09.02.2012

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Aktives Gurtschloss: Mercedes-Benz verbessert den Schutz für Fondpassagiere

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Erhöhte Sicherheit und einfacheres Anschnallen für Fondpassagiere: Mercedes-Benz entwickelt derzeit ein aktives Gurtschloss für Mitfahrende auf der Rücksitzbank. Ein Elektromotor bewegt das Gurtschloss automatisch nach oben und unten. Auf diese Weise kann die Gurtlose in Becken- und Thoraxbereich reduziert werden. Die Passagiere sind seitlich und längst besser fixiert. Das aktive Gurtschloss ist darüber hinaus in das Pre-Safe-Sicherheitssystem integriert, so dass die reversible Gurtstraffung nun auch im Fond zum Einsatz kommen kann.

Bei dem neuen Gurtschloss handelt es sich um ein verfahrbares Gurtschloss, das sich mithilfe eines Elektromotors 70 Millimeter nach oben und 40 Millimeter nach unten bewegt. Es ist über ein Seil mit einer Spindelmutter verbunden, die über einer Spindel läuft und welche die Drehbewegungen des Elektromotors in eine Längsbewegung umwandelt. Die Bewegung dient zur Darstellung der Anschnallerinnerung/ Anschnallhilfe, Gurtloseminimierung, Pre-Safe-Funktion sowie der Post-Safe-Funktionalität. Dadurch, dass das aktive Gurtschloss mit einem beleuchteten Einsteckschacht ausgerüstet ist, lenkt es die Aufmerksamkeit der Insassen auf das Gurtschloss. Dadurch soll sich vor allem im Dunkeln das Gurtschloss leichter finden und mit der Schlosszunge zusammenführen lassen. Außerdem fährt das Gurtschloss um 70 Millimeter nach oben, was den Anschnallvorgang vereinfachen soll. Das Schloss kann im ausgefahrenen Zustand besser erreicht und die Gurtzunge besser gesteckt werden. Die Funktionen der Anschnallerinnerung/ der Anschnallhilfe werden durch das Öffnen der Türen beim Einsteigen ausgelöst. Nach dem Anschnallen bewegt sich das Gurtschloss wieder in seine Ursprungsposition zurück. Dabei wird eine mögliche Gurtlose im Becken- und Thoraxbereich reduziert. Der Gurt kann sich rund um die Hüften korrekt anpassen. Durch die Integration des Gurtschlosses in die Pre-Safe-Funktion sind Rückhaltesystem und Passagiere besser auf eine mögliche Unfallsituation vorbereitet. Denn in Fällen, in denen Pre-Safe in kritischen Fahrsituationen oder bei erkannter kritischer Annäherung an andere Objekte aktiv wird, erfolgt eine reversible Gurtstraffung. Das Gurtschloss fährt dabei etwa 40 Millimeter reversibel nach unten und erhöht die Gurtstraffung am Insassen um bis zu 80 Millimeter. Weiterhin erfolgt eine tiefere Position des Gurtverzweigungspunktes des Gurtschlosses an der Hüfte des Insassen. Dadurch soll die Gefahr des Durchtauchens des Beckens unter dem Gurt verringert werden. Die verbesserte Ankopplung der Insassen kann so die Belastungswerte bei einem möglichen Unfall reduzieren. Das aktive Gurtschloss ergänzt die beim Stuttgarter Hersteller auf den äußeren Sitzplätzen eingesetzte, serienmäßige pyrotechnische Gurtstraffung, die bei einem entsprechend schweren Aufprall ausgelöst wird. Um die Rettung der Insassen zu verbessern und den Vorgang des Abschnalles durch den Helfer oder den Insassen selbst zu vereinfachen, fährt das Gurtschloss (Post-Safe-Funktionalität) nach erkanntem Crash und Stillstand des Fahrzeugs erneut aus, sobald die Türen geöffnet werden. Dies funktioniert jedoch nur bei intaktem Bordnetz. Die im Idealfall dann höher gelegene Gurtschlossposition soll einen verbesserten Zugang an der Innenseite des Fahrzeugs erlauben, die Beleuchtung des Gurtschlosses die Aufmerksamkeit auf den Öffnungsmechanismus des Gurtes lenken.

Entwickelt wurde das aktive Gurtschloss mithilfe virtueller Mensch-Modelle, die genauer als ein Crashtest-Dummy darüber Aufschluss geben, was mit den Fahrzeuginsassen bei einem Unfall geschieht. Die digitalen Modelle simulieren nicht nur die äußere Form des menschlichen Körpers, wie betont wird, sondern auch seine inneren Strukturen wie das Skelett oder die Organe. "Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen - all das, was den Menschen biologisch ausmacht, können wir mit Dummys nur sehr grob nachempfinden", erklärt Dr. Hakan Ipek, Experte für virtuelle Menschen-Modelle bei Mercedes-Benz. Und gibt ein Beispiel: "Einige Sitzpositionen, wenn beispielsweise der Fondpassagier schlummert und der Gurt nicht korrekt über das Becken verläuft, sind mit einem Dummy schlichtweg nicht darstellbar." Beim virtuellen Mensch-Modell werden hingegen am Rechner die biomechanischen Eigenschaften des menschlichen Körpers im Detail nachgebildet und untersucht, welche Belastungen diesem Modell im virtuellen Crashtest widerfahren.

Das neu entwickelte aktive Gurtschloss soll bald in einem Oberklasse-Modell des Stuttgarter Herstellers in Serie gehen.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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