22.11.2011

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Alltags-Coupé mit Sport-Ambitionen: der Astra GTC im Fahrbericht

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Bis auf die Rückspiegel-Gehäuse und die Antenne entspricht beim Opel Astra GTC kein Karosseriebauteil dem eines anderen Astra-Modells. "Emotion und Funktion unter einen Hut bringen", wollte Opel Design-Chef Mark Adams mit dem GTC - das Ergebnis unterscheidet sich deutlich von der zivilen Version des Astra. Auf einer internationalen Fahrvorstellung konnte der GTC nun zeigen, ob sich die intensive Entwicklungsarbeit für das Coupé ausgezahlt hat.

Den Rüsselsheimern ist ein ansprechendes Coupé gelungen, das sicherlich seine Käufer finden wird - Opel will wie beim Vorgänger mindestens 15 Prozent Verkaufsanteil innerhalb der Baureihe erreichen. Breiter, tiefer und mit neuen Konturen wirkt der neue GTC aggressiver und sportlicher. Innen ist er mit ansprechenden Materialen ausgekleidet und sorgfältig verarbeitet. Die gute Anfassqualität und "der größte Einstellbereich der Vordersitze in diesem Segment" lassen zumindest vorne kaum Wünsche offen. Im Fond kann der Anspruch eines vollwertigen 5-sitzers nicht ganz eingehalten werden, doch für zwei nicht allzu große Passagiere bietet die hintere Sitzreihe ausreichend Raum. Alltagstauglich präsentiert sich auch der Kofferraum mit einem Volumen von 380 bis maximal 1165 Liter.

Auf den kurvigen Land- und Küstenstraßen von Mallorca zeigte der GTC, was Hiperstrut-Vorderachse, Verbundlenker-Hinterachse mit Wattgestänge, die elektrische Servolenkung und das schon bekannte adaptive Flexride-Sicherheitsfahrwerk, das sich automatisch an Straßen- wie Fahrbedingungen anpasst, zu leisten vermögen. Was schnell auffällt: Die sehr präzise Lenkung vermittelt einen unmittelbaren und exakten Kontakt zur Straße, liegt ruhig in der Hand - kein Zerren oder Vibrieren ist zu spüren. Selbst die nicht immer ganz tadellosen Straßen Mallorcas mit ihren Bodenwellen und Schlaglöchern können die Lenkung nicht beeindrucken. Der GTC klebt regelrecht auf dem Belag und lässt sich - gelegentlich leicht untersteuernd - leicht durch die engen Kurven dirigieren. Per Flexride lässt sich der Charakter des Fahrzeugs an die jeweilige Fahrsituation anpassen. Außer dem Standard-Modus stehen eine Sport- und Tour-Option zur Verfügung, die das Fahrverhalten spürbar verändern.

Den meisten Spaß machte uns der GTC mit dem 2,0-l-Diesel-Motor, der 121 kW bei 4000/min leistet. Das Drehmoment von 350 Nm (380 Nm mit Overboost) bei 1750 bis 2500/min erlaubt eine vehemente Beschleunigung auch aus dem unteren Drehzahlbereich heraus. Deutlich mehr Schaltarbeit erfordert der aufgeladene 1,6-l-Ottomotor mit 132 kW bei 5500/min und einem maximalen Drehmoment von 230 Nm. Obwohl die Schaltung präzise und leichtgängig ist, konnte der Turbo-Benziner mit dem Diesel-GTC auf der kurvigen Küsten- und Bergstraße nicht mithalten. Die Nachteile relativierten sich auf Schnellstraßen etwas, aber auch dort ist die Kraftentfaltung des Benziners nicht gerade herausragend.

Sowohl der Diesel- wie auch der Ottomotor lagen bei den Verbrauchswerten auf den Teststrecken deutlich über den Angaben des Herstellers, wobei zuzugestehen ist, dass die mit dem Ottomotor absolvierte Teststrecke zu gering war, um aussagefähige Werte zu liefern. Während für den 2.0 CDTI ein Durchschnittsverbrauch von 4,8 Liter auf 100 Kilometern von Opel angegeben wird (kombiniert) betrug der tatsächliche Verbrauch im Schnitt 7,2 Liter auf 100 Kilometern.

Den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck können auch ein paar kleine Schwächen nicht trüben: Die Sicht nach hinten ist durch die kleinen hinteren Seitenscheiben und die Heckscheibe stark begrenzt. Nach vorne schränkt die weit nach vorn greifende A-Säule vor allem in engen Linkskurven die Sicht teils gefährlich ein - ein vertikaler Steg im unteren Rahmendreieck verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Die leicht überladen wirkenden Bedienelemente und das recht spät aktivierte automatische Licht, etwa nach Tunneleinfahrten, fielen uns ebenfalls auf.

Der GTC wird im Januar 2012 zu Preisen ab 19.900 Euro für die 1,4-l-Basisversion in den Handel kommen. Zwei Selbstzünder-Alternativen sollen ebenso wie die OPC-Variante des Astra folgen. Mit dem OPC, der 182 kW und 400 Nm Drehmoment in die Waagschale werfen wird, überschreitet Opel dann auch die Preisgrenze von 30.000 Euro, wie Frank Landgraf, Program Engineering Manager Opel Astra GTC, voraussagt.
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Autor(en): Markus Bereszewski
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