11.10.2011

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Aachener Kolloquium: Den Herausforderungen stellen

Mit dem Appell, sich den Herausforderungen hinsichtlich CO2, Endlichkeit der Ressourcen und Unfallvermeidung zu stellen, eröffnete heute (11. Oktober 2011) Prof. Lutz Eckstein vom IKA das 20. Aachener Kolloquium für Fahrzeug- und Motorentechnik. Darüber hinaus kämen andere wichtige Themen ins Spiel, wie Verschiedenheit der Kulturen, Alterung der Gesellschaft, Sicherheit und Fahrerlebnis und Komfortsteigerung. Bei den Motoren werde es um Effizienzsteigerung und alternative Antriebe wie Hybrid oder Range Extender gehen. Schon 1973 war am IKA ein erstes Hybridfahrzeug entstanden. Prof. Helling führte Untersuchungen am Ika-Hybrid I durch.

Zuvor hatte der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Ernst M. Schmachtenberg, die 1600 Teilnehmer mit den Worten begrüßt: "Aachen ist nicht der Nabel der Welt, aber wenn es der Nabel der Fahrzeug- und Motorentechnik ist, haben wir unser Ziel erreicht". In seiner Begrüßung stellte er klar, dass Hochschulen nicht mit der Industrie konkurrieren sollen. Eine Universität mache aus Geld Wissen, die Industrie mache aus Wissen Geld. Dabei gehe der Know-how-Transfer über die Köpfe, die zunächst an der RWTH studierten und promovierten, dann in die Industrie gehen und als Professoren mit Praxiserfahrung - an die RWTH berufen - zurückkommen. Den Austausch von Grundlagenwissen müssten wir stärken. "Wir schlagen die Brücke zwischen RWTH und Helmholtz-Gesellschaft." Das Land NRW und der Bund arbeiteten hier verstärkt zusammen. In einem neuen Projekt diene der Helmholtz-Großrechner den Motorenentwicklern an der Universität für mächtige Simulationsrechnungen, um Verbrennungsvorgänge besser zu verstehen.

In hundert Vorträgen der fünfzügigen Veranstaltung stellen zahlreiche Referenten ihre neuen Entwicklungen auch noch morgen (12. Oktober 2011) vor. Beispielsweise verbesserte Tobias Galli von Continental die Bordnetzqualität durch Supercaps (DLCs). Da die Start-Stopp-Systeme viel Energie benötigten, komme es immer wieder zu Spannungseinbrüchen oder der Verbrennungsmotor springe - für den Endkunden unmotiviert - im Stand an der Ampel wieder an. Galli löst das Problem mit zwei Schaltern und einem DLC-Kondensator-Energiespeicher (ESS). In Zukunft könnte ein erweitertes System namens AES die Nebenverbraucher während der Motor-Startphase mit Strom aus DLCs oder Lithium-Ionen-Batterien komplett versorgen.

Sebastian Mathar von der FKA stellte erste Untersuchungen zum induktiven Laden bei Elektroautos vor. Ein Prototyp mit 10 kW Leistung wurde aufgebaut. Er analysierte den Wirkungsgrad, das EMV-Verhalten und das Magnetfeld, wenn das Auto nicht genau über der stationären Spule steht. Die Integration in ein Versuchsfahrzeug ist geplant.

Karl-Hermann Ketteler trug zum Thema Elektroantriebe für Personenwagen vor. Er arbeitete die Vorteile von Asynchronmaschinen gegenüber Permanentmagnet-Synchronmotoren bei 90 kW. Ende 2011 soll der Achsantrieb, der für Elektroautos oder Allrad-Hybridfahrzeuge verwendet werden könnte, in einen ersten Testwagen eingebaut werden.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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