24.06.2011

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Hochautomatisiertes Fahren mit serienreifen Technologien

Automobilzulieferer Continental präsentiert den Architecture Migration Demonstrator. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, das mit serienreifen Technologien ausgestattet hochautomatisiert fahren können soll. Mithilfe eines Copilotensystem könne der Demonstrator automatisiert Geschwindigkeit, Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sowie auch die Spur. Zudem werde anhand einer Kamera die Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht. Vorgestellt hat der Zulieferer diese Technologien nun bei der finalen Veranstaltung des Forschungsprojektes Have-it, das von der Europäischen Union gefördert wird. "Die im Rahmen des Have-it-Projekts entwickelte Software könnte nun zeitnah, also innerhalb von zirka fünf Jahren, zu einem serienreifen, vollintegrierten System mit ersten automatisierten Fahrfunktionen weiterentwickelt werden", erklärt Holger Zeng, Have-it Projektmanager bei Continental.

Bei der Entwicklung des Architecture Migration Demonstrators standen die gemeinsame Have-it-Systemarchitektur sowie deren seriennahe Realisierung im Vordergrund, erklärt das Unternehmen. Zunächst sei die Systemarchitektur in Top-Down-Richtung detailliert und konkretisiert worden, anschließend sei die Implementierung gefolgt. Dafür wurden die Autosar-Methodologie und das Konfigurationssystem Cessar verwendet, heißt es. Das Automotive-Steuergerät Chassis and Safety Controller (CSC) der Zulieferers fungiert als universeller Basiscomputer, auf dem alle Teilfunktionen des Have-it-Systems programmiert wurden. Mehrere dieser CSCs sind mit gängigen CAN-Bussen vernetzt und erlauben so hochautomatisiertes Fahren, erklärt der Zulieleferer.

Mittels Datenfusion werden Sensordaten ausgewertet, wodurch das Copilotensystem die Automatisierungsfunktionen realisieren kann, wird erläutert. Im teilautomatisierten Modus in Längsrichtung soll das System ähnlich wie ein Abstandsregeltempomat fungierehn; im hochautomatisierten Modus sei zusätzlich die Spurhaltung innerhalb einer Fahrspur verfügbar. Dabei beobachte die Onboard-Kamera den Fahrer während des hochautomatisierten Fahrens ständig: Sie erfasst unter anderem die Blickrichtung und den Lidschlag des Fahrers, erläutert der Zulieferer. Sei dieser unaufmerksam, müsse er das Fahren wieder selbst übernehmen. Ebenso übergibt das System die Kontrolle zurück an den Fahrer, wenn die Voraussetzungen fehlen, um hochautomatisiert fahren zu können, zum Beispiel bei nicht erkennbaren Fahrbahnmarkierungen oder zu engen Kurven, erklärt der Zulieferer. Sollte der Fahrer nicht reagieren, werde die Geschwindigkeit moderat bis zum Stillstand verringert.

"Komplexere Grenzszenarien wie Spurwechsel, Hindernisumfahrung oder Notbremsen wurden im Rahmen dieses Versuchsfahrzeugs zwar noch nicht realisiert, ihre Umsetzung ist jedoch mithilfe der entwickelten Software und einer erweiterten Umfelderkennung in Zukunft technisch möglich", betont Holger Zeng. Für die Zukunft biete die Verwendung der neuesten Generation der Chassis Domain Control Unit (CDCU) als universeller Basiscomputer anstelle des CSC das Potenzial, die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs noch zu steigern oder alternativ den Aufwand und die Kosten zu senken. Das Forschungsfahrzeug wurde bei Continental in Regensburg mit Unterstützung der Have-it-Projektpartner entwickelt.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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