04.10.2011

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Dynamischer und effizienter bremsen durch Integration

Leichter, schneller, flexibler - so lassen sich die Vorteile der neuen elektrohydraulischen Bremse des internationalen Automobilzulieferers Continental zusammenfassen. Im Detail bedeutet dies, dass bei der MK C1 die Funktion der Bremsbetätigung, des Bremskraftverstärkers sowie des Regelsystems (ABS, ESC) in einem kompakten und gewichteinsparenden Bremsmodul integriert ist. Zudem soll die neue Bremse schneller als herkömmliche hydraulische Systeme Bremsdruck aufbauen können: Anstelle eines heute üblichen Unterdruckbremskraftverstärkers arbeitet in der MK C1 ein hochdynamischer Elektromotor, der linear einen Zylinderkolben antreibt und damit die Funktion des Bremskraftverstärkers bei Fahrerbremsung sowie der aktiven Druckmodulation eines Schlupfregelsystems verbindet. Auch bei einem aktiven Druckaufbau muss hier wie bei einer Normalbremsung nur die bereits im Zylinder befindliche Bremsflüssigkeit unter Druck gesetzt werden. Das Resultat ist laut Continental eine im Vergleich zu einem konventionell ausgerüsteten Fahrzeug deutliche Verkürzung des Anhaltewegs bei einer elektronisch eingeleiteten Notbremsung.

Darüber hinaus sind durch den Entfall der Unterdruckpumpe und der hydraulischen ESC-Mehrkolbenpumpe die Hauptgeräuschquellen aus dem elektronischen Bremssystem eliminiert. Somit sei eine nahezu lautlose Bremsung möglich, was einen Komfortgewinn, speziell bei Elektro- und elektrisch fahrenden Hybridfahrzeugen, darstellt. Das neue Bremssystem befindet sich bereits in der Phase der Entwicklung für die Serie. Der erste Produktionsstart (SOP) ist für 2015 geplant.

Neben der Betätigung enthält das kompakte System auch das elektronische Steuergerät (ECU) und den Bremsdruck-Modulator, welche sonst Bestandteil eines separaten Schlupfregelsystems sind. Da die MK C1 keinen Unterdruckbremskraftverstärker benötigt, ist das Bremssystem unabhängig von der Vakuumpumpe. Tritt der Fahrer auf das Bremspedal, erfasst das MK C1 System über eine Druck-, Weg- und Geschwindigkeitsmessung den vom Fahrer angeforderten Bremsdruck. Diese Verzögerungsanforderung wird dann ohne Rückwirkung auf das Bremspedal durch den Elektromotor aufgebaut. Das Pedalgefühl wird durch eine ebenfalls in das Betätigungsmodul integrierte Feder/Dämpfer-Einheit erzeugt. Zusätzlich lässt sich auch die Charakteristik des Bremspedals hinsichtlich der Verzögerungszuordnung individuell in einem Fahrzeug anpassen. Ebenso kann auch während des Betriebs in Abhängigkeit von der Fahrsituation (zum Beispiel Notbremsung) oder des Betriebsmodus (zum Beispiel Sport) diese Zuordnung modifiziert werden. Eine hydraulische Rückfallebene ermöglicht es dem Fahrer, auch bei einem kompletten Systemausfall das Fahrzeug bis zum Stillstand mit moderaten Pedalkräften abzubremsen.

Neben der energiesparenden Eigenschaft der elektro-hydraulischen Betätigung - der Bremszylinder muss nur den an den Rädern benötigte Druck liefern - will Continental zusätzlich Energieverluste vermeiden, die durch das Schleifen der Beläge an den Bremsscheiben entstehen, wenn die Bremse nicht betätigt wird. Dazu kombinieren die Entwickler so genannte Zero-Drag-Radbremssättel mit einem Pedalsimulator, um die bei herkömmlichen Bremsbetätigungen zu einer für den Fahrer spürbaren Verschlechterung des Ansprechverhaltens und Pedalwegs zu vermeiden. So soll der Fahrer bei der MK C1 immer die gleiche Kraft-Weg-Charakteristik am Pedal spüren, während der Bremsdruckmodulator die verschiedenen Betriebszustände an den Radbremsen unbemerkt ausgleicht.

"Aufgrund der gestiegenen Leistung, der Rekuperationsfähigkeit, des erhöhten Komforts und einer kompakten Bauform, kann unsere MK C1 ohne Änderungen auch in Hybrid- oder Elektro-Fahrzeugen eingesetzt werden und bietet damit eine optimale Basis für Fahrzeugplattformen, die diese unterschiedlichen Antriebskonzepte beinhalten. Gleichzeitig führt das aufgrund der Integration reduzierte Gewicht sowie der bedarfsgesteuerte Energieverbrauch zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz", fasste Frank Jourdan, Geschäftsbereichsleiter Elektronische Bremssysteme in der Continental-Division Chassis & Safety zusammen.
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Autor(en): Caterina Schroeder
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