22.02.2012

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Sprung nach vorne: Neue Mercedes SL 63 AMG ist stärker, leichter und sparsamer

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Mercedes-Benz wird auf dem Genfer Autosalon im März das jüngste Mitglied seiner AMG-Familie zeigen. Der neue SL 63 AMG punktet durch intelligenten Leichtbau, mehr Leistung und Fahrdynamik bei um 30 Prozent reduziertem Kraftstoffverbrauch. Dank eines Vollaluminium-Rohbaus, ähnlich wie beim SLS AMG, konnte das Fahrzeuggewicht um 125 kg gesenkt werden.



Leistung und Effizienz

Erstmals steht der SL 63 AMG in zwei Leistungsstufen zur Wahl: Der AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor bringt 395 kW und 800 Nm Drehmoment auf die Straße. In der Verbindung mit dem AMG-Performance-Package leistet der Motor 415 kW und stellt 900 Nm Drehmoment zur Verfügung. Das Resultat sind Beschleunigungszeiten für den Spurt von null auf 100 km/h in 4,3 beziehungsweise 4,2 Sekunden (mit dem AMG-Performance-Package). Tempo 200 ist nach 12,9 beziehungsweise 12,6 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit die regulär elektronisch auf 250 km/h begrenzt ist, wird durch das AMG-Performance-Paket auf 300 m/h angehoben. Der Durchschnittsverbrauch nach NEFZ soll bei 9,9 Liter auf 100 km für beide Leistungsstufen liegen. Das würde eine Absenkung um 4,2 Liter respektive um 30 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell bedeuten.

Verantwortlich für die gesteigerte Effizienz des Achtzylinder-Kraftpaket mit dem Kürzel M 157 sind neben der strahlgeführten Benzin-Direkteinspritzung unter anderem die Biturbo-Aufladung und die Vierventiltechnik mit Nockenwellenverstellung sowie eine Luft-Wasser-Ladeluftkühlung, das Generatormanagement und die Eco-Start-Stopp-Funktion. Letztere ist lediglich im Getriebemodus Controlled Efficiency aktiv. Hierbei folgt das AMG-Speedshift -MCT-Siebengang-Sportgetriebe einer weich ausgelegten Getriebekennlinie mit komfortablen und frühen Gangwechseln. Zudem erfolgt der Anfahrvorgang generell im zweiten Gang. Darüber hinaus bietet das Getriebe die deutlich agileren Getriebemodi Sport, Sport Plus und Manuell.

Leichtbau mit Aluminium und Carbon

Einen weiteren wesentlichen Anteil an den niedrigen Verbrauchswerten trägt der intelligente Leichtbau bei. So kommt bei der Neuauflage des SL 63 AMG ein leichter Vollaluminium-Rohbau zum Einsatz, der im Vergleich zum Vorgänger rund 110 kg Gewicht einspart. Intelligenter Leichtbau bedeutet auch optimierte Bauteile für den jeweiligen Einsatzzweck: So kommen zum Beispiel unterschiedliche Arten bei der Aluminium-Verarbeitung zum Einsatz. Die Bauteile werden in Kokillenguss oder in Vakuum-Druckguss gefertigt, zu Strangpressprofilen verarbeitet oder als Aluminiumbleche mit unterschiedlichen Wandstärken eingesetzt. Das Ergebnis sind hohe Steifigkeit, hohe Sicherheit sowie ein besseres Schwingungsverhalten. Für die Abdeckung hinter dem Tank verwenden die Konstrukteure teilweise das noch leichtere Magnesium.

Zur weiteren Gewichtsreduzierung trägt der Heckdeckel bei. Laut Mercedes besteht zum ersten Mal in der Großserie der Innenträger aus einem Carbon-Verbundwerkstoff. Das extrem steife Carbon-Bauteil wird mit der Kunststoff-Außenschale verklebt und spart somit fünf Kilogramm gegenüber einem herkömmlichen Heckdeckel. Summa Summarum bringt der neue SL 63 AMG somit 125 kg weniger auf die Waage als das Vorgängermodell.

Weniger Gewicht bedeutet jedoch nicht weniger Sicherheit. So soll der SL dank crashoptimierter Alu-Struktur, serienmäßigem Pre-Safe-System und Assistenzsystemen auf dem Niveau der S-Klasse laut Mercedes der sicherste Roadster der Welt sein. Der steife Aluminium-Rohbau bildet eine stabile Fahrgastzelle sowie definierte Deformationszonen an der Front und am Heck. Bei einem Überschlag können A-Säulen in Stahl-Aluminium-Materialmix und zwei automatische Überrollbügel den Passagierraum schützen.

Sportfahrwerk auf Basis Active Body Control

Nicht nur bei der Karosserie des SL 63 AMG sind die Bemühungen in puncto Leichtbau zu erkennen. So bestehen die Achsschenkel und Federlenker der Vierlenker-Vorderachse sowie fast alle Radführungsteile der Raumlenker-Hinterachse aus Aluminium. Von der Reduzierung der ungefederten Massen soll nicht nur die Agilität, sondern auch das Ansprechverhalten der Feder-Dämpfer-Elemente profitieren.

Wie bisher bleibt Mercedes-AMG dem aktiven Federungs- und Dämpfungssystem ABC treu: Das serienmäßige AMG-Sportfahrwerk auf Basis der Active Body Control wurde lediglich den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Auf Tastendruck steht eine sportliche Kennlinie mit reduzierten Wankwinkeln und straffer Aufbaudämpfung ("Sport") oder eine eher komfortorientierte Einstellung für hohen Langstreckenkomfort ("Comfort") zur Wahl. Im Sinne höherer Agilität und höherer Kurvengeschwindigkeiten wurde der negative Sturz erhöht und die Elastokinematik überarbeitet.

Im Zusammenspiel mit der neuen elektromechanischen AMG-Sport-Parameterlenkung soll der High-Performance-Roadster ein agiles Kurvenverhalten und eine eindeutige Rückmeldung im Grenzbereich vermitteln. Die Lenkung verfügt über eine konstante und direktere Übersetzung sowie eine variable, je nach Fahrwerkeinstellung angepasste Servounterstützung.

AMG-typische Erscheinung

Äußerlich zeigt der SL 63 AMG als neuestes Mitglied der AMG-Roadster-Familie die typischen Stilelemente eines High-Performance-Automobils aus Affalterbach: Das dynamisch-markante Styling umfasst die Frontschürze mit großen Kühlluftöffnungen, AMG-spezifischen LED-Tagfahrleuchten und unterer Querstrebe in Silberchrom. Ein Blickfang ist der neue Kühlergrill mit Doppel-Lamelle in Silberchrom. Seitlich fallen nicht nur die Schwellerverkleidungen, sondern auch die "V8 Biturbo"-Logos an den Belüftungsgittern mit Finnen in Silberchrom auf. Am Heck zeigen Abrisskante, zwei verchromten Doppelendrohre und die Heckschürze in Diffusor-Optik die Zugehörigkeit zur AMG-Familie.

Das elektrohydraulisch versenkbare Variodach, das den SL in weniger als 20 Sekunden zum Roadster oder zum Coupé werden lässt, steht erstmals in drei Varianten zur Wahl: lackiert, mit Glasdach oder mit dem Panorama-Variodach mit Magic Sky Control (ATZonline Berichtete).

Markteinführung des neuen Mercedes-Benz SL 63 AMG wird im Mai 2012 sein.
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Autor(en): Caterina Schröder
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