02.08.2011

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Magne-Ride-Dämpfersystem: Einzelne Spule wird durch zwei kleinere ersetzt

Die dritte Generation des Magne-Ride-Dämpfersystems von BWI soll mit einem Zweileiter-Zweispulen(Dual Coil)-Aktor schnell reagieren. Die Dämpfer sollen mit größerer Bandbreite gesteuert werden können. Damit bietet das System mit dem Namen Active Dynamics Traktion, Stabilität und Komfort sowohl auf als auch abseits der Straße, berichtet das Unternehmen. In Serienproduktion geht das System nun beim Range Rover Evoque. Zudem liefert das Unternehmen die passiven Zweirohrdämpfer für die Standardfederung des Fahrzeugs.

Magne-Ride nutzt eine magnetorheologische (MR) Dämpferflüssigkeit, deren winzige metallische Partikel schnell magnetisiert werden können, indem Spulen im Dämpferkolben unter Strom gesetzt werden, erläutert das Unternehmen. Ist der Strom abgeschaltet, verteilen sich die Partikel zufällig, und der Dämpfer befindet sich in seiner weichsten Position, wird weiter erklärt. Der Strom magnetisiere die Partikel, die sich dann proportional zur Stärke des magnetischen Feldes gegenseitig anzögen. Dadurch wachse der Fließwiderstand, der Dämpfer werde straffer. So kann die Dämpferhärte - je nach Stärke des anliegenden Stroms - praktisch verzögerungsfrei und stufenlos variiert werden, so der Hersteller. Der Energiebedarf liege normalerweise bei weniger als 20 Watt pro Dämpfer.

In der dritten Generation des Systems wird die einzelne Spule durch zwei kleinere Spulen und ein spezielles Steuergerät mit optimierten Algorithmen ersetzt, erläutert das Unternehmen. Mit diesen Anpassungen sollen die Dämpfer rascher reagieren, wenn kein Strom anliegt, und sollen so die Karosserie auf rauem Terrain noch besser isolieren können. Das neue Zweispulen-System erweitere zudem die dynamische Bandbreite (ein "weicheres weich" und ein "strafferes straff") - auch bei den relativ langsamen Karosseriebewegungen, die für Geländefahrten typisch, aber mit konventionellen Dämpfertechnologien schwer in Griff zu bekommen seien. Neben der direkten Optimierung von Komfort und Handling soll so auch der Einfluss von Stabilisatoren und Federn begrenzt werden. Damit werde ein weiterer Faktor reduziert, der gerade bei Geländefahrzeugen immer wieder zu Kompromissen führe.

Im Gegensatz zu konventionellen, semiaktiven Fahrwerkssystemen, die komplexe elektromechanische Ventile nutzen, ist Magne-Ride mechanisch einfach aufgebaut, erklärt das Unternehmen. Es gebe keine kleinen, beweglichen Bauteile und auch insgesamt weniger Teile als bei traditionellen, passiven Dämpfern. Es sei nicht erforderlich, eine Gelände-Einstellung vorzuwählen; die Reaktionen des Systems sollen stets proportional statt stufenweise erfolgen.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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