01.02.2012

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Heilbronner Studenten lassen das Handy mit dem Auto sprechen

Motordaten schnell an die Werkstatt senden, vor zu schnellem Fahren warnen oder die CD-Sammlung von Zuhause im Auto abspielen - für all dies braucht man kein Auto der Oberklasse mehr: "Ein günstiges Smartphone sollte es auch tun", dachten sich Ansgar Meroth, Professor für Informatik im Studiengang Automotive Systems Engineering an der Hochschule Heilbronn, und seine Studierenden.

Gemeinsam entwickeln sie kleine Programme für Mobiltelefone, die auf jene Daten zugreifen, die der Automobilhersteller freigegeben hat. Voraussetzung ist eine zigarettenschachtelgroße Elektronik, die die Autodaten anzapft und per Funk an das Handy weiterleitet - auch sie wurde von den Heilbronner Nachwuchswissenschaftlern aufgebaut.

Prof. Dr. Meroth sieht in solchen Anwendungen die Zukunft: "Künftig werden nur noch die wichtigsten Funktionen, die der Fahrer während der Fahrt braucht, mit Schaltern und Knöpfen hinterlegt sein." Die zurzeit eingebauten Fahrerinformationssysteme müssten - insbesondere für seltener genutzte Funktionen - meist über komplizierte Menüs bedient werden und seien darüber hinaus oft sehr teuer. "Die gewohnten Bedienabläufe am eigenen Handy kommen Autofahrern an dieser Stelle sehr entgegen", meint Meroth.

Auch könnte man sich darüber hinaus einen Teil des Fahrzeugs buchstäblich "mit nach Hause nehmen", und dort nicht nur Routen und Musikabspiellisten planen, sondern auch Werkstattbesuche und sogar bestimmte Funktionen wie die Standheizung oder die Beleuchtung fernsteuern. Allerdings räumt Meroth ein, dürfe man nicht annehmen, dass es bald massenhaft billige Apps für diese Funktionen für Fahrzeuge zu kaufen gäbe: "Ganz ohne den Eingriff in das Fahrzeug ist die Realisierung nicht möglich und hier spielt auch die notwendige Sicherheit eine außerordentliche Rolle."

Um die Visionen von heute in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden zu lassen, forscht und arbeitet der Studiengang Automotive Systems Engineering an der Hochschule Heilbronn intensiv - auch in enger Partnerschaft zu Automobilherstellern. Vom ersten Semester an lernen die Studierenden nicht nur das Programmieren von Fahrzeugelektronik, sondern Schritt für Schritt auch das von Handys. Hinzu kommt der Umgang mit moderner Sensor- und Bildverarbeitungstechnik als fester Bestandteil des Studiums. "Ein spannendes Feld, denn die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen: In Zukunft wird es möglich sein, mit Hilfe des Mobiltelefons sein Fahrzeug beispielsweise am Ausgang eines Parkhauses zu rufen und es kommt automatisch gefahren", prognostiziert Meroth. Die technischen Voraussetzungen dafür hätten die Forschungsabteilungen der Automobilhersteller bereits geschaffen.

(Foto: Joachim Kirchner/pixelio.de)
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Autor(en): Caterina Schröder
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