02.09.2011

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Steuerungsmethoden für fahrerlose Transportsysteme

Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) sollen künftig selbstständiger werden. Wissenschaftler des IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover und des Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstituts für Informatik (Offis) planen, die Steuerung fahrerloser Transportfahrzeuge (FTF) zu dezentralisieren. Ein entsprechendes Forschungsprojekt ist kürzlich angelaufen.

Gemeinsam mit dem Offis möchten die Wissenschaftler des IPH fahrerlose Transportfahrzeuge intelligenter und selbstständiger machen. Zukünftig sollen die Fahrzeuge nicht mehr zentral gesteuert werden, sondern jedes FTF über eine eigene Steuerung verfügen. Die mit Sensoren ausgestatteten Fahrzeuge sollen dann selbst über ihre Routen entscheiden und beispielsweise die kürzeste oder schnellste Strecke wählen. Zudem sollen sie weniger hilflos sein, wenn ein Hindernis den Weg versperrt, und Konfliktsituationen selbstständig lösen können. Auch bei der eigentlichen Arbeit sollen die FTF an Autonomie gewinnen. An Auftragsstationen sollen sie selbst beziehungsweise mit anderen FTF entscheiden, wer den nächsten Auftrag übernehme. Die Bearbeitung der Aufträge können dadurch zukünftig effizienter werden.

Dezentrale Steuerungssysteme gibt es bereits in der Intralogistik, zum Beispiel gitterförmige Wegenetze. Die FTF orientieren sich daran und können an Kreuzungspunkten selbst entscheiden, wo sie abbiegen. Bislang gibt es jedoch nur Teillösungen zur Orientierung und zur Auftragsvergabe. Miteinander kommunizieren können die Fahrzeuge noch nicht. In ihrem Forschungsprojekt möchten das IPH und OFFIS die verschiedenen Fähigkeiten nun in ein Gesamtkonzept vereinen. Entwickelt werden sollen Steuerungsmethoden für fahrerlose Transportsysteme (FTS), die situative Entscheidungen ohne zentrale Kontrollinstanz ermöglichen. Dadurch sollen die Fahrzeuge beispielsweise eigenständig auf den Status von Aufträgen oder die Verkehrssituation im Streckennetz reagieren können. Eine dezentrale, agentenbasierte Steuerung solle zudem die Wirtschaftlichkeit von FTS unter Störeinflüssen und wechselnden Systemkonfigurationen steigern. Agenten sind Computerprogramme, die anhand von hinterlegten Regeln in jeder Situation selbstständig Entscheidungen treffen können. Hierzu zählen beispielsweide die Auswahl der Routen oder Aufträge.

Die Wissenschaftler wollen in ihrem Forschungsprojekt zunächst die Anforderungen untersuchen, die fahrerlose Transportfahrzeuge erfüllen müssen. Da wäre zum Beispiel das Planen der Routen oder das Entscheiden über Aufträge. Damit die Fahrzeuge später in der Lage sind, auf verschiedene Situationen zu reagieren, sollen Regeln aufgestellt werden, die das Verhalten der Fahrzeuge in verschiedenen Situationen bestimmen. Diese Agentensteuerung werde abschließend simuliert.

Das Forschungsprojekt "Dezentrale, agentenbasierte Selbststeuerung von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) " läuft vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2013. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

(Bild: Enrico De Vita - Fotolia.com)
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Autor(en): Katrin Pudenz
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