04.07.2011

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DLR: Dynamische Crashanlage für Fahrzeugkomponenten

Das Institut für Fahrzeugkonzepte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart hat eine neue Crashanlage in Betrieb genommen. Mit dieser können Fahrzeugkomponenten dynamisch getestet werden. Auf einer Strecke von 1,5 Meter wird ein Crashschlitten mit 1,3 Tonnen Gewicht auf 64 Stundenkilometer beschleunigt, um dann auf die Test-Strukturen zu treffen, erläutert das DLR die Funktion. Rund eineinhalb Jahre sollen Planungs- und Umsetzungsphase gedauert haben.

Um möglichst viele verschiedene Konfigurationen testen zu können, umfasst die dynamische Komponenten-Prüfanlage zwei modular aufgebaute, jeweils zwei Meter lange und 1,3 Meter hohe Crashschlitten, berichtet das DLR. Diese stehen auf einer insgesamt elfeinhalb Meter langen Schienenbahn. Somit könne sich der getroffene Schlitten beim Aufprall nach hinten bewegen. Bei einem Versuch beschleunigen die Ingenieure den ersten Schlitten auf einer Stecke von 1,5 Meter bei einer Gesamtmasse von 1,3 Tonnen auf maximal 64 Stundenkilometer. Der erste Schlitten kollidiere dann mit dem zweiten Schlitten. Angetrieben werde der erste Schlitten mit einem pressluftbetriebenen Zylinder, wobei eine hydraulische Bremse die Beschleunigung regelt. Das bedeute, dass sich Beschleunigungsverlauf und Aufprallgeschwindigkeit des ersten Schlittens genau festlegen lassen. Der zweite Schlitten könne entweder am hinteren Ende der Bahn fest stehen - zum Beispiel, um einen Frontalaufprall gegen ein stehendes Hindernis zu simulieren - oder sich frei beweglich in Längsrichtung auf der Schiene befinden. Eine Testmöglichkeit wäre ein Seitencrash, bei dem das stehende Fahrzeug von einem Stoßkörper getroffen werde. Jeder der beiden Schlitten ist mit einem crashfesten Datenerfassungssystem ausgestattet, das die Daten aus den Versuchen misst und aufzeichnet, so das DLR. Für Videoaufnahmen in Hochgeschwindigkeit könne zudem eine 19 Kilowatt starke Lichtanlage mit acht Scheinwerfern genutzt werden.

"Mit der neuen Crashanlage können die DLR-Fahrzeugingenieure große, komplexe Pkw-Baugruppen bis zur Größe einer Karosserie unter realen Bedingungen testen", erklärt Professor Ulrich Wagner, DLR-Vorstand für Verkehr und Energie. "So können wir herausfinden, wie Geometrie, Fügetechnik, und Materialeigenschaften von einzelnen Bestandteilen eines Fahrzeugs zusammenwirken müssen, damit das leichte, umweltfreundliche Auto der Zukunft auch höchsten Sicherheitsstandards entspricht", betont Wagner weiter.

Professor Horst Friedrich, Direktor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte erklärt: "Wir erwarten, dass wir durch die neue Testumgebung Simulationsmethoden und -ergebnisse besser wissenschaftlich absichern können und damit insbesondere die im DLR vorhandenen Leichtbauprojekte und -arbeiten ergänzen und stärken können". Zugleich könne die Anlage auch von Zulieferern und Automobilherstellern genutzt werden.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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