Detroit: Der neue Ford Fusion entspricht zu 80 Prozent dem neuen Ford Mondeo
Ford hat auf der NAIAS in Detroit ein weiteres "Weltauto" vorgestellt. Ähnlich wie der Fiesta und der Focus wird der neue Fusion technisch große Ähnlichkeit mit dem nächsten Mondeo haben - er ist das erste Modell, das auf der globalen "CD-Plattform" aufbaut. Bisher war das anders: Der US-Fusion, eine Limousine des D-Segments, die übrigens nichts mit dem europäischen Fiesta-Ableger Fusion zu tun hat, teilte nur wenige Teile mit dem Mondeo. Der US-Fusion ist seit 2005 im Markt und konnte allein 2010 in über 240.000 Exemplaren verkauft werden.
Der neue Fusion wird eine große Vielfalt an unterschiedlichen Antrieben bieten. Außer konventionellen Motor-Getriebe-Kombinationen gibt es Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten. Bereits die konventionellen Antriebe werden im Vergleich zum Vorgänger hochmoderne Motorentechnik bieten. Die bereits bekannte 1,6- und 2,0-l-Ecoboost-Ottomotoren haben Direkteinspritzung, Turboaufladung und einen variablen Ventiltrieb. Es gibt Varianten mit Schaltgetriebe und Sechsgang-Automatikgetriebe, die 2,0-l-Variante wird es mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe geben. Eine Besonderheit in dieser Wagenklasse ist die Verbindung von Start-Stopp-System und Automatikgetriebe bei der 1,6-l-Version. (Hier finde ich Satzanfang und Satzende ein bisschen redundant)
Die Hybridvarianten bekommen anders als der Vorgänger Lithium-Ionen-Batterien, die eine erheblich höhere Energiedichte aufweisen als die bisher verwendeten Nickel-Metallhydrid(NiMh)-Akkus. Im rein elektrischen Betrieb erreicht der neue Hybrid-Fusion eine Höchstgeschwindigkeit von 100 statt bisher 76 km/h. In den Hybridvarianten setzt Ford einen neu entwickelten 2,0-l-Motor ein, der im Atkinson-Zyklus arbeitet. Er erlaubt einen deutlich geringeren Verbrauch als der bisher verwendete 2,5-l-Benziner. Ford gibt für den Fusion Hybrid einen Verbrauch von 5,3 Liter im Stadtverkehr und 5,0 Liter auf dem Highway an. Noch sparsamer ist die Plug-in-Version des hybridisierten Fusion namens "Energi", sofern man mit geladener Batterie losfahren kann. Ford gibt für diesen Fall einen Verbrauch von mehr als 100 mpg an, was rechnerisch einem Verbrauch von unter 1,46 Liter entspricht. Allein aufgrund der schwereren Batterie der Plug-in-Version müsste der Verbrauch im Erhaltungsmodus aber minimal höher ausfallen als bei der Hybridversion ohne Plug-in-Funktion. Details zu elektrischer Reichweite oder Batteriekapazität der Hybridversionen hat Ford noch nicht gemeldet.
Wie derzeit von Ford gewohnt, wird es auch für den Fusion eine große Auswahl an Assistenzsystemen geben. Dazu gehören ein Fahrspurasisstent, eine Adaptive Cruise Control, ein automatisches Einparksystem oder ein Toter-Winkel-Assistent. Zudem setzt Ford im Fusion die neueste Generation seines "Sync"-Infotainmentsystems sein. Sync wird ab dem Frühjahr 2012 auch im europäischen Ford Focus angeboten.
Ford hat nach eigenem Bekunden großen Wert auf eine hohe und "erlebbare" Qualität gelegt. Dazu gehören hochwertige Materialien im Innenraum, aber auch geringe Spaltmaße. Zudem kümmerten sich die Entwickler um einen besseren Geräuschkomfort. Besonders interessant ist dabei die "Active Noise Control" der Hybridversionen: Sie bedient sich laut Ford des Audio-Systems, um "akustisch störende Einflüsse von den Reifen zugunsten des Motorklangs zu reduzieren".
Der neue Ford Fusion wird zunächst im Werk Hermosillo (Mexiko) produziert, später soll auch die Produktion in Flat Rock, Michigan, (USA) anlaufen. Die Markteinführung ist für den Herbst 2012 geplant, zunächst mit den konventionellen Antrieben, danach als Hybrid und Plug-in-Hybrid. Als Ford Mondeo soll das Fahrzeug in Europa 2013 auf den Markt kommen. Es wird in Genk (Belgien) gefertigt, aber auch in China. Der Gleichteileanteil mit der US-Version soll rund 80 Prozent betragen, wobei etwa zehn Prozent der Teile allein wegen unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen oder regionalen Vorlieben voneinander abweichen. Die Basis des Fahrzeugs bis hin zur Karosseriegestaltung wird somit in weiten Teilen identisch sein. Welche Unterschiede es bei den Antrieben gibt, hat Ford noch nicht mitgeteilt. Natürlich werden in Europa auch Dieselmotoren im Angebot sein, die beiden Ecoboost-Benziner der US-Versionen werden sicherlich auch hier angeboten - ebenfalls als "Weltmotoren" ausgelegt, sind sie in Europa bereits im Einsatz.
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