05.01.2012

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Will mit den großen Jungs spielen

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Ford feiert auf der 11. Auto Expo in Neu Delhi, Indien, die Weltpremiere seines neuen Kompakt-SUV EcoSport. Der amerikanische Automobilhersteller zeigt mit dem Debüt in Indien - auf einem der am stärksten wachsenden Märkte - deutlich, dass das Unternehmen seine Präsenz auf den Weltmärkten erhöhen will. So soll der neue EcoSport dabei helfen, Fords Wachstumsziel der weltweiten Verkäufe mittelfristig um fast 50 Prozent auf acht Millionen Autos pro Jahr zu steigern. Allein 60 bis 70 Prozent sollen dabei auf die Asia-Pazifik- und Afrika-Region fallen.

Garant für einen Markterfolg ist für das amerikanische Unternehmen der Umstand, dass der EcoSport mit Blick auf die aufstrebenden Märkte wie Indien, Asean oder Brasilien bewusst "vor Ort", nämlich im brasilianischen Designzentrum Camaçari, entwickelt wurde. Basis des kompakten SUV ist die neue B-Segment-Plattform, die auch Ausgangsebene mehrerer neuer Kleinwagen sein wird, die Ford in den kommenden Jahren plant. Zusammengebaut wird der neue EcoSport auf flexiblen Produktionsstraßen in Brasilien, im 2009 ausgebauten Werk Chennai, Indien, das nun eine Jahreskapazität von 200.000 Autos hat, und weitere Länder, die das Unternehmen erst später bekannt geben will.

Mit dem EcoSport wird auch der neue 1,0-l-Motor und mit ihm die EcoBoost-Technologie auf dem indischen Markt debütieren. Der Dreizylindermotor hat mit seinen 88 kW eine vergleichbare Performance wie ein 1,6-l-Motor und soll im neuen SUV weniger als 140 g/km CO2 emittieren. Kombiniert wird das Aggregat mit einem Fünfgangschaltgetriebe.

Der Dreizylindermotor ist das jüngste Mitglied der weltweiten EcoBoost-Motorenfamilie - sie umfasst derzeit Motoren zwischen 1,6 und 3,5 Litern Hubraum - die unter anderem Turboaufladung, Direkteinspritzung und variable Nockenwellenverstellung (Ti-VCT) kombinieren. Neben Indien plant Ford den weltweiten Einsatz des Dreizylinders und nennt als Beispielmärkte China, Europa und Nordamerika.

Entwickelt wurde der Motor im Ford-Technikzentrum in Dunton, England. Dabei standen die Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Laufruhe ganz oben im Lastenheft. Um ersteres zu erreichen, entwickelten die Ingenieure auf ein kompakteres und leistungsfähigeres Turbolader-Design. So spricht der Lader laut Ford bei geringen Drehzahlen schneller an, weist nahezu kein Turbolauch auf und kann bis zu 250.000/min erreichen. Das ermöglicht im EcoSport ein maximales Drehmoment von 170 Nm zwischen 1300 und 4500/min. Der Abgaskrümmer ist in den Zylinderkopf integriert, was die Abgastemperatur senken und somit für ein über einen weiten Drehzahlbereich optimiertes Luft-Kraftstoff-Verhältnis sorgen soll.

Zugunsten des Kraftstoffverbrauchs sorgt ein geteiltes Kühlsystem für ein schnelleres Erwärmen des Motors. Hilfreich ist dabei auch, dass der Motorblock aus Eisen gefertigt ist, was den Energiebedarf zum Aufwärmen im Vergleich zu einem Aluminiumblock um bis zu 50 Prozent reduziert. Weitere Maßnahmen wie Klimakompressor und Ölpumpe mit variablen Fördervolumina tragen ebenfalls zur Kraftstoffeinsparung bei. Zudem bemühten sie die Entwickler die Reibungsverluste durch eine verbesserte Geometrie und spezielle Beschichtung der beweglichen Motorkomponenten zu verringern.

Wie seine größeren Brüder wird das 1,0-l-Aggregat die variable Ventilsteuerung Ti-VCT (Twin Independent Variable Camshaft Timing) nutzen. Zudem setzt Ford neuentwickelte Nockenwellen-Aktuatoren ein, die die Steuerzeiten in Punkto Genauigkeit und Ansprechverhalten verbessern sollen, ohne die Zuverlässigkeit des Systems zu gefährden.

Den zweiten großen Punkt im Lastenheft - die Laufruhe - gingen die Ingenieure unter anderem mit der Modifizierung des Schwung- und Antriebsrades an. So setzten sie bei beiden gezielt Unwuchten ein, um in Kombination mit einer optimierten Motoraufhängung die spürbaren Motorvibrationen ohne zusätzliche Tilger zu verringern. Zudem laufen die beiden Hauptantriebsriemen in Öl - neben einer höheren Laufruhe sollen so die Zahnriemen eine Lebensdauer ähnlich der von Antriebsketten erreichen.

"Ausgestattet mit vielen innovativen Technologien ist der 1,0-l-EcoBoost-Motor einer der fortschrittlichsten und effizientesten Motoren, die Ford je entwickelt und gebaut hat", rühmt Joe Bakaj, Vizepräsident Global Powertrain Engineering, das neue Aggregat.

Äußerlich zeigt sich der kompakte SUV mit einer kurzen Motorhaube, einem hoch gezogenen Kühlergrill und einer ausgeprägten, aerodynamisch optimierten Silhouette. Das Heck wird durch ein großes Heckfenster dominiert, das sich um das Heck in die Seiten herum schwingt. Der EcoSport soll agil und kompakt sein und seinem Besitzer das Gefühl geben, für alle Lebenssituationen gewappnet zu sein. So habe er die Präsenz eines größeren Fahrzeugs und blicke dennoch freundlich in die Welt, er sei kompakt genug für die Stadt und - auch durch seine hohe Bodenfreiheit - ebenso robust genug für einen Trip in die Berge.

Der EcoSport ist das zweite von acht Produkten, die in Indien mittelfristig eingeführt werden sollen. Den Startschuss hat 2009 der Ford Figo, einem Fiesta-Derivat, gegeben. Ford India will damit das Nischendasein verlassen und zum Volumenhersteller werden - auch durch weitere Investitionen in dem Land. So hat das Unternehmen im indischen Sanand Land erworben, um neue Motoren- und Fahrzeugproduktion aufzubauen. Insgesamt plant Ford dort eine Investition von einer Milliarde Dollar. Zudem will Ford noch dieses Jahr mit rund 72 Millionen US-Dollar sein bestehendes Motorenwerk in Chennai ausbauen. Insgesamt kommt Ford so auf ein Investitionsvolumen in Indien von nahezu zwei Milliarden US-Dollar.
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Autor(en): Caterina Schröder
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