13.09.2011

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Studie Ford Evos Concept: Fahren mit der Cloud

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Die nahtlose Vernetzung zwischen Fahrzeug und der persönlichen Datenwolke des Fahrers soll nach Ansicht von Ford in Zukunft die nächsten großen Technologiesprünge ermöglichen. Mit der Studie Evos Concept will der US-amerikanische Automobilhersteller einen visionären Blick auf fortschrittliche Technologien der Zukunft werfen und zeigen, wie umfangreich neue Entwicklungen das Fahrerlebnis für jeden einzelnen Autofahrer künftig verbessern können. Das Konzeptfahrzeug mit Plug-in-Hybridantrieb feiert im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2011 in Frankfurt seine Publikumsweltpremiere.

Die nahtlose Vernetzung zwischen dem Fahrzeug und der Cloud - der Datenwolke - des Fahrers erlaubt es, den Wagen der Zukunft bis ins Detail auf die Wünsche und Anforderungen des jeweiligen Fahrers maßzuschneidern - von den Bedienelementen über Fahr- und Komforteigenschaften oder der Abstimmung des Hybrid-Antriebs bis hin zur Berücksichtigung von Gesundheitsaspekten, beispielsweise bei Allergikern, erklärt der Hersteller. Zugleich soll die als Schrägheck-Limousine konzipierte Studie als Wegbereiter für die neue Design-Philosophie des Unternehmen dienen und aus gestalterischer Sicht die Vorlage für neue Modelle auf Basis der globalen Produktstrategie "One Ford" liefern. Die technologische Erlebniswelt der IAA-Studie soll eine neue Generation hochmoderner Bedien- und Informationssysteme, wie sie in den Labors der Forschungs- und Entwicklungszentren von Ford derzeit der Serienreife entgegengehen, umfassen. Die nahtlose Verbindung zwischen dem Fahrzeug und der individuellen Datenwolke des Fahrers ist dabei eine der Lösungen, die im Mittelpunkt der Betrachtung stehen und neue Möglichkeiten eröffnen. So soll der Wagen beispielsweise mithilfe von der Cloud bezogenen Informationen ganz automatisch die gleiche Vernetzung mit elektronischen Medien aufbauen können, die der Fahrer auch zu Hause oder im Büro nutzt: Das Auto erkennt seinen Nutzer und passt sich dessen Vorlieben an - vom Fahrwerkshandling und dem Ansprechverhalten der Lenkung bis hin zur Leistungscharakteristik des Motors. Das Ergebnis sei ein individuelles Fahrvergnügen, das den Wünschen und Vorlieben bis ins Detail entspreche. Dabei rückten die Entwickler von Ford vier Aspekte besonders in den Mittelpunkt: die Personalisierung der Bedienung, die nahtlose Optimierung der Fahrerlebnisses, das Wohlbefinden des Fahrers an Bord und den optimierten Einsatz intelligent geregelter elektrischer Antriebsoptionen.

Bereits heute bieten die Automobile des Unternehmens Personalisierungsmöglichkeiten. Durch die Vernetzung mit der Datenwolke soll diese Individualisierung jedoch ein neues Niveau erreichen: Das Konzeptfahrzeug erhält einen tieferen Einblick in die Gewohnheiten und Anforderungen seines Nutzers. Diesen kann er um zusätzliche Informationen ergänzen - etwa den beruflichen und privaten Terminkalender in Verbindung mit aktuellen Verkehrs- und Witterungsbedingungen. Ausgehend von diesen Zusatzinformationen generiert die Studie ein Umfeld, das einen nahtlosen Übergang zwischen den Lebensbereichen in- und außerhalb des Fahrzeugs garantiert. Die Anwendungsmöglichkeiten lassen Raum für Phantasie, wie es heißt: Sei es das zu Hause genossene Musik- oder Nachrichtenprogramm, das beim Einsteigen automatisch übernommen wird, oder auch die Innenraumklimatisierung, die sich rechtzeitig dem Temperaturniveau im Haus anpasst. Den Zeitpunkt der Abfahrt kennt die Studie durch den Abgleich mit dem Terminkalender. Zugleich steuert das Fahrzeug via drahtloser Kommunikation andere Geräte - vom elektrisch bedienten Garagentor bis hin zur Beleuchtung im Haus, die sich ausschaltet und Energie spart, sobald sich der Nutzer auf den Weg macht.

Mit dem Evos Concept erforscht der Automobilhersteller zudem die Möglichkeiten, die adaptive Technologien in der Zukunft weiterhin bieten. Nach heutigem Stand der Entwicklung müsse die Fahrwerksabstimmung eines Automobils immer den Vorstellungen und Wünschen einer breiten Menge von Kunden entsprechen sowie einer Vielzahl unterschiedlichster Straßen- und Verkehrsbedingungen gerecht werden. Die IAA-Studie soll in dieser Hinsicht neue Wege beschreiten, indem sie ihr Fahr- und Komfortverhalten individuell der aktuellen Situation und den Vorlieben des Menschen am Steuer anpasst. Dabei gleicht das Fahrzeug seinen Kenntnisstand über die Gewohnheiten und das Leistungsvermögen des Fahrers mit Cloud-Informationen zum Beispiel über die Straßenqualität und Witterungsverhältnisse ab, um die Einstellungen der Kraftübertragung, der Lenkung, der Federung und des Bremssystems entsprechend abzustimmen. Das Ergebnis soll ein Höchstmaß an Fahrkomfort, Fahrvergnügen und Sicherheit sein.

Aufgrund der nahtlosen Verbindung zur persönlichen Datenwolke kann das Konzeptfahrzeug zudem die physische Verfassung und Belastung des Fahrers erkennen und beispielsweise das individuelle Fahrerlebnis entsprechend gestalten. Menschen mit einer Anfälligkeit für Allergien schützt die Studie mit nochmals verbesserten Luftgüte-Sensoren und besonders effizienten Filtersystemen. In Verbindung mit der Datenwolke kann die Studie aktuelle Informationen zum Beispiel zum Pollenflug in einzelnen Regionen abrufen und für die Zielführung proaktiv eine Route mit geringerer Umweltbelastung auswählen.

Steht situativ die Fahrdynamik im Vordergrund, reduziert die Studie die Fülle der von der Instrumententafel angezeigten Informationen auf das notwendige Mindestmaß, um die Konzentration nicht zu stören. Zeitgleich kann das eingebundene Smartphone in einen Bitte-nicht-stören-Status wechseln, um unerwünschte Ablenkungen zu vermeiden.

In punkto Elektroantrieb setzt das Konzeptfahrzeug auf Plug-in-Hybrid-Technologie (PHEV) in Verbindung mit Lithium-Ionen-Batterien. Sie repräsentiert den aktuellen Stand der Entwicklung und ist auch für den neuen Ford C-Max Energi vorgesehen, der im kommenden Jahr in Nordamerika vorgestellt werden und 2013 auf dem europäischen Markt debütieren soll. Charakteristisch für diese Antriebseinheit ist die Powersplit-Hybrid-Architektur. Sie erlaubt Kombinationsfreiheit zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor. Dabei genießt der Betrieb im elektrischen Antriebsmodus Priorität, bevor die Hybrid-Technologie hinzu geschaltet wird, um den Füllungsgrad des Akkus zu sichern und die Reichweite zu verlängern. Auch hier soll die Verknüpfung mit der Datenwolke wieder Verbesserungsmöglichkeiten bieten, die sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und die Energieeffizienz des Fahrzeugs auswirken. Im Vordergrund stehe dabei der je nach Fahrtstrecke und Verkehrssituation optimierte Einsatz des Elektro- und Verbrennungsmotors. Anhand der Informationen aus der Cloud kann der Antrieb die ideale Verteilung der verschiedenen Antriebsmodi errechnen und dabei auch typische Verhaltensmuster des Fahrers, Staumeldungen, aktuelle Wetterlagen oder auch Emissionsschutzzonen berücksichtigen. Dies würde den Aktionsradius des Plug-in-Hybrid-Antriebs, der laut Hersteller gut 800 Kilometer weit reicht, nochmals erweitern.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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