27.06.2011

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Vom Fahrer überwacht teilautomatisch fahren - Volkswagen zeigt den TAP

Auf dem Weg zum vollautomatischen und unfallfreien Fahren: Das System namens Temporary Auto Pilot (TAP) von Volkswagen kann, vom Fahrer überwacht, auf Autobahnen bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h teilautomatisch fahren. Der Autopilot soll so als Bindeglied zwischen den heutigen Assistenzsystemen und der Vision vom vollautomatischen Fahren dienen, erklärt der Volkswagen Konzern. Vorgestellt wurde das System nun von Professor Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Volkswagen Konzernforschung, bei der Abschlusspräsentation des Forschungsprojektes Have-it (Highly Automated Vehicles for Intelligent Transport) der Europäischen Union. Im vergangenen Herbst hatte Leohold bereits Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Digitale Agenda, den temporären Autopiloten präsentiert, ATZonline berichtete. In der aktuellen Demonstration wurden weitere Funktionsdetails enthüllt.

Der TAP bündelt teilautomatische, das bedeutet vom Fahrer überwachte Funktionen, mit anderen Fahrerassistenzsystemen wie der automatischen Distanzregelung ACC und dem Spurhalteassistenten Lane Assist zu einer Gesamtfunktion. "Allerdings bleibt der Fahrer stets in der Verantwortung und behält immer die Kontrolle", erklärt Leohold und fügt hinzu: "Er kann das System jederzeit übersteuern beziehungsweise deaktivieren und muss dieses dauerhaft überwachen."

Der TAP bietet dem Fahrer in Abhängigkeit von Fahrsituation, Umgebungserfassung, Fahrer- und Systemzustand den jeweils optimalen Automatisierungsgrad an, erläutert der Konzern. Hierdurch sollen Unfälle durch Fahrfehler eines unaufmerksamen, abgelenkten Fahrers verhindert werden. Im teilautomatischen Fahrmodus - kurz Pilot-Modus genannt - halte der TAP einen sicheren Abstand zum Vordermann, stelle die vom Fahrer ausgewählte Wunschgeschwindigkeit ein, reduziere diese gegebenenfalls vor einer Kurve und halte das Fahrzeug in der Fahrstreifenmitte. Ebenso würden das Rechtsüberholverbot und Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtet. Auch das Anhalten und Wiederanfahren im Stau erfolgt automatisch, heißt es. Mit dem TAP sei eine Geschwindigkeit auf Autobahnen oder autobahnähnlichen Straßen bis zu 130 km/h möglich. Der Fahrer muss dabei aber seine Aufmerksamkeit weiter dauerhaft auf die Straße richten, um in sicherheitskritischen Situationen jederzeit eingreifen zu können, betont das Wolfsburger Unternehmen.

Der TAP basiert auf einer vergleichsweise seriennahen Sensorplattform, bestehend aus seriengefertigten Radar-, Kamera-, und Ultraschallsensoren ergänzt durch einen Laserscanner und einen Elektronischen Horizont. "Ein erstes Einsatzszenario ist beispielsweise in monotonen Fahrsituationen denkbar, wie zum Beispiel im Stau oder auf stark geschwindigkeitsbeschränkten Streckenabschnitten", ergänzt Leohold.

Das EU-geförderte Forschungsprojekt Have-it befasst sich mit der Entwicklung von Konzepten und Technologien zum hochautomatisierten Fahren. Damit sollen Autofahrer entlastet, Unfälle verhindert, Umweltbelastungen verringert werden und somit die Verkehrssicherheit erhöht werden. An dem Projekt, das im Februar 2008 seine Arbeit aufgenommen hat, arbeiteten europäische Partner aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie aus der Wissenschaft zusammen, berichtet der Konzern.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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