19.10.2011

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Opel Ampera gewinnt den eCarTec-Award

Der Opel Ampera ist der diesjährige Gewinner des "eCarTec Award" und somit des Bayerischen Staatspreises für Elektromobilität. Der eCarTec-Award der "3. Internationale Leitmesse für Elektromobilität" in München wird in sieben Kategorien vergeben.

Der Opel Ampera, Gewinner der Kategorie "Auto", zeichnet sich nach Meinung der Juroren dadurch aus, die Vorteile eines Elektroantriebs mit der Reichweite eines konventionellen Antriebs auf einzigartige Weise zu vereinen. Er hat eine rein elektrische Reichweite von 40 bis 80 Kilometer, danach kommt ein 1,4-Liter-Benziner zu Hilfe, der einen Generator antreibt, um Strom für den weiteren Vortrieb zu erzeugen. Der Antrieb des mit dem Chevrolet Volt praktisch baugleichen Ampera ist in mindestens zweierlei Hinsicht einzigartig: Erstens gibt es noch keinen anderen Großserien-Plug-in-Hybrid, dessen Antrieb im technischen Sinne ein (weitgehend) serieller Hybrid ist. Zweitens ist das Antriebskonzept komplexer als ursprünglich erwartet: Über den seriellen Hybridantrieb hinaus ist beim Ampera bei bestimmten Betriebszuständen auch eine Leistungsverzweigung vorgesehen, weil sie zum Beispiel unter hoher Last einen effizienteren Betrieb erlaubt als eine rein serielle Lösung.

In der Kategorie "Motorrad" gewann das Govecs GO! S3.4. Das unspektakuläre, einem Roller mit 125 Kubikzentimeter vergleichbare Zweirad wird von bürstenlosen Motoren angetrieben, der Sekundärantrieb ist über einen wartungsarmen Zahnriemen realisiert. Als Energiespeicher dient eine Lithium-Polymer-Batterie mit einem Energieinhalt von etwa 3 kWh, die eine Reichweite von maximal 70 Kilometer gut ist. Allein die Batterie wiegt 32 Kilogramm, das gesamte Fahrzeug etwa 120 Kilogramm, kaum mehr als von konventionellen Rollern gewohnt.

In der Kategorie "Nutzfahrzeug" wurde der e-Wolf Delta 2 prämiert. Der Transporter für den Flottenbetrieb ist mit einer Lithium-Keramik-Batterie ausgerüstet, die ihn zu einer Reichweite von 154 Kilometer befähigt. Im Schnelladebetrieb lässt sich die Batterie innerhalb einer halben Stunde zu 60 Prozent laden, was im mehrschichtigen Flottenbetrieb eine Gesamtreichweite von 500 Kilometer pro Tag möglich machen soll. Der e-Wolf Delta 2 kann 666 Kilogramm Ladung transportieren oder bis zu sieben Personen befördern.

In der Kategorie "Antriebtechnologie, Systemelektrik, Testsysteme" gewann Schaeffler mit dem Schaeffler eWheel Drive. Der Zulieferer entwickelte mit dem eWheel Drive "eine hochintegrative Auslegung von Antriebsmotor, Leistungselektronik, Flüssigkeitskühlung, Reibungsbremse und Steuerung im Rad." Das Konzept sei mit geringem Aufwand an verschiedene Achskonstruktionen anpassbar - unter Beibehaltung von Serienbremse und -felge. Weitere Vorteile des Konzepts seien das kooperative Bremsen und ein agiles Antriebsverhalten.

Das Modul "powerMELA Li-Ion Battery", ein Baustein für den Aufbau von Traktionsbatterien bis zu 800 Volt, gewann in der Kategorie "Speichertechnologie, Systemintegration". Der modulare Ansatz erlaubt laut Jury vielfältige elektrische Auslegungen von Fahrzeugen und mobilen Maschinen. Damit ließen sich Hochvoltbatterien in einfacher Weise aufbauen. Bei Verwendung von powerMELA-Batteriemodulen seien keine Arbeiten unter Spannung mehr erforderlich.

Gewinner der Kategorie "Energie, Infrastruktur, Anschlusstechnik" ist das Brusa NLG6. Die mittlerweile sechste Ladegerätgeneration des Herstellers arbeitet mit einer Ladeleistung von 22 kW und kann somit eine Elektroautobatterie in ein bis zwei Stunden laden. Das Gerät benötigt aber keine spezielle Infrastruktur, sondern funktioniert laut Hersteller weltweit mit fast jeder bestehenden Stromversorgung. Durch seine Bidirektionalität kann es in Smart Grids eingesetzt werden.

Den Sonderpreis für "Nachhaltige Mobilitätskonzepte" erhielt das EDAG LightCar. Das EDAG LightCar Car-Sharing ist ein neues Mobilitätskonzept für den Individualverkehr im städtischen Bereich mit öffentlichem Charakter. Das Fahrzeug wurde für ständig wechselnde Nutzer und ein Betreibermodell ausgelegt. Diese für die Automobilbranche noch neuen Aspekte wurde zum Beispiel durch die Architektur (Höhe 1,90 m, back2back-Sitze) und die Materialauswahl (selbstheilende Oberflächen, selbstreinigende Lacke) Rechnung getragen. Ein originelles Merkmal sind die wechselnden Farben, die Interessenten unmissverständlich signalisieren, ob das Fahrzeug zu mieten oder schon "vergeben" ist.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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