23.09.2011

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Den Einfluss von Veränderungen an der Software einschätzen können

Passauer, Magdeburger und Marburger Wissenschaftler entwickeln in einem Forschungsverbund Modelle und Algorithmen. Diese sollen dabei helfen vorherzusagen, ob und wie eine Erweiterung oder Veränderung der Software deren Geschwindigkeit, Rechenbedarf und Sicherheit beeinflusst.

Firmen arbeiten "zur Abwicklung ihrer Kunden-, Produktions-, Vertriebs- und Personalverwaltung meist mit standardisierten Softwarekomponenten, die sie dann individuell kombinieren und erweitern", erklärt Dr. Sven Apel, Leiter der Forschergruppe für Softwareproduktlinien an der Universität Passau. In Kooperation mit Norbert Siegmund (Universität Magdeburg) und einer Reihe weiterer Wissenschaftler arbeitet er an Modellen und Algorithmen, mit denen die Wirtschaft vorab berechnen kann, welchen Effekt die Kombinationen und Anpassungen solcher Komponenten haben. "Ein Autohersteller will natürlich wissen, wie viel Speicher die Steuerungssoftware im Automobil benötigt, denn abhängig davon verbaut er entsprechend die kleinsten und kostengünstigsten Chips". Das Problem bestehe in der enorm gewachsenen Konfigurationsvielfalt von Automobilen und der dazugehörigen Software. "Ein Auto kann man heute in zahlreichen Varianten mit unterschiedlichen Funktionen und Extras kaufen. Die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten ist riesig. Es ist ein enormer Aufwand, die Software am realen Objekt zu testen, um herauszufinden, ob der Speicher und die Rechenleistung der Computerbauteile in jedem Fall ausreicht." Die Arbeiten von Siegmund und Apel sollen der Industrie ermöglichen, schon im Vorfeld schneller und präziser abzuschätzen, welche Effekte gewünschte Anpassungen und Veränderungen ihrer Software haben.

Die beiden Wissenschaftler werden in Zukunft ihre Algorithmen verfeinern und auf weitere praktische Szenarien wie zum Beispiel die Vorhersage von Energieverbrauch und die Optimierung von Energieeffizienz anwenden. Grundlage für die Forschung von Apel ist das Emmy-Noether-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das mit 1,3 Millionen Euro dotierte Forschungsstipendium ermöglicht es Apel, so berichtet die Hochschule, für bis zu fünf Jahre eine unabhängige Forschergruppe mit zwei Mitarbeitern an der Universität Passau zu führen.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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