27.10.2011

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Leichter Sitzen

Johnson Controls hat mit einer modularen Leichtbau-Vordersitzstruktur nun das erste Gemeinschaftsprojekt nach der abgeschlossenen Übernahme der beiden Zulieferer C. Rob. Hammerstein (CRH) und Keiper vorgestellt. "Diese modulare Struktur erfüllt die Anforderungen der Automobilindustrie und erreicht parallel dazu als leichteste Struktur im Markt eine neue Dimension im Leichtbau", erklärt Dr. Beda Bolzenius, Präsident von Johnson Controls Automotive Experience.

Im Schnitt soll das modulare System 4,0 bis 6,4 Kilogramm pro Fahrzeug leichter sein als herkömmliche Vordersitzstrukturen. Um diese Gewichtseinsparung zu erzielen, haben Johnson Controls, CRH und Keiper zum einen leichtere Einstellmechanismen und -antriebe genutzt. Beispiele dafür sind die gewichtsoptimierten Sitzschienen und die elektrischen Spindelantriebe von CRH. Diese setzen etwa beim Modul für die Neigungseinstellung komplett auf Kunststoff statt - wie bei konventionellen Modulen - auf Stahl. Auch der Lehneneinsteller aus der "Taumel 2000"-Familie von Keiper bietet nach Angaben des Zulieferers hohe Festigkeiten bei niedrigem Gewicht.

Zum anderen fokussierten sich die Entwickler auch bei der Komponentenentwicklung auf die Gewichtseinsparung, so dass beispielsweise durch die Integration der Gurtschlösser auf ein Crash-Gesperre verzichtet werden konnte. Auch beim Sitzrahmen, dessen Seite Belastungen von bis zu 850 Megapascal aushalten soll, sparten sie durch die Kombination von hochfestem Stahl und neuen Komponenten Gewicht ein.

Die manuelle Struktur für die Kompakt- und Mittelklasse wiegt somit laut Johnsons Controls je nach Variante rund 9,5 bis 12,3 Kilogramm, während die voll elektrifizierte Struktur rund 13 Kilogramm Gesamtgewicht aufweise.

Neben der Gewichtsoptimierung ließen die Entwickler auch den Komfortaspekt nicht aus den Augen. So hat die Rückenlehne eine sehr schlanke Kontur mit kompakten Abmessungen, was vor allem den Fondspassagiere durch mehr Knie- und Bewegungsfreiheit zugute kommt. Gleichzeitig ermöglicht die Struktur durch lange Einstellwege - vor allem in der Längs- und Höhenanpassung - ergonomisches und komfortables Sitzen. Das subjektive Komfortempfinden will der Innenraumspezialist zudem durch eine angenehme Polsterstärke und niedrige Bedienkräfte steigern.

Der erste Einsatz ist laut Johnson Controls bereits mit Daimler geplant: Mehr als 30 Varianten der neuen Frontsitzstruktur sollen in verschiedenen Mercedes-Benz-Modellen zum Einsatz kommen.
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Autor(en): Caterina Schröder
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