Mit der vierten Generation des Rio verfolgt der südkoreanische Autohersteller die mit den Modellen Soul, Venga und Picanto eingeleitete einheitliche Designlinie weiter. In den Dimensionen gewachsen und mit Ausstattungsmerkmalen höherer Fahrzeugklassen zielt der Hersteller mit dem Kleinwagen, der in der neuen Auflage am 9. September 2011 in die Verkaufsräume der deutschen Kia-Händler rollt, auf den Premium-Markt. Eine Sparversion erreicht einen CO2-Ausstoß von 85 g/km und ist damit besser als der VW Polo Bluemotion, der mit 87 g/km bislang den besten CO2-Ausstoßwert für sich verbuchen konnte.
5000 Rio. So viele will Martin van Vugt, Geschäftsführer bei Kia Motors Deutschland, noch in diesem Jahr absetzen. Dieses Ziel unterstützen soll ein Einführungsangebot, das bis zum 31. Dezember gilt. Bis dahin ist der Rio in der gehobenen Ausführung "Edition 7" zu reduzierten Preisen erhältlich. Vor diesem Hintergrund, und da der Markt für Kleinwagen (B-Segment) Analystenprognosen zufolge zwischen 2012 und 2014 weltweit von 9,2 Millionen Einheiten auf 14 Millionen Fahrzeuge anwachsen soll, scheint das Ziel realistisch.
Schon heute ist die Marke im B-Segment durch das Crossover-Modell Soul und das Kompakt-Multi-Purpose-Vehicle (MPV) Venga vertreten. Durch den neuen Rio in seinen beiden Karosserievarianten wird sich das Angebot des Herstellers in dieser Klasse noch einmal erweitern. Denn den neuen Rio wird es neben der fünftürigen Version ab dem ersten Quartal 2012 erstmals auch in einer dreitürigen Variante geben, die speziell für den europäischen Markt konzipiert wurde. Beide Varianten produziert Kia im Werk Sohari in Südkorea.
Zum Verkaufsstart bedient sich der kompakte Wagen aus dem Motorenbaukasten des Hyundai-Konzerns. Zwei Dieselmotoren der U2-Reihe mit 55 und 66 Kilowatt sowie zwei Ottomotoren der Kappa- und Gamma-Linien mit bis zu 80 Kilowatt treiben den Rio an. Besonders beachtenswert ist der kleine 1,1-l-Dreizylinder-Turbodieselmotor (CRDi) mit serienmäßigem Start-Stopp-System. In der Basisversion "Attract" sorgt neben weiteren Maßnahmen eine längere Getriebeübersetzung für einen CO2-Ausstoß von 85 g/km und einem Verbrauch von 3,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Damit stößt der Koreaner den aktuellen Klassenprimus Polo Bluemotion (87 g/km) vom Umwelt-Thron der konventionell angetriebenen Fahrzeuge. Die gehobenen Ausstattungslinien "Edition 7" und "Spirit" verzichten auf die längere Achsübersetzung und kommen so mit ihrem höheren Gewicht auf einen kombinierten Verbrauch von 3,8 Liter auf 100 Kilometer (CO2-Emission: 99 g/km).
Der größere 1,4-l-Diesel-Vierzylinder mit Wastegate-Turbolader (WGT) liefert zwischen 1750 1/min und 2750 1/min Drehzahl ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmeter. Er beschleunigt den Kompaktwagen in 14,2 Sekunden auf 100 km/h und auf eine Spitzengeschwindigkeit von 172 km/h. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 4,3 Liter pro 100 Kilometer (CO2-Emission: 113 g/km).
Bei den Benzinern können Rio-Käufer zwischen dem 1,2-l-Kappa-Motor (siehe auch MTZ 7-8-2011) und dem 1,4-l-Gamma-Triebwerk wählen. Beide Motoren arbeiten in der aktuellen Entwicklungsstufe mit variabler Einlass- und Auslassventilsteuerung (Dual CVVT) und reibungsarmen Ventilfedern in Bienenkorb-Form. Mit 80 Kilowatt Leistung und 137 Newtonmeter Drehmoment ist der 1,4-l-Motor die schnellste Variante des neuen Modells. Wie die beiden Diesel kommt er serienmäßig mit einem Sechsganggetriebe in den Verkauf und lässt sich optional mit einer Viergangautomatik kombinieren. Er absolviert den Sprint von Null auf 100 km/h in 11,5 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit 183 km/h. Die Schaltversion mit Start-Stopp-System (Serie ab Version Spirit) verbraucht kombiniert 5,3 Liter pro 100 Kilometer (CO2-Emission: 124 g/km).
Der Rio 1.2 (CO2-Emission: 119 g/km) leistet 63 Kilowatt, mobilisiert ein Drehmoment von 121 Newtonmeter und kommt ausschließlich mit einem Fünfganggetriebe zu den Händlern. Preislich unterbietet der Rio mit 1,2-l-Benziner in der dreitürigen Variante die 10.000-Euro-Marke knapp. Ein Blick in die Preisliste verrät jedoch, dass sich dieser Rio-Einstiegspreis auch verdoppeln lässt.
Kia bietet die drei Ausführungen Attract, Edition 7 und Spirit an. Bereits ab der Basisversion Attract ist die Sicherheitsausstattung mit elektronischer Stabilitätskontrolle (ESP), sechs Airbags und Gurtstraffern komplett. Grundlegende Komfortansprüche bedienen beispielsweise ein Audiosystem, Zentralverriegelung und die Servolenkung. Die Edition 7 bietet darüber hinaus eine Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung und elektrische Fensterheber vorn. Äußerlich ist diese Variante an 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und lackierten Außenspiegeln zu erkennen.
In der Topversion Spirit verwöhnen unter anderem eine Klimaautomatik samt klimatisiertem Handschuhfach und ein beheizbares Lederlenkrad Fahrer und Insassen. Optisch grenzt sich der Spirit mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Tagfahrlicht und -Rückleuchten sowie Nebelscheinwerfern ab. Unter dem Blech ist das Start-Stopp-System ISG (für 1.2 und 1.4 mit Schaltgetriebe) serienmäßig an Bord; und der Wagen ist mit allerlei Sensoren für Dämmerung, Regen und für das Parken ausstaffiert.
Deutschland-Geschäftsführer van Vugt betont: "Design ist bei Kia die Substanz der Marke. Wir verkaufen in Emotion gewandete Mobilität". Diesem Motto folgend befreit sich der auf 4,05 Meter Länge (plus 55 Millimeter) gewachsene Rio äußerlich vom biederen Muff der Vorgängerversionen und reiht sich mit seiner charakteristischen Optik in die aktuelle Kia-Modellpalette modern ein. Seinen Insassen bietet er zudem mit 2,57 Meter Radstand (plus 70 Millimeter) mehr Platz als der Vorgänger. Das Außendesign wurde beim 2011 erstmals ausgeschriebenen Automotive Brand Contest des Rates für Formgebung mit dem "Designpreis Deutschland" bedacht. Die offizielle Vorstellung der Gewinner wird am 13. September 2011 im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main stattfinden. Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
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