28.09.2011

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Sicherheitssysteme vereinfachen und breiter einsetzbar machen

Das Institut Forwiss der Universität Passau forscht an der nächsten Generation von Sicherheitssystemen für intelligente Fahrzeuge. Demonstrationsfahrzeuge sollen erste Softwaremodule des Projekts Interactive, an dem die Universität gemeinsam mit Autoherstellern und Zulieferern arbeitet und das von der Europäischen Union (EU) gefördert wird, im Herbst testen.

"Wir wollen einen für alle Teilnehmer sichereren Verkehr - das heißt weniger verletzte Fußgänger und Radfahrer, weniger Auffahrunfälle und Vorrichtungen gegen Sekundenschlaf": an diesem Ziel arbeitet Dr. Erich Fuchs, Geschäftsführer des Instituts Forwiss, gemeinsam mit Autoherstellern wie Daimler, BMW, Ford und Volvo, Zulieferern wie Continental und weiteren Forschungseinrichtungen Projekt Interactive. Die Beteiligten wollen unter der Projektleitung von Ford Europa Sicherheitstechnik vereinfachen, vereinheitlichen und breiter einsetzbar machen. Wenn die 29 Projektpartner ihre Arbeit an dem Projekt im Jahr 2013 abschließen, wollen sie die Voraussetzung geschaffen haben, dass Systeme wie Spurwechsel- und Bremsassistenten oder Abstandsregler nicht nur in Luxusautos verbaut werden, sondern ihren Weg auch in Kleinwagen, Kombis und Mittelklasse-Firmenwagen finden. Der Fahrer soll in Zukunft durch weitere elektronische Assistenten unterstützt und dadurch die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden. Forwiss erhält in diesem Projekt für die Softwareentwicklung eine Fördersumme von zirka 500.000 Euro aus dem 7. Rahmenprogramm der EU.

Das Projekt will die einzelnen Funktionen miteinander vernetzen. "Bisher funktioniert jede einzelne Anwendung abgeschlossen für sich. Ein Sensor beobachtet allein für einen bestimmten Zweck die Umgebung, ein extra Chip verarbeitet getrennt von anderen Funktionen dessen Daten. Wir wollen, dass zum Beispiel die Kamera des Spurwechselassistenten, der GPS-Empfänger des Routenplaners und das Radar der Abstandsregulierung ihre Daten auf einer gemeinsamen Plattform fusionieren, die dann die Ergebnisse allen Anwendungen zur Verfügung stellt", erklärt Eva Lang, Mitarbeiterin im Projekt. Durch die Kombination von Informationen aus verschiedenen Sensoren soll die Elektronik dem Fahrer ein genaueres und zuverlässigeres Bild der Umgebung, ihrer Risiken bieten und bessere Handlungsempfehlungen geben können. Das Fahrzeug erkenne noch sicherer und robuster, wenn der Fahrer die reguläre Spur verlasse oder ein Hindernis auftauche und verhindere Unfälle durch aktive Bremsunterstützung.

Durch eine gemeinsame Plattform müsste auch nicht jede Anwendung über eigene Sensoren verfügen, wie die Universität erklärt, die Zahl der Bauteile könnte sinken. "Allein in einem 7er BMW arbeiten momentan je nach Ausstattung bis zu 70 Prozessoren", erläutert Projektmitarbeiter Sebastian Pangerl. Verlagere man die Komplexität der Sicherheitstechnik von der Hard- auf die Software, könnten eventuell einige Prozessoren eingespart werde. Die von dem Institut programmierten Schnittstellen sollen es im Rahmen von Interactive auch ermöglichen, dass die zentrale Plattform mit den gängigen Sensoren unterschiedlicher Hersteller kompatibel sei. Auch das mache den Einsatz von Sicherheitstechnik günstiger und für kleinere Automodelle attraktiver. Die erste Version der von Forwiss entwickelten Software soll noch in diesem Jahr in Demonstrationsfahrzeugen aufgespielt und getestet werden.

(Bild: Volvo)
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Autor(en): Katrin Pudenz
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