25.01.2012

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O(SC)2ar: Neue informationstechnische Systeme für elektrische Smart Cars

Im durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) geförderten Projekt O(SC)2ar entwickelt und testet das FIR an der RWTH Aachen mit sechs Partnern eine neue Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT-Architektur) für Elektrofahrzeuge sowie darauf basierende Dienste. Innerhalb von 2,5 Jahren soll das Aachener Baukastenprinzip für Elektrofahrzeuge "Concept Zeitgeist" auf die neue IKT- sowie Elektrik- und Elektronik- (IKTEE-)Architektur übertragen werden.

Notwendig wird die Neuentwicklung der Architekturen laut FIR durch die spezifischen Randbedingungen batterieelektrischer Fahrzeuge, kurze Reichweiten und häufiges Laden. Zudem soll eine neue IKT-Architektur den geänderten Anforderungen und Schnittstellen aus fahrzeugtechnischer und anwendungsspezifischer Sicht gerecht werden.

"Mit dem Forschungsprojekt verfolgen wir unter anderem das Ziel, elektrische Systeme, wie die eines Elektrofahrzeugs, mit informationstechnischen Systemen, wie beispielsweise denen eines Smartphones, zum Vorteil der Nutzer stärker miteinander zu verbinden", erklärt der FIR-Wissenschaftler Jonas Fluhr.

Wie das Akronym O(SC)2ar, das für "Open Service Cloud for the Smart Car" steht, es andeutet, soll die derzeit vorherrschende Kommunikation des Elektrofahrzeugs mit einem festen Server für Mehrwertdiensteanwendungen ("Apps") in eine Open Service Cloud ausgefächert werden, so dass eine offene IKT-Innovationsplattform für Elektrofahrzeuge entsteht. Die Open Service Cloud ermöglicht es Fahrzeugherstellern und Anbietern von Reparaturdienstleistungen, Regelenergieanbietern sowie Carsharing- oder Zustelldienstleistern die komfortable Nutzung von Smart Cars, die die schnelllebigen Produktentwicklungen im informations- und kommunikationstechnischen Bereich besser mit den Entwicklungszyklen der Automobilbranche in Einklang bringen sollen. Durch die offene Architektur der Plattform könnten entsprechende eigene Apps und Software entwickelt und Produkte sowie Dienstleitungen einer unbegrenzten Anzahl an Kunden angeboten werden.

Die Idee dahinter: Erst eine offene und flexible Informations- und Kommunikationsstruktur im Elektrofahrzeug selbst sowie mit externen Systemen (beispielsweise Ladestationen oder Verkehrsinformationssystem) ermöglicht es nach Ansicht der Forscher, den stetig wachsenden Mobilitätsbedürfnissen trotz noch geringerer Reichweiten rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge gerecht zu werden. "Beim Car-Sharing beispielsweise kann durch die offenen Strukturen das Dilemma zwischen dem Bedürfnis nach individualisierten und flexibel nutzbaren Fahrzeugen auf der einen und einem festgelegtem Fahrzeugpark auf der anderen Seite aufgelöst werden. Der Benutzer findet auch bei einem Fahrzeugwechsel seine persönlichen Einstellungen wie beispielsweise die Ladestationspräferenzen oder die Radiosenderspeicherung wieder", erläutert Fluhr.

Untersuchungsobjekte sind das von der StreetScooter GmbH entwickelte Elektrofahrzeug Concept Zeitgeist sowie eine Flotte umgebauter Fahrzeuge der Marke Fiat 500. Diese wurden durch die FEV Motorentechnik GmbH zu Elektroautos umgerüstet und kamen in zweijährigen Tests in Aachen bereits zum Einsatz.

Neben dem FIR beteiligen sich die StreetScooter GmbH, Dräxlmaier Elektro- und Elektroniksysteme GmbH, FEV GmbH, Hans Hess Autoteile GmbH, QSC AG, regio iT aachen Gesellschaft für Informationstechnologie sowie der Lehrstuhl für Software Engineering und der Lehrstuhl für Technologie und Innovationsmanagement der RWTH Aachen an den Forschungsarbeiten. Die ins Projekt O(SC)2ar eingebundenen Mitarbeiter kooperieren zudem im Forschungsprogramm "IKT für Elektromobilität II" mit Verantwortlichen anderer Projekte, um die IKT-Anbindung der Elektrofahrzeuge an das Stromnetz (Smart Grid) sowie an das Verkehrssystem (Smart Traffic) zu verbessern.
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Autor(en): Caterina Schröder
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