeter in der Breite und 1378 Millimeter (S Coupé, John Cooper Works Coupé: 1384 Millimeter) in der Höhe. Außenlänge, Breite und Radstand (2467 Millimeter) entsprächen damit nahezu übereinstimmend den Werten des Mini, während die Karosseriehöhe im direkten Vergleich um 29 Millimeter geringer ausfällt. Für eine Optimierung der Luftführung bei höheren Geschwindigkeiten sorgt der erstmals bei einem Modell der Marke eingesetzte aktive Heckspoiler. Sobald das Coupé eine Geschwindigkeit von 80 km/h erreicht, wird das in den Gepäckraumdeckel integrierte Flügelelement automatisch ausgefahren. Fällt das Fahrtempo anschließend wieder unter den Wert von 60 km/h, kehrt der über eine Viergelenk-Mechanik bewegte Spoiler in seine Ruheposition zurück. Der aktive Heckspoiler soll bei höherem Tempo den Auftrieb im Bereich der Hinterachse reduzieren. Dadurch werde die aerodynamische Balance und damit auch der Fahrbahnkontakt des Coupé optimiert.
In der Serienversion präsentiert werden soll das Modell auf der IAA 2011 in Frankfurt.
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