21.12.2011

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Ford simuliert Sehschwächen, um Anzeigeinstrumente zu verbessern

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Ford und die Universität Cambridge arbeiten an einem besseren Verständnis von Sehproblemen einer älter werdenden Bevölkerung. Ford nutzt den Simulator für Hör- und Sehbehinderungen der Universität Cambridge, um Fahrzeuge für Menschen mit altersbedingten Sehbeeinträchtigungen zu entwickeln.
Mit dem Alter lässt die Sehschärfe nach, ebenso die Fähigkeit für das Sehen in der Dämmerung und bei Dunkelheit. Schwierigkeiten bereitet den Betroffenen vor allem das Ablesen der Instrumente im Armaturenträger, sofern sie keine speziellen Mehrbereichs- oder Gleitsichtbrillen tragen. Weitere Augenkrankheiten wie das Glaukom, der graue Star oder die Degeneration der Makula (Netzhautzellen) führen bei Personen über 50 ebenfalls oft zu Sehstörungen.
Simulierte Sehstörungen
Um dem wachsenden Problem der Sehbeeinträchtigungen zu begegnen, arbeitet Ford mit einem Team von Experten der Universität Cambridge zusammen, das bereits einen Simulator für Hör- und Sehbehinderungen entwickelt hatte, um die Effekte von Sehstörungen für normal sehende Ingenieure zu visualisieren. "Das System erlaubt uns, verschiedenste Sehstörungen vor jedem beliebigen Bildhintergrund zu simulieren. Sie laden ein Bildmotiv und wählen eine bestimmte Form der Sehstörung, dann können Sie mit eigenen Augen sehen, wie sich das gewählte Bild für den Menschen mit der Sehstörung darstellt", sagt Sam Waller, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Cambridge und Entwickler der Software. "Man kann außerdem die Ausprägung der Sehstörung variieren, um visuelle Effekte unter geänderten Bedingungen zu vergleichen". Die Software eigne sich sogar zur Visualisierung der altersbedingten Degeneration der Makula, bei der sich der Punkt des schärfsten Sehens verschlechtert. Durch das Verschieben dieses Punktes könnten fast alle Auswirkungen dieser Augenkrankheit dargestellt werden.
Ford nutzt die Software, um das Design der Displays und Instrumente im Armaturenträger zu optimieren - damit soll sichergestellt werden, dass die Instrumente von möglichst vielen Autofahrern sicher und komfortabel abgelesen werden können. Die Software der Universität Cambridge konnte sich zuvor bereits bei der Entwicklung von Mobiltelefonen und Hochschul-Lehrmitteln bewähren. Waller: "Uns geht es um die Förderung von integrativem Design, das die Bedürfnisse von möglichst vielen Menschen erfüllt ... Die Bedienoberfläche der Software bietet einen Schieberegler, mit dem der Grad der Sehstörung beliebig verstellt werden kann. Damit können Unternehmen wie Ford klare Ziele für die Entwicklung von Technologien für Menschen mit Sehstörungen festlegen".
Altersanzug und spezielle Brillen
Die Simulation von Fahrbedingungen für ältere Menschen ist bei Ford nicht neu. Seit 1994 kommt bei der Entwicklung von Fahrzeugen beispielsweise der "Altersanzug" zum Einsatz. Durch Anlegen dieses Anzugs können sich die Entwicklungsingenieure in den Zustand älterer, oder eingeschränkt mobiler Menschen hineinversetzen. Zum Anzug gehören auch spezielle Brillen, mit denen bei Ford das mit zunehmendem Alter eingeschränkte Sehen simuliert wird.
"Zwar haben sich unsere Brillen durchaus bewährt, aber die neue Software bedeutet einen großen Fortschritt, da wir nun ein breiteres Spektrum von Sehstörungen bis ins Detail visualisieren können", sagt Angelika Engel, Ergonomie-Spezialistin bei Ford Europa. "Wenn wir zum Beispiel die weit verbreitete Rot-Grün-Sehschwäche simulieren, können wir ganz leicht erkennen, dass einige Buchstaben und Zahlen für Betroffene schlechter zu identifizieren sind. Dann können wir das Design der Instrumententräger ändern bzw. optimieren."
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Autor(en): Gernot Goppelt
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