12.01.2012

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VW stellt in Detroit den Jetta Hybrid vor - kommt der Golf Hybrid nach Genf?

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Eine der bedeutendsten Neuvorstellungen auf der North American Motor Show ist wohl der VW Jetta Hybrid, und dies aus zwei Gründen: Erstens ist der Jetta das erste kompakte Hybridfahrzeug, das Volkswagen in Serie bringt, die Markteinführung in Nordamerika ist für November 2012 vorgesehen. Zweitens ist Schritt vom in den USA sehr beliebten Jetta zum Golf nur ein kleiner - die Technik ist problemlos auf Fahrzeuge für Europa übertragbar.

Volkswagen setzt im Jetta bewährte Komponenten ein. Als Verbrennungsmotor dient (erstmals in Nordamerika) der 1.4 TSI mit einer Leistung von 110 kW. Der zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe angeordnete Elektromotor leistet 20 kW. Das verwendete Siebengang-DSG war bereits bei seinem Erscheinen auf eine "Hybridisierung" ausgelegt, weil die elektrohydraulische Schaltaktuatorik eine Betätigung auch bei ausgeschaltetem Verbrennungsmotor erlaubt. Als elektrischer Energiespeicher dient eine Lithium-Ionen-Batterie. Bestehend aus 60 Einzelzellen mit jeweils 5Ah, ergibt sich insgesamt eine Energieinhalt von 1,1 kWh. Das genügt bei voller Ladung für eine rein elektrische Reichweite von zwei Kilometern.

Nicht nur bei rein elektrischer Fahrt wird der Verbrennungsmotor per Trennkupplung vom Antrieb gelöst. So wird der Motor auch in der Stadt so oft wie möglich ausgeschaltet, Nebenaggregate wie Heizung, Klimaanlage oder das Audiosystem laufen dabei dennoch weiter. Zudem beherrscht der Jetta das von größeren Konzernhybriden bekannte Segeln. Bei höheren Geschwindigkeiten bis hinaus zu 135 km/h wird der Motor beim Gaswegnehmen ebenfalls ausgeschaltet - der Jetta rollt dann einfach weiter. Weil auch dabei der Motor per Trennkupplung abgetrennt wird, entfallen jegliche vom Verbrennungsmotor verursachte Schleppmomente, die sonst das Fahrzeug einbremsen würden. Und schließlich wird der Verbrennungsmotor beim Rekuperieren abgekoppelt, weil die Schleppmomentverluste den Ertrag an Ladestrom verringern würden.

Volkswagen gibt für den Jetta Hybrid einen kombinierten Verbrauchswert von 45 mpg an, das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Der Verbrauchsvorteil im Vergleich zu einem konventionellen Antrieb soll rund 20 Prozent betragen, in der Stadt sogar 30 Prozent. Die Angaben gelten für den US-Fahrzyklus, der erfahrungsgemäß näher an der Realität liegt als der NEFZ - auf Europa sind diese Werte nicht direkt übertragbar. Bei den Fahrleistungen profitiert der Jetta vom Beitrag des Elektromotors, wobei schon der Verbrennungsmotor allein ein maximales Drehmoment von 250 Nm bietet. Der im Jetta verbaute 1.4 TSI kommt im Übrigen ohne den zusätzlichen Kompressor einiger Motorvarianten aus, weil er aufgrund der Drehmomentcharakteristik der E-Maschine nicht notwendig ist.

Der Jetta ist kein Plug-in-Hybrid, muss also mit einer geeigneten Betriebsstrategie selbst für einen ausreichenden Ladestand der Batterie sorgen. Dabei wird ggf. auch eine Lastpunktverschiebung im Verbrennungsmotor vorgenommen. Im Lade-, das heißt Generatorbetrieb, wird dabei versucht, günstige Betriebspunkte bei reduzierten Drosselverlusten anzufahren, um einen möglichst günstigen Trade-off zwischen Energieaufwand und -ertrag in Form von Ladestrom zu erreichen. Laut Volkswagen sind die Ladephasen im Wechselspiel mit den elektrischen Fahrphasen so ausgelegt, dass ein möglichst geringer Verbrauch resultiert.

Die Technik des Jetta Hybrid lässt sich wie gesagt einfach auf den Golf übertragen, zumal Verbrennungsmotor und Getriebe seit Jahren eingeführt sind. Die Hybridversion des Golf hat Volkswagen noch nicht angekündigt, eine gute Gelegenheit dafür wäre der Genfer Automobilsalon im kommenden März.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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