14.06.2011

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Neue Messverfahren: Europaweites Forschungsprojekt für saubere Luft

Metrologieinstitute entwickeln neue Messverfahren für Rußpartikel in Dieselabgasen. Ebenso sollen mit diesen Verfahren die Rückstände von Platin- und Quecksilber in der Luft erfasst werden. Rußpartikel aus den Abgasen von Dieselfahrzeugen können Lungenkrebs und andere schwere Erkrankungen verursachen, weiß die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Um die Gesundheitsbelastung durch diese Partikel gering zu halten, sind die Grenzwerte für Dieselruß gesenkt worden: So gilt ab September 2011 Euro 5 für neue Modelle. In dieser Norm wird nicht mehr nur die Massen-Konzentration von Rußpartikeln betrachtet. Augenmerk soll auch auf deren Anzahl liegen. Dieser Wert sei viel relevanter für die Gesundheitsgefahren, heißt es. Dafür müssten neue Messgeräte zugelassen werden. Um das gesamte Messsystem von Zulassungsprüfungen über Kalibrierungen bis hin zu den regelmäßigen Abgasüberprüfungen an die neuen Vorgaben anzupassen, ist nun ein europaweites Projekt gestartet worden. Unter Federführung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) arbeiten darin mehrere nationale Metrologieinstitute mit Kooperationspartnern aus der Industrie zusammen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Neben dem Dieselruß widmet es sich auch zwei weiteren gesundheitlich problematischen Stoffen, die die Luft verschmutzen: kleinsten Teilchen von Platin und anderen Elementen aus Katalysatoren sowie jenen Quecksilberverbindungen, die bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern in Kraftwerken entstehen.

Das europaweite Projekt hat zum Ziel, einzelne Lösungsansätze zu vergleichen, Messgeräte weiterzuentwickeln und sich um eine korrekte Rückführbarkeit von Messergebnissen zu kümmern. Dazu sollen international abgestimmte Normale auf Grundlage der Teilchenzahl (statt wie bisher ihrer Masse) entwickelt werden, die dann der Zulassung und Kalibrierung von Messgeräten dienen werden. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben ist ein so genanntes Joint-Research-Project (JRP) im Rahmen des europäischen Metrologieforschungsprogramms EMRP. Neben den Experten der PTB und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sind darin Kollegen aus Dänemark, der Schweiz, Slowenien, Frankreich, Finnland, Großbritannien, den Niederlanden und dem Joint Research Centre JRC der EU-Kommission beteiligt.

Auch die beiden anderen Themen bieten Herausforderungen für die Messtechnik. Beim ersten gehe es um die so genannten Platingruppen-Elemente (Platin, Palladium und Rhodium), die als "Abrieb" aus Katalysatoren in die Luft entweichen und ein gesundheitliches Problem darstellen. Um dies besser einschätzen zu können, muss man erst einmal genauer wissen, um welche Mengen es sich überhaupt handelt, so die Bundesanstalt. Dasselbe Problem stelle sich beim Quecksilber, das aber nicht aus Kraftfahrzeugen, sondern im Wesentlichen aus Kohlekraftwerken stamme. Quecksilber sei zu ganz kleinen Anteilen in fossilen Brennstoffen, wie etwa der Kohle, vorhanden.

Das Projekt soll auf allen diesen Gebieten die Messverfahren verbessern, heißt es. Außerdem geht es darum, mehr Einheitlichkeit zu schaffen, so die PTB. Denn die rechtlichen Vorgaben seien überall in Europa gleich, aber die Kontrollen noch nicht.

(Bild: Joint Research Centre)
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Autor(en): Katrin Pudenz
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