24.11.2011

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Klare Sicht und knackiger Bass im neuen Mercedes-Benz SL

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Ein technisches Highlight beim neuen Mercedes SL ist der sehr leichte Aluminium-Rohbau. Doch es gibt noch zwei weitere Lösungen im SL, die in dieser Form neu sind: das adaptive Wisch-Wasch-System "Magic Vision Control" und das in den Rohbau integrierte "FrontBass"-System.

Adaptive Scheibenreinigung

Das Wisch-Wasch-System trägt diese Bezeichnung, weil die Benetzung der Scheibe in die Scheibenwischer integriert ist. Ein Schlauch führt zum Wischerblatt, das von zwei Wasserkanälen flankiert ist. In diese sind auf der gesamten Wischerlänge per Laserstrahl kleine Austrittsöffnungen eingebracht, aus denen das zugeführte Wasser austritt. Je nach Bewegungsrichtung lässt sich einer der beiden Kanäle nutzen, sodass nur auf der Seite der Wischrichtung Wasser austritt. Auf diese Weise wird das Wasser nicht nach dem Gießkannenprinzip auf der Scheibe verteilt, sondern nur dort, wo es gerade benötigt wird. Zudem wird weniger Wasser benötigt, und zwar nur etwa 50 Prozent der üblichen Menge. Daimler hat deswegen den Waschwasserbehälter um 1,7 Liter verkleinert.

"Adaptiv" ist das Wisch-Wasch-System, weil es verschiedene "Wischprogramme" beherrscht - für den Sommer- Winter- und Cabrio-Betrieb. Denn im Sommer genügen geringere Wassermengen, im Winter erfordern Schmutz und Salz dagegen mehr Wasser. Zudem ist "Magic Vision Control" dazu in der Lage, weitere Umgebungsparameter in die Dosierung einzubeziehen, etwa die Außentemperatur oder die Geschwindigkeit. Die "Cabrio-Funktion" sorgt außerdem dafür, dass die Insassen beim offenen Fahren keine Dusche bekommen, wenn die Scheibe gereinigt werden muss. Denn erstens reduziert das System bei offenem Dach die Wassermenge und zweitens wird das Wasser überwiegend bei der Abwärtsbewegung zugeführt - sodass es nach unten weggewischt wird.

Auf Wunsch bietet Daimler zudem eine Komplett-Beheizung des gesamten Wisch-Wasch-Systems an. Hierfür wird der Wischwasserbehälter mithilfe der Kühlwasserabwärme beheizt, eine elektrische Heizung beheizt das Schlauchsystem. Eine völlig neue Lösung ist laut Daimler zudem das komplett beheizte Wischerblatt, das im Winter ein Festfrieren verhindert. Bei Federschienen sind dazu mit einer Heizfolie bestückt. Auch das Heizsystem ist adaptiv ausgelegt, so wird die Maximalleistung des Systems von 270 Watt erst bei Temperaturen unter -20 Grad abgefordert.

Klangkörper

Das Front-Bass-System führt zurück zum Aluminium-Rohbau, über den ATZonline am Mittwoch berichtete. Es ist die Umsetzung eines Wunsches, den eigentlich alle Akustik-Entwickler haben: Soundsysteme als Bestandteil der Fahrzeugstruktur und nicht als nachträglich hinzugefügte Verlegenheitslösung. Daimler baut die Basslautsprecher nicht wie meist üblich in den Türverkleidungen ein, sondern links und rechts im Fußraum, in einer Öffnung der Stirnwand. Die Lautsprecher sind also in einen stabilen Teil des Rohbaus integriert, der von vornherein auf diesen Zweck ausgelegt wurde. So sind die schwingungsintensiven Basslautsprecher stabil aufgehängt. Außerdem dienen die Hohlräume der Längsträger dahinter als Resonanzvolumen und lassen sich ähnlich wie im konventionellen Lautsprecherbau hinsichtlich Dämpfung oder Volumen gezielt abstimmen. Daimler verspricht aufgrund dieser Konstruktion präzise und verzerrungsarme Bässe, selbst bei hohen Pegeln - es könnte ein Highlight für Musikliebhaber werden.

Als weiteren Vorteil nennt Daimler den akustischen Trichter, den der Fußraum und die Lage unterhalb der Instrumententafel bilden und so den akustischen Wirkungsgrad verbessern. Und weil die Türverkleidung vom Basslautsprecher befreit ist, lassen sich Mittel- und Hochtöner besser integrieren, zumal sie nun nicht mehr von Resonanzen beeinträchtigt werden, die vom Basslautsprecher ausgehen. Die Systeme sind zudem allesamt nahe der Fahrzeugbordkante platziert. Das macht es leichter, ein geschlossenes Klangbild zu erzeugen, Daimler verspricht eine besonders genaue Bühnenabbildung und eine präzise räumliche Staffelung.

Laut Norbert Niemczyk, der für die Entwicklung des Front-Bass-Systems verantwortlich war, war das Entwicklungsziel "ein klarer Klang, der nie matschig wirkt". Das sei gelungen. Alle, die den Sound zum ersten Mal erlebt hätten, seien glücklich lächelnd ausgestiegen. "Wir nennen das intern das Front-Bass-Lächeln", sagt Niemczyk.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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