01.07.2011

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Renault: Neuer Dieselmotor mit 20 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch

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Renault will in Europa sparsamster Autohersteller werden. Das betonte Reinhard Zirpel, Vorstand Kommunikation, Renault Deutschland. Gelingen kann dies mit dem neuen 1,6-l-Vierzylinder-Dieselmotor Energy dCi 130 mit Turboaufladung und Common-Rail-Technik. Der komplett neu entwickelte Motor soll mittelfristig den dCi 130-Motor mit 1,9 Liter Hubraum ersetzen. Nach der Premiere in Scénic und Grand Scénic wird Renault den neuen Dieselmotor schrittweise in der Mégane-Familie einführen. Mit dem neuen Motor feiert auch die Start-Stopp-Technik beim französischen Hersteller Premiere. Bei einer Fahrpräsentation am Donnerstag, 30. Juni 2011, in Mendig (Eifel), wurde der Motor der Fachpresse präsentiert.

Im Vergleich zum Vorgängermotor, der im Scénic 5,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer benötigt (Grand Scénic: 5,6 l/100 km) und 145 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt (Grand Scénic: 149 g/km), soll der neue Motor pro 100 Kilometer mit 1,1 beziehungsweise 1,2 Liter Dieselkraftstoff weniger auskommen. So ermögliche er mit einer Leistung von 96 Kilowatt einen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 4,4 Liter pro 100 Kilometer. Entsprechend betragen die CO2-Emissionen 115 Gramm pro Kilometer. Mit dem neuen Dieselmotor beschleunigen Scénic und Grand Scénic von 0 auf 100 km/h in 10,3 beziehungsweise 10,5 Sekunden (Grand Scénic Siebensitzer: 11,1 Sekunden). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jeweils 195 km/h. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmeter liegt bei 1750 1/min an.

Der neue Dieselmotor fügt sich in die Strategie des Herstellers. So setzt auch Renault wie viele andere OEM auf Downsizing. Angeboten werden Fahrzeuge mit weniger Hubraum und Kraftstoffverbrauch bei unveränderter Leistung. Renault stehe aktuell bei einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß aller Pkw von 135 Gramm je Kilometer. Bis 2013 soll die gesamte Flotte auf einen Wert von 120 Gramm je Kilometer kommen. Bereits 2016 sollen es deutlich weniger als 100 Gramm sein.

Neben Downsizing und Start-Stopp-Technik sorgen weitere Maßnahmen für einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und verminderte CO2-Emissionen. Zusammen mit einer neuen Getriebeabstufung und Rekuperation könnten zirka 14,5 Prozent an CO2-Emissonen eingespart werden. Eine Niederdruck-Abgasrückführung, eine variable Ölpumpe und Drallsteuerung sorgen nochmals für eine Einsparung von 4,5 Prozent. Darüber hinaus nimmt sich Renault dem Thermomanagement an. Dieses erstmals im neuen Dieselmotor eingesetzte System gewährleistet, dass der Motor schneller auf optimale Betriebstemperatur kommt. Damit wird die CO2-Emission nochmals um ein Prozent reduziert.

Die Motorenspezialisten von Renault haben bei der Entwicklung des neuen Dieselmotor eng mit den Entwicklern des Renault-Formel-1-Motorenzentrums in Viry-Châtillon zusammengearbeitet. Das Know-how aus dem Rennsport zeigt sich besonders beim quadratischen Bohrung-Hub-Verhältnis. Daher war es möglich, acht statt 16 Ventile zu verbauen. Ebenfalls aus der Formel 1 stammen die Kühltechnik des quer durchströmten Zylinderkopfs sowie die Verwendung von reibungsarmen Ölabstreifringen.

Der neue Motor ist bereits der vierte Dieselmotor, der unter dem Dach der Renault-Nissan-Allianz entstand. Die Federführung bei dem Projekt hatte Renault inne. Geplant sei, den Motor auch in einer Reihe von Nissan-Modellen einzusetzen, die auf der C-Plattform aufbauen. Diese bildet auch die technische Basis für Scénic und Mégane.

In den Fahrzeugen Scénic und Grand Scénic überzeugte der neue Dieselmotor bei den ersten Fahrten mit seiner angenehmen Laufruhe. Der neue Motor zeigte sich durchzugsstark, fiel aber durch eine leichte Anfahrschwäche negativ auf. Die Lenkung trägt wieder zum Fahrspaß bei. Sie ist direkt, aber auch nicht zu leichtgängig. Das Start-Stopp-System konnte ebenfalls überzeugen.
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Autor(en): Christiane Brünglinghaus
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