24.01.2012

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
BOOKMARK
RSS-Feed
NEWSLETTER

Im Forschungsprojekt "Sartre" fahren autonome Fahrzeuge in der Kolonne

Im Projekt "Sartre" (Safe Road Trains for the Environment) ist es gelungen, die erste Testphase mit einer Kolonnenfahrt autonom fahrender Autos abzuschließen. Das berichtet der Automobilhersteller Volvo, der als einziger OEM an dem Forschungsprojekt teilnimmt. Die für das Projekt zusammengestellte Flotte bestand aus einem Führungswagen, dem drei Kolonnenfahrzeuge ohne Fahrer folgten - und dies mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. Der Abstand der Fahrzeuge untereinander betrug dabei nie mehr als sechs Meter. Sartre ist nach Angaben von Volvo die einzige Forschungsinitiative weltweit, die sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Technologien für das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen befasst.

Doch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sei nicht allein eine Frage der Technik. Das Projektkonsortium steht im Dialog mit verschiedenen Interessengruppen, die wichtige Informationen und Daten für die Realisierung einbringen sollen. An einer ersten großen Gesprächsrunde waren beispielsweise Politiker, Parlamentarier sowie Technik- und Verkehssicherheitsexperten beteiligt. Mit ihnen wurden verschiedene technikunabhängige Aspekte erörtert. Dazu gehörten unter anderen gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften, Haftungsfragen oder die Technik-Akzeptanz der Autofahrer.

In dem Gesprächsforum kristallisierten sich laut Volvo mehrere Kern- und Schlüsselfragen heraus. Zu den am dringlichsten zu lösenden Herausforderungen zähle etwa die Notwendigkeit, eine einheitliche Sprachregelung für den autonomen Kolonnenverkehr zu finden. Darüber hinaus müssten Kriterien definiert werden, wann die Fahrt eines Fahrzeugs als partiell, voll oder sogar komplett autonom bezeichnet wird. Auch die Anpassung oder die Harmonisierung unterschiedlicher gesetzlicher Straßenverkehsbestimmungen innerhalb der beteiligten EU-Staaten gehörten zu den großen Herausforderungen.

Techniken, die das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen ermöglichen, bieten mehrere Vorteile. Der Verkehrsfluss werde verbessert, Fahrzeiten verkürzt, Unfälle verhindert und sowohl Treibstoffverbrauch als auch CO2-Emissionen reduziert. Darüber hinaus ergebe sich ein deutlicher Zugewinn an Komfort als größter Vorteil für die Autofahrer selbst. Die vier Hauptziel des Projekts:

1. Entwicklung von verschiedenen Techniken für das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen, ohne dabei die Straßen selbst oder die Infrastuktur der Straßen verändern zu müssen
2. Einsatz und die Integration eines Prototypsystems unter Realbedingungen
3. Erstellung einer fundierten Studie, die die Verbesserungen auf den Gebieten Umwelt, Sicherheit und Verkehrsdichte aufzeigt
4. Veranschaulichung und Aufzeigen der Vorteile, die durch die Anwendung der innovativen Technik sowohl für den Führungwagen als auch für die Kolonnenfahrzeuge generiert werden.

Das Potenzial des Sartre-Projekts ist nach Einschätzung der Teilnehmer beträchtlich. Die erwartete Kraftstoffreduzierung bei Kolonnenfahrten auf Schnellstraßen liegt demnach bei 20 Prozent. Sicherheitsvorteile entstehen durch die Reduzierung des Risikos von Unfällen, die zum Beispiel durch Unkonzentriertheit oder Übermüdung der Fahrer verursacht werden. Die Frequentierung vorhandener Straßenkapazitäten wird ebenfalls gesteigert, was zu einer Verkürzung von Reisezeiten führt. Darüber hinaus wird die Fahrt in einer Kolonne komfortabler, besser kalkulierbar und preiswerter sein.

Der Begriff Sartre steht für "Safe Road Trains for Environment". Sartre wird durch die Europäische Kommission teilfinanziert und umfasst Kooperationen zwischen folgenden teilnehmenden Firmen: Idiada und Robotiker-Tecnalia (Spanien), Institut für Kraftfahrwesen (IKA) Aachen (Deutschland), SP Technical Research Institute aus Schweden sowie Volvo Car Corporation and Volvo Technology, Schweden.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Gernot Goppelt
   mehr Beiträge vom 24.01.2012:
» Nachrichten:

start
DOSSIERS ZUM THEMA
Zukunft Fahrerassistenz - Schlankere E/E-Architektur und Tests
Zukunft Fahrerassistenz - Schlankere E/E-Architektur und Tests 16.08.2011 - Der Markt für Fahrerassistenzsysteme wächst enorm. Über die Bestellquoten können sich Autohersteller freuen, aber nicht über die ausufernde Komplexität in den Systemarchitekturen. BMW baut vor, mit der von Forschern geforderten funktionsorientierten E/E-Architektur.... » mehr
Autonomes Fahren: Wege zum Autonomen Fahren (12.04.2011)

autonomes Fahren: Schritte zum autonomen Fahren (29.01.2010)

start
FACHARTIKEL ZUM THEMA
Ich, das Auto
Ich, das Auto 07.12.2011 - Die vernetzte Intelligenz aus dem Computer katapultiert uns in ein neues Zeitalter, in dem wir partnerschaftlich mit Maschinen umgehen. Klar gibt's noch Autos. Aber nicht wir fahren sie, sondern sie uns. » mehr
Elektronik: Hochautomatisches Fahren auf der Autobahn (04.11.2011)

Autonomes Fahren: Kollisionsvermeidung durch kooperative Fahrmanöver (07.10.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
INTERVIEWS ZUM THEMA
"Durchbruch bei der Demokratisierung"
"Durchbruch bei der Demokratisierung" 16.08.2011 - Eine Durststrecke von über zehn Jahren durchschritten Zulieferer wie Bosch während der Entwicklung von radar-, kamera- und ultraschallbasierten Fahrerassistenzsystemen. Die ersten fehlerbehafteten Systemgenerationen stießen auf geringe Akzeptanz beim Kunden.... » mehr
Autonomes Fahren: "Es droht die Gefahr der Ent-Emotionalisierung des Autos" (12.04.2011)

Assistenzsysteme: "Es wird niemand bevormundet" (28.09.2010)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
NACHRICHTEN ZUM THEMA
Nevada erlaubt autonomes Fahren auf öffentlichen Straßen
Nevada erlaubt autonomes Fahren auf öffentlichen Straßen 03.04.2012 - Der Staat Nevada, USA, erlaubt seit kurzem das Fahren mit autonom fahrenden Fahrzeugen. Die Lizenz ist vorerst Unternehmen wie Automobil- und Softwareentwicklern vorbehalten und soll die Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen fördern. » mehr
Autonomes Fahren: Über 6000 Meilen auf öffentlichen Straßen: Continental testet hochautomatisiertes Fahren (23.03.2012)

Elektromobilität: Verwandlungskünstler: E-Auto passt seine Form dem Verkehr an (24.02.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
 
start
PREMIUM PARTNER
start
LOGIN FACHARTIKEL-ARCHIV
 
start
NEUES THEMENDOSSIER ONLINE
Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft

ThemendossierMit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.

Aktuell: Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft
start
LESEPROBE KOSTENLOS ONLINE BLÄTTERN

Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.

» ATZ: Seit 1898 in der Automobilindustrie die Zeitschrift für Auto & Technik

» MTZ: In der Auto-Motor-Entwicklung die Zeitschrift für Ingenieure

» ATZelektronik: Die Auto-Zeitschrift für Elektronik & Elektrotechnik

» ATZproduktion: Die Technik-Zeitschrift für die Automobilindustrie-Produktion
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel

  
start
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE
Das Wissen der Experten:
Qualitätsgeprüft. 25.000 Stichwörter. Kostenlos.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen
start
KOOPERATIONEN
eCarTecElektro-Mobil Kongress
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012