17.01.2012

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Mercedes zieht Bilanz: Der Elektrotransporter Vito E-Cell hat sich in der Praxis bewährt

Nach einem Jahr Praxiseinsatz des Elektrotransporters Mercedes Vito E-Cell zieht Daimler eine positive Bilanz. 100 Fahrzeuge haben sich demnach im Kundeneinsatz in Berlin und Stuttgart bewährt. In Berlin laufen 50 Vitos im Projekt EMKEP (Elektrifizierung von Mercedes-Benz Kleintransportern in Entwicklung und Produktion), in Stuttgart im Projekt IKONE (Integriertes Konzept für eine nachhaltige Elektromobilität).

Beide Projekte sind auf vier Jahre ausgelegt. Das Ergebnis nach der ersten Etappe: Der Vito E-Cell eignet sich ideal für den innerstädtischen Betrieb. In beiden Regionen bewerten demnach die Fahrer das Fahrzeug gut. Fahrverhalten, Zugkraft, gleichmäßiges Beschleunigen ohne Schaltvorgänge sowie das kontinuierliche Bremsen seien gut angekommen. Gelobt wird laut Daimler auch die Geräuscharmut. Andererseits erfordere genau dieser Umstand eine erhöhte Aufmerksamkeit der Fahrer, weil andere Verkehrsteilnehmer den Vito nicht immer hören.

Ähnlich wie in anderen Modellversuchen hätten sich auch Befürchtungen hinsichtlich einer zu geringen Reichweite nicht bestätigt. Selbst im Winter belief sich die Reichweite auf mindestens 80 Kilometer. Im Einsatz von Handwerks-, Versorgungs- und Kommunalbetrieben im städtischen Betrieb genügte diese Reichweite in der Regel. Die Teilnehmer bewerteten die Reichweite als gut oder befriedigend. Selbst in Stuttgart sei die Alltagstauglichkeit trotz der für die Stadt typischen Steigungen nicht eingeschränkt gewesen. In Berlin pendelte der Ladezustand meist zwischen 95 und 25 Prozent der verfügbaren Kapazität. Das deute darauf hin, dass selbst die vergleichsweise begrenzte Reichweite des Elektrotransporters selten genutzt wird.

Der Vito E-Cell ist nominell auf eine Reichweite von 130 Kilometer ausgelegt. Seine Energie bezieht der Antrieb aus Lithium-Ionen-Batterien mit insgesamt 36 kWh Energieinhalt, die unter dem Ladeboden montiert sind. Dank eines maximalen Drehmoments von 280 Nm hat der Vito im Kurzstreckenbetrieb völlig ausreichende Beschleunigungswerte von 6,5/11 Sekunden auf 50/80 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit ist zugunsten einer guten Reichweite auf 89 km/h begrenzt.

Die Stromversorgung erfolgt über Ladestationen auf den Betriebshöfen der Fuhrparks. Die Batterien werden im 380/400-V-Netz geladen, dies dauert maximal sechs Stunden. Bei Bedarf kann später auch am 230-V-Netz geladen werden. Mercedes legt Wert auf die Feststellung, dass der Vito E-Cell über eine vollwertige Sicherheitsausstattung verfügt, was bei anderen Elektrofahrzeugen nicht immer der Fall sei. So wird bei einer Auslösung des Airbags die Hochvolttechnik automatisch stillgelegt. Zudem sind die Batterien durch ein Crash-Element geschützt.

Auch der bisherigen Markterfolg des Vito E-Cell bereitet Mercedes Freude. Im Jahr 2011 hat Mercedes-Benz im Werk Vitoria im spanischen Baskenland rund 400 Vito E-Cell gefertigt. Er wird zusammen mit allen anderen Vito auf den gleichen Bändern hergestellt. Dies sei ein wesentlicher Punkt für die Akzeptanz durch gewerbliche Kunden.

Die Technik des Mercedes Vito E-Cell ist in einem Fachbeitrag in der Ausgabe 3/2011 der ATZ beschrieben.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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