27.09.2011

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Reinigung von Triebwerken: Neues Verfahren soll Kraftstoff sparen

Ein neuartiges Reinigungsverfahren für Flugzeugtriebwerke entwickelt derzeit ein Team um Professor Dr. Gerald Ruß (Bild) vom Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik der Hochschule Darmstadt (h_da) gemeinsam mit Lufthansa Technik. Mithilfe des Verfahrens sollen sich Kraftstoff einsparen und die Leistung des Triebwerks erhalten lassen. Es kommt dabei CO2-Trockeneis zum Einsatz und nicht, wie üblich, Wasser, erläutert die Hochschule.

Mit der Inbetriebnahme des Prüfstands auf dem Areal des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik der h_da können die Forschungsarbeiten beginnen, wie es aus Darmstadt heißt. In den vergangenen Monaten wurde eine Triebwerkshalle errichtet, die eine sichere Durchführung der Tests gewährleisten und Messtechnik sowie Testtriebwerk schützen soll. Die Tests werden an einem Triebwerkstyp durchgeführt, der unter anderem an der Boeing 747 zum Einsatz kommt. Das Triebwerk ist in einem Prüfstand in der Halle montiert und wiegt etwa vier Tonnen. Das Fan genannte Gebläse am Triebwerkseintritt hat einen Durchmesser von 2,4 Meter. Für den auf den Fan folgenden Bereich des Verdichters gelte es, das Reinigungsverfahren zu entwickeln.

Bei den anlaufenden Versuchsreihen soll erstmals CO2-Trockeneis direkt mit einer Strahldüse und Druckluft in den inneren Bereich des Verdichters geschossen werden. Eine Öffnung der Triebwerksverkleidung oder die Demontage von Versorgungsleitungen am Triebwerk soll dafür nicht notwendig sein. Da die Reinigung ohne aufwändige Demontagearbeiten durchgeführt werden könne, ermögliche der wirtschaftliche Reinigungsprozess die regelmäßige Wäsche der Flugzeugmotoren. Dies wiederum führe zu einer kontinuierlichen Verringerung des Kraftstoffverbrauchs. Zudem soll die Wäsche auch in den Wintermonaten durchgeführt werden können, da die Reinigung rückstandsfrei erfolge. Ein Verbleib von Wasserrückständen im Triebwerk, welche bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vereisen könnten, soll auf diese Weise vermieden werden. "Wir rechnen mit einer Kraftstoffeinsparung von bis zu ein Prozent, was bei einer weiterhin steigenden Zahl der Flugaufkommen zu einer deutlichen Absenkung des Flottenverbrauchs führt", erläutert Gerald Ruß. Mitte 2012 sollen erste konkrete Testergebnisse vorliegen.

Unterstützt wird das Gemeinschaftsprojekt bei einem Gesamtbudget von 960.000 Euro für die Lufthansa Technik und die h_da mit einer Förderquote von 50 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Dritter Projektpartner ist der Druckluftspezialist Pneumo. Das mittelständische Unternehmen aus Frankfurt erhält ebenfalls eine Förderung durch das Bundesministerium.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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