05.08.2011

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Virtueller Assistent unterstützt Autofahrer

Künftig soll ein virtueller Assistent namens Avatar den Fahrer im Auto unterstützen. Entwickelt wurde das so genannte Avatar-based-Virtual-Co-Driver-System (Avicos) vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit Audi. Autofahrer sollen künftig unmittelbar informiert werden, aufblinkende Warnleuchten oder unbekannte Bedienelemente sollen nicht mehr beunruhigend oder irritierend wirken. Das Nachschlagen im Benutzerhandbuch entfällt, erklärt die TUM. Durch Berührung der Bedienelemente und über eine natürlichsprachliche Schnittstelle reagiert das System: Der virtuelle Assistent erteilt spezifische Informationen rund um das Fahrzeug - unterstützt von Bildern und Videos, erläutert die Hochschule.

Der Avatar werde in der serienmäßig verfügbaren Bildschirmanzeige des Audi-Multimedia-Interface dargestellt. Die virtuelle Figur soll vollständige Sätze verstehen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz interpretiere das System die Frage des Autoinsassen und könne gleichzeitig mittels gesprochener Sprache antworten. Zusätzlich werden Bilder und Videos eingeblendet und der Assistent deutet während der Erklärung jeweils auf die relevanten Stellen im Bild, erläutert die Universität weiter.

Neben der Sprache soll eine weitere Möglichkeit mit dem System in Kontakt zu treten der so genannte Touch-and-Tell-Modus - also der Berühr-und-Erzähl-Modus - sein. Kennt der Fahrer ein spezielles Bedienelement am Armaturenbrett nicht, berührt er es und der Avatar gibt ihm dazu Hintergrundinformationen, erläutert die Universität. "Dadurch kann spielerisch und schnell das Wissen über Bedienelemente im Fahrzeug vermittelt werden. Das kann gerade in einem unbekannten Fahrzeug sehr hilfreich sein", erklärt Professor Helmut Krcmar, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der TU München.

Auch währen der Fahrt soll Avicos nutzbar sein. Um den Fahrer nicht vom Verkehr abzulenken, werden mit steigender Geschwindigkeit zunächst die Animationen und dann alle grafischen Ausgaben automatisch abgeschaltet, erklärt die Universität. Die sprachbasierte Kommunikation mit dem Avatar stehe dagegen stets zur Verfügung.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes durchgeführten Untersuchungen sollen die Vorteile des Systems belegen. Im Vergleich zum Nachschlagen im Handbuch finden Autofahrer Informationen mit dem System schneller und zielsicherer, erläutert die TUM. Zudem mache die Nutzung des Systems mehr Spaß. "Insgesamt bietet Avicos einen bequemen und interaktiven Zugriff auf multimedial aufbereitete Inhalte, die weit über den Informationsgehalt des gedruckten Benutzerhandbuchs hinausgehen. Ohne Lernaufwand kann das System genutzt werden und erlaubt so einen sehr schnellen Einstieg in die Bedienung eines Fahrzeugs", betont Dr. Michael Schermann, Leiter der Forschungsgruppe Automotive Services am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik.

Zudem soll die natürlichsprachliche Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug wird in Zukunft ausgebaut werden. Die Vision sei, dass das System die aktuelle Befindlichkeit des Fahrers erkenne und sich entsprechend anpasse. Bemerkt Avicos aufgrund des Tonfalls und des Sprechrhythmus, dass der Fahrer in der aktuellen Fahrsituation überfordert und deshalb gestresst ist, reduziert das System schrittweise den Umfang der multimodalen Ausgabe und zeigt beispielsweise im ersten Schritt keine Animationen mehr an, wird erläutert. Weitere Systeme im Auto wie das Navigationsgerät könnten ebenfalls einbezogen werden, indem es frühzeitiger und häufiger auf die Fahrtrichtung hinweise.

Das System wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt entwickelt. Beteiligt waren die Audi-Fachabteilung für Prozess- und Systemintegration Elektrik/Elektronik und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München. Die Forscher arbeiteten an dem regionalen Kompetenzzentrum der Hochscule INI.TUM. Die Ergebnisse wurden in der Audi-Dissertationsreihe Band 20 unter dem Titel "Gestaltung avatarbasierter, natürlichsprachlicher Hilfesysteme für den Einsatz in Fahrzeugen" von Dr. Valentin Nicolescu veröffentlicht.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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