16.09.2011

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IAA 2011: Die S-Klasse im Jahr 2025

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Wie die S-Klasse in 15 Jahren aussehen könnte, zeigt Daimler derzeit mit der Studie "F 125!". Das Forschungsfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb demonstriert einige Technologien, die in 15 Jahren serienreif sein könnten. So kommt als Wasserstoffstofftank kein Druckgasspeicher zum Einsatz, sondern eine poröse metall-organische Gerüstverbindung, die je Gramm eine Oberfläche von bis zu 10.000 Quadratmeter aufweist. Die Bindung des Wasserstoffs an die Oberfläche erfolgt bei einem Druck von etwa 30 bar physikalisch, also durch Van-der-Waals-Kräfte. Zu sehen ist das Forschungsfahrzeug auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), die gestern in Frankfurt am Main eröffnet wurde.

"Die Chance für die Fahrzeugarchitektur besteht darin, dass man die Antriebskomponenten auf minimalem Bauraum unterbringt", erläutert Claus Ehlers, in der Daimler-Forschung für das Thema Fahrzeugkonzepte verantwortlich. Tatsächlich sind Festigkeit und Formgebungsfreiheit bei dem kristallinen Material so hoch, dass es anstelle des Unterbodens zum Einsatz kommt und somit der Speicher keinen eigenen Bauraum benötigt. Im F 125 können so auf diese Weise 7,5 Kilogramm Wasserstoff gespeichert werden. "Damit kommen wir auf 900 Kilometer Reichweite", so Ehlers.

Die Brennstoffzelle selbst ist im "Motorraum" vorn angeordnet. Der eigentliche Antrieb besteht aus vier Elektromotoren, die - wie bei der Elektroversion des SLS - in Radnähe auf den Achsen sitzen und eine radindividuelle Drehmomentverteilung ermöglichen. Hinter der Rücksitzbank ist zusätzlich eine Lithium-Schwefel-Batterie verbaut, die auf eine Speicherdichte von bis zu 350 Wattstunden je Kilogramm kommt. Ehlers ist zuversichtlich, was die Zukunft dieser Batterie betrifft: "Wir sind davon überzeugt, dass diese Technik demnächst den Weg aus der Forschung geht." Auf Zellebene sei fast die dreifache Energiedichte heutiger Lithium-Ionen-Akkus zu realisieren.

Auffälligstes Merkmal der Karosserie sind große Flügeltüren aus Carbonfasern. Auf eine B-Säule wird verzichtet, so dass ein sehr bequemer Einstieg möglich wird. Die Rohkarosserie wiegt durch den Einsatz verschiedener Leichtbaumaterialien, darunter auch hochfeste Stähle, rund 250 Kilogramm, das sind rund 30 Prozent weniger als in einer heutigen Limousine - bei einer Sicherheit auf dem heutigen Niveau der S-Klasse.

Auch beim Anzeige- und Bedienkonzept geht Daimler mit dem F 125 neue Wege. So kommt ein Kombiinstrument mit dreidimensionaler Anzeige zum Einsatz. Damit der Fahrer keine Brille für die Wahrnehmung des Effekts benötigt, wird der Augenabstand per Stereokamera fortlaufend überwacht. Im Cockpit der Studie finden sich nur sehr wenige Schalter, da ein Großteil der Funktionen über Sprache abgerufen werden kann. "Außerdem ist das Fahrzeug komplett online", erklärt Ehlers. Die Wunschmusik kann zuhause vom Rechner aus aufgespielt werden. Die Infotainmentfunktionen können vom Insassen - in der S-Klasse meist hinten rechts sitzend - dann per Gestik gesteuert werden.

Die Automatisierung des Fahrens schreitet voran. Abstandsregelung und Spurhaltesystem sind selbstverständlich an Bord. Ergänzt werden sie durch einen Spurwechselassistenten, der den rückwärtigen Verkehr durch Radarsensoren und Stereokamera überwacht. Betätigt der Fahrer den Blinker, dann führt das System den Spurwechsel vollautomatisch aus, sobald der Verkehr es zulässt.
Manches wird aber bei der S-Klasse 2025 nicht anders sein als heute. Nachdem Daimler-Forschungsfahrzeuge in der Vergangenheit teilweise per Joystick zu steuern waren, hat der F 125 wieder ein Lenkrad.
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Autor(en): Johannes Winterhagen
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