29.07.2011

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Multimedia-Zukunft bei Mercedes-Benz: Intuitivere Wahrnehmung und Bedienung

Ein erweitertes Angebot an integrierten Apps für das Multimediasystem Comand Online, eine Breitstellung an Applikationen für das digitale Leben, eine Änderung im Stellenwert des Grafikdesigns der Bildschirminhalte, intuitivere Bedienbarkeit: Kürzlich stellte der Automobilkonzern Daimler dar, wie sich die Ingenieure von Mercedes-Benz die nahe und fernere Multimedia-Zukunft vorstellen. "Unsere Vision lässt sich mit den vier Schlagworten 'Ganzheitliches Erlebnis', 'Natürliche Interaktion', 'Sensorische Perfektion' sowie 'Fern-Bedienkomfort' zusammenfassen", erläuterte Professor Dr.-Ing. Bharat Balasubramanian, Leiter der Direktion Produktinnovationen und Prozesstechnologien in der Konzernforschung und Vorentwicklung von Daimler.

So wird das Unternehmen das Angebot an integrierten Apps für das Multimedia-System zügig erweitern und zahlreiche Applikationen für alle Facetten des digitalen Lebensstils bereitstellen, heißt es aus Stuttgart: Bereits ab Herbst 2011 sollen neue Apps für das Online-Netzwerk Facebook und für Google Streetview sowie Google Panoramio zur Verfügung stehen. Mit Streetview können Orte auf der ganzen Welt in 360-Grad-Perspektive und auf Straßenebene betrachtet werden. Panoramio ermöglicht den Zugriff auf Millionen von Bildern, die andere Nutzer an Orten rund um den Globus aufgenommen und bereitgestellt haben, erklärt der Hersteller. Streetview und Panoramio ermöglichen so bereits vor Fahrtantritt eine umfassende Orientierung zu Zielen und Sehenswürdigkeiten. Mittelfristig seien über ein Dutzend weiterer Apps geplant, die derzeit unter anderem in Zusammenarbeit mit Start-up Unternehmen wie dem US-Talk-Radio-Betreiber Stitcher, dem Kurznachrichtendienst Twitter und den populären Musik-Anbietern Pandora in USA oder Aupeo in Deutschland entwickelt würden. Diese neuen Apps sollen alle Kunden nutzen können, die einen Mercedes-Benz mit Comand Online fahren.

Wie bei der Studie Concept A-Class - die in diesem Jahr in Schanghai vorgestellt wurde - bereits angedeutet, wird auch das Grafikdesign der Bildschirminhalte künftig an Stellenwert gewinnen, betont das Unternehmen: Dynamisch wachsende Glaselemente bilden drei­dimensional angeordnete Navigationsebenen. In die räumliche Tiefe dieser Menüstruktur taucht der Benutzer durch fließende Bewegung und flüssig animierte Übergänge intuitiv ein. Langfristig sollen die Displays noch stärker personalisierbar werden und Apps sowie Bedienelemente nicht mehr nur auf bestimmte Displays beschränkt sein. Denkbar seien beispielsweise frei konfigurierbare Displays, bei denen der Autofahrer selbst bestimmen könne, welche Display-Elemente wo angezeigt werden.

"Wir forschen auch an 3D-Displays. Denn räumliche Anzeigen ermöglichen eine intuitivere Wahrnehmung von Informationen", betont Balasubramanian. "Durch diese einfachere und schnellere Erkennung von Warnungen lässt sich die Sicherheit im Straßenverkehr weiter verbessern." Noch intuitiver soll in Zukunft ebenso die Bedienung sein. Sie erfolge weitgehend durch Sprache, ergänzt durch Gesten und Berührung. So sollen sich mittelfristig SMS und E-Mails diktieren oder Nachrichten abrufen lassen. Dazu wird entweder eine Schlagzeile gesprochen oder, beim so genannten "freien" Sprachbrowsing, eine gezielte Frage ("Wie ist das Wetter in Süddeutschland?") gestellt. Dabei sei wichtig, so erläutert Balasubramanian, "dass der Fahrer keineswegs abgelenkt wird, sondern im Gegenteil die Konditionssicherheit über höheren Bedienkomfort gesteigert werden kann". Weitere Beispiele für natürliche Interaktion sind die Menüsteuerung über Gesten oder per Handschrifterkennung (indem eine Fingerspur auf dem Display der Headunit gezeichnet wird), erklärt das Unternehmen und fügt hinzu: Lese- und Innenlicht könnten sich künftig über Wischbewegungen entlang der Dachbedieneinheit ein- und ausschalten lassen; und unsichtbare Kameras könnten über eine Gesten­steuerung Schalter im Fahrzeug ersetzen.

Welche Inhalte oder Apps der Autofahrer von morgen mit in sein Fahrzeug nehmen möchte, kann er dank Fern-Bedienkomfort künftig am Frühstücks­tisch oder im Büro entscheiden, indem er eine entsprechende Vor-Konfigurie­rung per Smartphone oder Rechner vornimmt. Erste, bereits realisierte Anwendung ist die Möglichkeit von Comand Online, eine zuvor am Computer per Google Maps konfigurierte und zum Auto gesendete Route herunterzuladen.

Das Multimedia-System Comand Online, erhältlich in SLK, C-Klasse, E-Klasse, CLS sowie ab Herbst in der neuen M-Klasse und der neuen B-Klasse, bietet erstmals einen Internetzugang, so das Unternehmen. Es kann entweder im Stand frei gebrowst oder eine App aufgerufen werden, deren Seiten sich schnell aufbauen und auch während der Fahrt einfach zu bedienen sind, wird weiter erläutert. Auf dem Farbbildschirm (Diagonale: 17,8 Zentimeter) lassen sich Fotos anzeigen und ähnlich einer Diashow umblättern. Aber auch im Audiobereich gibt es neue Darstellungsformen. So ordne beispielsweise die so genannte Cover-Flow-Funk­tion die Titelbilder der gespeicherten Musikalben karussell­artig an, sodass durch die Musiksammlung geblättert werden kann. Um neue Funktionen ergänzt wurde ebenso die Festplatten-Navigation von Comand Online. Neu ist die 3D-Optik mit plastischen Stadt-Modellen, heißt es. Ebenfalls neu sei, dass gefahrene Routen aufgezeichnet und später abgefahren werden, persönliche Sonderziele gespeichert oder über eine SD-Karte importiert sowie vier alternative Routen auf der Navigationskarte angezeigt werden können, darunter eine besonders ökonomische Variante.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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