21.07.2011

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E-Fahrzeuge eröffnen Alternativen für innerstädtischen Lieferverkehr

Elektrifizierte leichte Nutzfahrzeuge sind für Flottenbetreiber im innerstädtischen Lieferverkehr auch finanziell interessant: Das zeigt eine Studie von neun BWL-Studenten der Hochschule Niederrhein auf. Unter der Leitung von Professor Dr. Doris Kortus-Schultes (vorne im Bild), Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto, und Kooperationspartner Dipl.-Kfm. Ingo Olschewski (hinten im Bild) von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrtwesen Aachen befragten die Studenten für die Studie "Innerstädtische Lieferflotten" insgesamt 24 Logistikunternehmen.

Elektrofahrzeuge sind umweltfreundlich ("tank-to-wheel Betrachtung"), geräuscharm und werden anstelle von Verbrennungsmotoren und fossilen Brennstoffen mit Elektromotoren sowie wiederaufladbaren Batterien betrieben, berichtet die Hochschule. Für Doris Kortus-Schultes sind Elektrofahrzeuge daher besonders für den innerstädtischen Lieferverkehr interessant: "CO2- und Feinstaubausstoß sinken, nervende Motorengeräusche fallen weg. Das wirkt sich sehr positiv auf die Umwelt und natürlich auch auf die Lebensqualität in den Städten aus."

Ein Fahrzeug aus der Kategorie der leichten Nutzfahrzeuge sei zwar in der Elektroversion im TCO-Vergleich momentan noch zirka 3000 bis 6000 Euro (über vier Jahre) teurer als ein Vergleichsfahrzeug mit konventionellem Antriebsstrang, betont Ingo Olschewski und ergänzt: "Diese Finanzierungslücke kann aber zukünftig geschlossen werden". Und dies selbst wenn es in Deutschland, im Gegensatz beispielsweise zu Frankreich, keine direkten Subventionen beim Kauf eines Elektrofahrzeuges gebe. "Betreiber von Elektroflotten sparen zuerst einmal Geld beim Verbrauch und auch an der Kfz-Steuer, da diese neben dem Hubraum ebenfalls nach den Schadstoff- und CO2-Emissionen berechnet wird", rechnen die Studierenden vor. Hinzu komme, dass Elektrofahrzeuge kaum gewartet oder repariert werden müssten. Der Verschleiß sei geringer als bei konventionellen Fahrzeugen, so die Studenten.

Außerdem haben die Masterstudierenden Ideen entwickelt, wie Anreize für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Lieferflotten geschaffen werden könnten, die über das Monetäre herausgehen: "Zum Beispiel wäre es möglich, dass Elektrofahrzeuge von Lieferdiensten Busspuren nutzen können, um Zeit zu sparen, oder dass sie in innerstädtischen Park- und Halteverboten für eine gewisse Zeit stehen dürfen".

Das umweltverträgliche Image der Elektrofahrzeuge, die geringen Betriebskosten und die positive Darstellung als umweltbewusstes und umweltfreundliches Unternehmen sind für die befragten Unternehmen die wichtigsten Gründe, über die Anschaffung solcher alternativ angetriebenen Fahrzeuge nachzudenken, besagt die Studie zudem. Einige würden Elektrofahrzeuge bereits in ihren Flotten nutzen, mehr als 80 Prozent der Studienteilnehmer sollen Bereitschaft signalisiert haben, von konventionellen Fahrzeugen auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen und attraktive Angebote geschaffen werden, stellen Studierende und Betreuer fest. Ein Problem für die Firmen sei allerdings, dass die angebotene Modellpalette eingeschränkt sei und es dementsprechend kaum Auswahl für die potenziellen Kunden gebe. Für eine langfristige Ausrichtung auf Elektrofahrzeuge brauche es aber ein bedarfsgerechtes Angebot. Dieses sei derzeit noch nicht gegeben, heißt es weiter.

"Wir befinden uns gerade in einer Marktvorbereitungsphase", erläutert Ingo Olschewski. "Hohe Stückzahlen bei den Elektrofahrzeugen wird es nicht vor 2015 geben. Deshalb ist jetzt die Zusammenarbeit von Industrie und öffentlicher Hand gefragt. Letztere muss die fälligen Investitionen etwa durch Forschungs- und Entwicklungsförderprogramme unterstützen, und die Hersteller müssen eine Reihe elektrisch betriebener Modelle auf den Markt bringen."

Probleme stellen derzeit außerdem Speicherkapazität und Lebensdauer der Batterien dar. Bisher lieferte eine Ladung Energie für rund 180 innerstädtische Kilometer und verlören nach und nach ihre Kraft. Die Unternehmen sollen laut Befragung Sorge haben, dass sie viel Geld in die Batterien investieren müssen. Jedoch würden die Batterien stetig verbessert, in den kommenden zehn Jahren werden die Preise sinken, wird prognostiziert, außerdem könnte es noch die Möglichkeit geben, Batterien zu leasen. Olschewski erklärt dazu: "Die Batterien können zum Beispiel wirtschaftlich unabhängig vom Fahrzeug geleast werden, das heißt, die hohen Anschaffungskosten können somit reduziert werden. Wie bei einem Pkw bekommen die Kunden nach einer gewissen Zeit eine neue Batterie, ohne sich mit der Wartung oder Garantiefragen befassen zu müssen."
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Autor(en): Katrin Pudenz
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