08.09.2011

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Skalierbare Plattform-Architektur und Konzentration auf Vierzylindermotoren

Der schwedische Automobilhersteller Volvo will zukünftig auf eigenständige Lösungen für die Entwicklung neuer Modelle setzten: Und zwar mit der Entwicklung einer skalierbaren Plattform-Architektur und mit der Konzentration auf Vierzylindermotoren, wie das Unternehmen bekannt gibt. Mithilfe der Plattform-Architektur, die die Produktion verschiedener Modelle des Herstellers innerhalb einer Fertigungsstraße ermögliche, soll einer Gewichtsersparnis von bis zu 200 Kilogramm erreicht werden. Eine neue Generation von Vierzylinder-Triebwerken, die als Otto- und auch als Dieselmotoren zum Einsatz kommen könne, soll eine 35 Prozent besserer Effizienz erreichen.

Der überwiegende Teil zukünftiger Volvo-Modelle soll zukünftig auf einer einheitlichen Karosseriestruktur aufgebaut sein. Darüber hinaus ermögliche die neue Plattform-Architektur SPA (Scalable Platform Architecture) zudem Synergien bei der Fertigung der Sitze, der Elektrik und beim Antriebssystem. Mithilfe zahlreicher Schnittstellen, gleicher Komponenten und skalierbarer Karosseriemodule sollen sich in Zukunft in weit höherem Umfang flexible Produktionsprozesse und damit auch eine effiziente Fahrzeugproduktion realisieren lassen. Das erste Fahrzeug auf der neuen Plattfor, soll laut Unternehmensangaben im Jahr 2014 vorgestellt werden.

"Mit dem SPA-System startet Volvo in eine neue technische Zukunft. Wenn in wenigen Jahren das erste SPA-Modell vom Band läuft, werden darin rund 90 Prozent aller verbauten Teile neu entwickelt sein. Darüber hinaus erreichen wir ein neues Niveau in punkto Qualität und Verarbeitung", erklärt Peter Mertens (Bild), Senior Vice President Forschung und Entwicklung bei Volvo.

Die gemeinsame Plattform-Architektur soll neben dem Zugewinn an Produktivität und Effektivität zudem für zusätzliche signifikante produktbezogene Vorteile in folgenden Bereichen sorgen: Gewicht, Elektronik, Fahrdynamik und Fahrzeug-Proportionen. So sollen zukünftige Modelle des Herstellers in punkto Gewicht aufgrund der SPA bis zu 200 Kilogramm leichter sein, als aktuelle Fahrzeuge des Unternehmens mit vergleichbaren Fahrzeugabmessungen. Die neue Plattform-Architektur ermögliche Gewichtseinsparungen beispielsweise beim Einbau des Start-Stopp-System bis hin zum vollständigen Elektroantrieb, ohne dabei zusätzlichen Platz im Innen- beziehungsweise im Kofferraum beanspruchen zu müssen.

Die neue Motorengeneration VEA (Volvo Environmental Architecture), die sich derzeit in der Entwicklung befindet, wiederum soll ausschließlich aus leistungsstarken Vierzylinder-Triebwerken bestehen, die variabel einsetzbar sein werden. Selbst neue Antriebssysteme, wie beispielsweise der Elektroantrieb, sollen damit, bei entsprechender Konfiguration, adaptiert und genutzt werden können.

"Es ist an der Zeit, damit aufzuhören, Zylinder zu zählen. Bei der Entwicklung unserer neuen Motorengeneration stand deshalb die Reduzierung der Emissionen und die Senkung des Kraftstoffverbrauchs im Vordergrund, ohne dabei die Agilität und den Fahrspaß außer Acht zu lassen. So ist es uns gelungen, die neuen Vierzylinder-Triebwerke leistungsstärker zu machen, als es die heutigen Sechszylinder-Motoren sind, und gleichzeitig sogar den Verbrauch soweit zu drosseln, dass er noch unter dem Wert der aktuellen Vierzylinder liegt", erklärt Peter Mertens weiter.

Die zukünftige Vierzylinder-Generation VEA umfasse Otto- und Dieselmotoren: Zu den Standardkomponenten gehören Benzin-Direkteinspritzung beziehungsweise Speichereinspritzung (Common-Rail) bei den Selbstzündern. Außerdem verfügen die Aggregate über Turboaufladung, die in verschiedenen Ausführungen bereit steht. Zudem soll sich die Leistung der neuen VEA-Motoren via Hybridantrieb oder durch andere Technologien zusätzlich erhöhen lassen. Der modulare Aufbau der Antriebseinheiten basiere auf einer standardisierten Brennraumgröße von 500 Kubikzentimetern je Zylinder, mit der die Voraussetzungen für optimale thermodynamische Eigenschaften erfüllt werde. Mit dieser Entwicklungsstrategie ließe sich beispielsweise auch eine neue Generation von Dreizylindermotoren entwickeln.

Zudem sei es gelungen, bei den VEA-Motoren die Anzahl der Einzelteile um 60 Prozent zu reduzieren. Dies gewährleiste hohe Fertigungsqualität, steigere die Produktivität und senke die Kosten. Darüber hinaus sorge die schlanke Herstellungslinie für effiziente Produktionsprozesse, mit denen sich auch zukünftige Entwicklungen und Projekte effektiv gestalten lassen sollen. Des Weiteren sei ein Vorteil des neuen Antriebes, dass er um bis zu 90 Kilogramm leichter sei als die bisherigen, die Kraftstoffeffizienz habe um bis zu 35 Prozent verbessert werden können. Die Modularität und die kompakte Bauweise der quer eingesetzten Motoren ermögliche auch die unkomplizierte Adaption zukünftiger Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität. Und die neuen Volvo Motoren würden weltweit alle gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsstandards bis einschließlich 2017 erfüllen.

Parallel zur neuen Motoren-Generation will Volvo auch ein neues Achtgang-Automatikgetriebe einführen.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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