16.02.2012

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Wettbewerb Sounddesign E-Mobilität: So klingt ein Elektrofahrzeug

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Staubsauger, Düsenjet und verschiedenste Szenen aus dem Raumschiff Enterprise sind die ersten Assoziationen, die einem beim Hören der Siegerbeiträge des Wettbewerbs "Sounddesign E-Mobilität" einfallen. Im Oktober 2011 fragte die Wirtschaftsförderung und das Popbüro Region Stuttgart "Wie klingt ein Elektroauto?" und stellten einen stummen Kurzfilm zum Vertonen frei. Am Dienstag, 14. Februar 2012, fand die Siegerehrung im Rahmen der Veranstaltung "Elektromobiler Jahresauftakt 2012" statt. Als Erstplatzierter konnte Mario Knapp aus Berlin seinen Preis und eine 3000 Euro hohe Prämie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann entgegennehmen.

Knapp arbeitet mit surrenden Geräuschen, die je nach Lastfall in ihrer Höhe stark modulieren. Nur beim Starten des Elektrofahrzeugs adaptiert er für weniger als eine Sekunde das Zündgeräusch eines Verbrennungsmotors. Steigt der Energiebedarf, beispielsweise bei Bergfahrten, steigen auch Tonhöhe und Lautstärkepegel. Zudem ist ein leises Pfeifen zu hören. Beim Cruisen dagegen reduzieren sich Tonhöhe und Pegel, wobei beides - anstelle des Pfeifens - durch einen leisen Akkord mittlerer Tonhöhe unterlegt wird. Kommt das Auto zum Stehen, bleibt das akkordhafte Geräusch übrig. Beim Einparken ertönt ein elektronisches Blinkgeräusch.

Deutlich dezenter vertonen der Münchner Christoph Mann (Platz 2) und Dag Winderlich aus Gütersloh (Platz 3) den Stummfilm. Mann unterlegt als einziger der Platzierten das Türöffnen und -schließen. Er wählt für das Anfahren und Beschleunigen ebenfalls das typische Surren, das allerdings tiefer klingt als bei Knapp und - ähnlich wie beim Schalten der Verbrennungsmotor - öfters kurzzeitig abfällt. Wird dem Motor mehr Leistung abverlangt, quittiert Mann das mit einer Art elektrischen Disharmonie. Beim Cruisen gesellt sich ein metallischer Klang zum gleichförmigen Surrgeräusch. Im Stand ist dagegen lediglich eine Art Rauschen zu hören. Das Einparken wird nicht durch ein separates Geräusch verdeutlicht. Winderlich dagegen weist auf das Rückwärtsfahren beim Einparken mit einem Piepsen, wie es heutzutage oft bei Lkw zu vernehmen ist, hin. Ein weiterer Unterschied zu Mann besteht im Düsenjetsound, der vor allem unter Last deutlich hervortritt.

Knapp, Mann und Winderlich haben von den insgesamt 26 Klanggestaltern nach Meinung der Jury das vorrangige Ziel des Wettbewerbs am besten getroffen. Dieses war, eine Klangästhetik speziell für Elektrofahrzeuge zu finden, die eine möglichst geringe Lärmbelästigung mit den Warnfunktionen für andere Verkehrsteilnehmer und einem emotionalen Feedback für den Fahrer verbindet. "Gerade weil die Motorengeräusche fehlen, spielt das gesamte Klangbild für die Akzeptanz von Elektroautos eine zentrale Rolle", meint Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS).
Der Wettstreit um den besten Klang soll allerdings nicht nur Spielwiese für Kreative gewesen sein, denn die Tatsache, dass die Europäische Union (EU) aus Sicherheitsgründen keine lautlosen Autos zulassen will, schaffe nach Angaben der Initiatoren einen ernsten Hintergrund. Eine entsprechende Verordnung der EU sehe vor, dass nach dem Anfahren ein akustisches Signal vor dem herannahenden Elektrofahrzeug warnt, bis dieses so schnell ist, dass die Rollgeräusche deutlich hörbar sind. Dies erklärt auch, warum solche Wettbewerbe keine Einzelfall sind. So berichtete ATZonline erst kürzlich über den Kompositionswettbewerb "Sound of Emotion", den das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) an der RWTH Aachen und das Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik und Tanz Köln (ifnm-hfmt) gemeinsam veranstaltet haben.
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Autor(en): Caterina Schröder
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