01.11.2011

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Autosar wächst über das Automobil hinaus

Die Autosar-Entwicklungspartnerschaft (Automotive Open System Architecture) hat eine Ausweitung ihrer Aktivitäten beschlossen. Künftig sollen Autosar-Mitglieder den Standard auch in Bereichen außerhalb der Automobiltechnik einsetzen dürfen. Die Zusatzvereinbarung zum Entwicklungsvertrag, welche die Nutzung von Autosar für "abgeleitete Anwendungen" erlaubt, wurde von den Core-Partnern bereits unterzeichnet.

Um abgeleitete Anwendungen entwickeln zu dürfen, muss die Applikation von einer kommerziell erhältlichen und bereits im Einsatz bewährten Automotive-Anwendung abgeleitet werden. Nach Zustimmung aller Autosar-Mitglieder werden Anwendungen in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Schienenverkehr, Landwirtschafts- und Forstmaschinen, Baumaschinen, Kompressoren, Pumpen sowie Stromerzeugungsaggregaten und in der Marine, einschließlich militärischer Transportschiffe, Verwendung finden. Ausgeschlossen ist der Einsatz von abgeleiteten Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Atomenergie, chemischen sowie biologischen Reaktoren und in den Bereichen Petrochemie sowie Militär und allgemein in hochriskanten Anwendungsfällen.

"Die häufigen Nachfragen unserer Mitglieder nach einer Ausweitung des Anwendungsspektrums zeigen, wie erfolgreich sich der Autosar-Standard bis heute durchsetzen konnte", sagt Autosar-Sprecher Frank Kirschke-Biller. "Mit der neuen Regelung ermöglicht die Entwicklungspartnerschaft ihren Mitgliedern, auf Autosar basierende Produkte außerhalb der Automobilindustrie wiederzuverwenden oder dementsprechend zu adaptieren."

"Kernmitglieder" von Autosar sind die Unternehmen BMW, Bosch, Continental, Daimler, Ford, GM, PSA, Toyota und Volkswagen. Darüber spielen mehr als 160 Unternehmen eine Rolle bei der Kooperation - als Premium Members, Associate Members, Development Members oder Attendees. Viele von ihnen entwickeln ihre Technologien auch für andere Bereiche außer der Automobilindustrie. Bisher beschränkte der Autosar-Vertrag die Lizenz für kommerzielle Nutzung jedoch streng auf Automotive-Applikationen. Nun könnten beispielsweise für die Automobilbranche entwickelte Steuergeräte (Electronic Control Units; ECUs) für andere industrielle Bereiche adaptiert werden. Die Ausweitung des Anwendungsbereichs kann somit als der Versuch der Autosar-Mitglieder verstanden werden, ihre Geschäftsfeld über die Automobiltechnik hinaus zu erweitern.

(Bild: Etas)
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Autor(en): Gernot Goppelt
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