20.01.2012

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Moderne OLED-Technik ermöglicht durchsichtige Autodächer auf Knopfdruck

BASF und Philips haben einen "praxisnahen Durchbruch" in der Entwicklung der eigentlich empfindlichen OLED (Organic Light Emitting Diode) erreicht. Sie können nun in Autodächer integriert werden. Die OLED sind in ausgeschaltetem Zustand durchsichtig und erlauben dadurch einen freien Blick nach draußen. Auf Knopfdruck beleuchten sie das Fahrzeuginnere. Das OLED-Beleuchtungskonzept für Autodächer ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit zwischen BASF und Philips bei der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der OLED-Module. Diese Lichtlösung bietet nicht nur neue Möglichkeiten beim Design, sondern auch neue technische Lösungen für Automobile. So kann zum Beispiel ein Sandwichaufbau der transparenten OLED mit ebenfalls transparenten Solarzellen kombiniert werden.

"Die Kombination gibt dem Fahrer ein einzigartiges, offenes Raumgefühl, erzeugt tagsüber Strom und liefert nachts das angenehme warme Licht der transparenten und hocheffizienten OLED", sagt Dr. Felix Görth, Leiter der Organischen Leuchtdioden und Organischen Photovoltaik bei der BASF Future Business GmbH. Dr. Dietrich Bertram, Leiter der OLED-Aktivitäten bei Philips ergänzt: "Das Projekt beweist sehr eindrucksvoll die Möglichkeiten, die OLED bieten. Es veranschaulicht das Potenzial der Philips Lumiblade-Technologie bei der Verwirklichung innovativer Lichtanwendungen, welche die Lebensqualität der Menschen steigern." BASF und Philips arbeiten seit 2006 im Rahmen der "OLED 2015"-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eng zusammen. BASF entwickelt organisch-chemische Materialien wie Farbstoffe, die Philips zur Entwicklung und Herstellung von OLED nutzt. Gemeinsam konnten die beiden Partner die innovative transparente Beleuchtungstechnologie OLED zum Einsatz in einem Fahrzeugdach realisieren.

Die Vorteile der OLED-Technologie liegen einerseits in der hohen Energieeffizienz. Andererseits eröffnen sie spezielle Designmöglichkeiten: OLED sind 1,8 Millimeter dünne Lichtquellen, die auch transparent sein können. Sie geben ihr Licht diffus über die gesamte Fläche ab und sind daher angenehm für den Nutzer, da sie anders als herkömmliche Punktlichtquellen nicht blenden und weniger harte Schatten bilden. In der Unterhaltungselektronik sind OLED längst gängig. Ein jüngeres und außergewöhnliches Beispiel zeigte zum Beispiel Samsung auf der CES 2012 - einen OLED-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll. Im Automobilbereich präsentierte sich auf der Pkw-IAA 2011 Smart als eine Vorreiter für die OLED-Technik. Ähnlich wie es Philips und BASF hier beschreiben, ist im Konzeptauto "Smart Vorvision" im Dach eine Kombination aus OLED und Solarzellen untergebracht. Die Solarzellen sollen selbst bei Streulicht genügend Energie erzeugen, um damit die Multimedia-Komponenten sowie drei Ventilatoren der Klimatisierung mit Strom zu versorgen.

Im Januar 2010 startete das Verbundprojekt "TOPAS 2012", die zweite Phase der "OLED 2015"-Initiative des BMBF. Das Kürzel TOPAS steht für "Tausend Lumen organische Phosphoreszenzbauelemente für Anwendungen in Licht-Systemen". Die Partner des Konsortiums – unter anderen BASF und Philips – konzentrieren sich in diesem Projekt auf die Entwicklung innovativer Materialien und Bauteilarchitekturen sowie neuartiger Fertigungsmaschinen für Beleuchtungslösungen mit hocheffizienten organischen Leuchtdioden.
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Autor(en): Gernot Goppelt
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