16.08.2011

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Dynamische Maut für zügigeren Verkehrsfluss

Für Verkehrssteuerungssysteme hat das Technologieunternehmen Siemens einen speziellen Algorithmus entwickelt. Dieser soll die Straßengebühren an die Verkehrssituation anpassen. Als Gegenleistung biete das System den Fahrern ein schnellers Vorankommen. Auf diese Weise werden Staus vermieden, Kraftstoff eingespart und der CO2-Ausstoß verringert, erläutert der Konzern. Eine erste Sonderfahrspur mit dem neuartigen Steuerungssystem, die so genannte Fast Lane, befindet sich laut Angaben auf der israelischen Autobahn zwischen Jerusalem und Tel Aviv.

Viele Ballungsräume haben zu Stoßzeiten Probleme mit Staus und stockendem Verkehr, weiß das Unternehmen. Um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Menschen zu Fahrgemeinschaften und der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen, würden oft gebührenpflichtige Sonderfahrspuren eingerichtet. Die größte Herausforderung sei es dort, die Gebühren so festzulegen, dass die Spur ausreichend ausgelastet sei und gleichzeitig Staus vermieden würden. Siemens Mobility hat dafür ein Verkehrssteuerungssystem entwickelt, das eine gleichmäßige Reisegeschwindigkeit unter optimaler Auslastung ermöglicht, erläutert der Konzern. Dazu würden Induktionsschleifen in der Fahrbahn die Geschwindigkeit und Anzahl der Fahrzeuge auf den freien Fahrspuren und der Fast Lane erfassen. Kernstück des Systems sei ein komplexer Algorithmus, der aus den Messwerten die Gebühren minutengenau berechne. Dies führe letztlich zu einer gleichmäßigen Verkehrsdichte auf der Sonderspur: Bei geringem Verkehr sinke die Gebühr; damit steige die Bereitschaft der Autofahrer, die Spur zu benutzen. Bei großer Verkehrsdichte werde es teurer, und der Preis halte manchen Autofahrer ab. So kommt es nicht zum Stau, erläutert das Unternehmen. Die aktuelle Gebühr werde auf Wechselverkehrszeichen vor der Fast Lane angezeigt. Für die Abrechnung erfasse ein Videosystem an der Einfahrt das Nummernschild. Habe sich der Fahrer vorher registriert, werde die Gebühr von seinem Konto abgezogen. Ansonsten bekomme er später eine Rechnung zugeschickt. Busse und voll besetzte Fahrzeuge fahren umsonst, erklärt der Konzern. Die zwölf Kilometer lange Fast Lane soll eine Fahrzeit von etwa zwölf Minuten ermöglichen - im Vergleich zu 30 bis 60 Minuten zu Stoßzeiten.

Einen Markt für das neue Verkehrssteuerungssystem sieht Siemens zukünftig in den USA, wo schon viele Fast Lanes mit bisher wenig flexibler Gebührenberechnung existieren.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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