15.12.2011

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R-Link: Renault setzt auf Android und Apps im Auto

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Renault hat auf der Pariser Internet-Show "LeWeb" das neue Infotainment-System R-Link vorgestellt. R-Link ist im Prinzip ein Tablet-PC mit Android-Betriebssystem, das fest in die Instrumententafel integriert wird. Die Serienversion soll im nächsten Clio und im Elektroauto Zoe angeboten werden. Funktional ist R-Link auf dem neuesten Stand - es bietet die gesamte Bandbreite mfoderner Infotainment-Systeme, Bedienung über Apps und dazu eine Reihe interessanter Funktionen für Elektroautos.

Renault sieht für R-Link drei Bedienkonzepte vor, die offenbar teilweise redundant sind. Das Tablet lässt sich per Touchscreen bedienen, aber auch per Spracheingabe und über Bedienelemente am Lenkrad. Die Gestaltung der Bedienoberfläche orientiert sich an mobilen Tablets, die Funktionen werden als Apps zur Verfügung gestellt. Eine hierarchische Strukturierung sorgt dafür, dass die Anzahl an Apps, die ein Autofahrer mit einem Blick erfassen muss, überschaubar bleibt. Ob das so bleibt, bleibt abzuwarten: Renault will ab Frühjahr 2012 eine Entwickler-Gemeinde etablieren, die Apps für R-Link entwickelt. Diese lassen sich dann aus dem R-Link-Store herunterladen und installieren. Immerhin behält Renault die Hoheit über das Angebot, sodass R-Link hoffentlich nicht zum überladenen Onboard-Computer hochgerüstet werden kann.

Das Hauptmenü enthält derzeit sechs Apps mit den Funktionen Navigation, Multimedia, Telefon, Fahrzeug, Services und System. Dahinter verbergen sich im Wesentlichen Funktionen, wie man sie bereits von konkurrierenden Lösungen kennt, die zum Beispiel bei Ford Sync oder Mini Connected angeboten werden, etwa ein Mail-Client, News-Feeds, Navigation, Eco-Trainer etc. - mehr Beispiele zeigt die Bildergalerie. Hardwareseitig ähnelt die Renault-Lösung am ehesten dem Konzept in der Mercedes-B-Klasse, wobei dort das Tablet freistehend installiert ist. Auch VW befasst sich mit Tablets und Apps, hat das Tablet-Konzept für integrierte Infotainment-Systeme aber bisher nur in Prototypen wie dem Elektro-Taxi Milano umgesetzt. Zumindest in Teilen vergleichbar ist das mobile Navigationssystem im VW Up, das dank seiner Schnittstelle zur Fahrzeugelektronik eine Reihe von Zusatzfunktionen in den Bereichen Komfort, Telefonie und Infotainment bieten kann.

Das R-Link-System von Renault läuft auf einem Tablet mit immerhin 18 Zentimetern Bildschirmdiagonale. Die großzügig bemessene Fläche erlaubt es dem Autofahrer, mehrere Funktionen gleichzeitig anzuzeigen und dabei Favoritengruppen zu bilden. Links im Display kann man bis zu drei Funktionen übereinander gruppieren, etwa die Anzeige von Tempolimit, Radio und Verbrauch. Rechts kann zum Beispiel gleichzeitig die in typischer TomTom-Optik ausgeführte Navigation dargestellt werden.

Ähnlich wie etwa im Microsoft-basierten Blue&Me-System von Fiat oder bei "Mini Connected" wird R-Link einen "Eco-Coach" bieten. Er gibt verschiedene Tipps, wie man sparsamer fahren kann. Renault belässt es dabei bei vergleichsweise nüchternen Vorschlägen, während etwa Mini mit der "Mission Control" seine Fahrtipps geradezu umgangssprachlich vermittelt. Im Elektroauto Zoe wird R-Link darüber hinaus spezifische Funktionen für die Elektromobilität bieten. So lässt sich zum Beispiel das Verhalten des Autos an der Ladesäule auf verschiedene Weise steuern, bis hin zu einer Wochenansicht, in der man ähnlich wie in einem Kalender die Ladephasen als Balken dargestellt konfigurieren kann. Natürlich sieht auch Renault die Möglichkeit vor, Ladezyklen aus der Ferne per Smartphone einzuleiten.

Zur Konnektivität von R-Link liegen uns noch keine endgültigen Informationen vor. Weil die integrierte TomTom-Navigation "Live Services" bieten wird, müsste wie beim derzeit erhältlichen "Carminat TomTom Live" eine SIM-Karte im System fest verbaut sein. TomTom Live bietet unter anderem Stauinformationen, die der Navigationshersteller auf die SIM-Karte sendet. Dies ist einerseits Voraussetzung für das Abo-Modell, mit dem sich TomTom seine Dienste bezahlen lässt, stellt aber andererseits ein geschlossenes System dar. Die Anbindung an sämtliche andere Web-basierte Dienste dürfte demnach über ein per Bluetooth oder Kabel angebundenes Smart-Phone erfolgen. Die hohen Datenraten der zukünftigen LTE-Mobilfunktechnik werden die Attraktivität von Infotainment-Systemen wie R-Link fördern - aber auch die Gefahr, dass zu viele Funktionen Einzug halten, die dem Fahren nur bedingt dienen.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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