Werners "Kettensägen-Motorrad" leistet 125 kW
04.08.2004 - Auf den ersten Blick mutet die Meldung aus der PR-Abteilung von ContiTech wie eine typische "Ente im Sommerloch" an. Doch die Kuriosität existiert wirklich und heißt Dolmette. Sie ist das jüngste Zweirad aus der Feder von "Werner"-Comiczeichner Rötger Feldmann, alias Brösel. Das knapp vier Meter lange Dragster-Motorrad (Foto) mit einer Leistung von 125 kW aus insgesamt 24 Kettensägenmotoren der Dolmar GmbH erreichte bei seinen ersten, wohl erfolgreichen zweitägigen Testfahrten, wie es heißt, Drehzahlen von bis zu 15.000 1/min. Anfang September soll das Ungetüm am Lausitzring bei "Werner – das Rennen 2004" seine Feuertaufe bestehen.
Die Idee zu diesem außergewöhnliche Triebwerk ist in den Köpfen einiger Ingenieure aus dem Entwicklungsbereich der Dolmar GmbH in Hamburg gereift. Zusammen mit Rötger und Andi Feldmann wurde daraus dieses einzigartige Rennmotorrad. Seine Kraft wird in einer noch nie dagewesenen Antriebskonfiguration auf den Asphalt gebracht. Elf Doppelzahnriemen von ContiTech mit einem Sonderzugstrang versehen laufen in mehreren Stufen serpentinenförmig zwischen den 24 Kettensägenmotoren. Ein weiterer 100 Millimeter breiter und einfach verzahnter Hochleistungszahnriemen erledigt den Endantrieb.
Alle 24 Motoren der Dolmette – und das ist das Außergewöhnliche dabei – müssen einzeln gestartet werden und laufen daher in einer asynchronen Zündfolge. Es existieren also 24 Kraftquellen mit 24 unterschiedlich laufenden Antriebsscheiben und nur eine einzige Abtriebsscheibe. Und erst die Riemen, sorgen dafür, dass diese ungleichförmige Kraftentwicklung zu einer Kraftquelle synchronisiert wird. Für die extrem hohen Belastungen haben die ContiTech-Ingenieure den bestehenden Polychloropren-Riemen modifiziert und die Verbindung von Material-Compound und Zugstrang deutlich verstärkt. "An diesem Motorrad ist wirklich alles außergewöhnlich", schwärmt Holger Menssen, Produktmanager Industrie bei der ContiTech Power Transmission Group. "Und gemeinsam mit den Kollegen von Dolmar haben wir hier wirklich das Unmögliche möglich gemacht."
Autor(en): Thomas Jungmann
» Technik im Alltag: Land Rover Defender und Jeep Wrangler Rubicon
Wrangler und Defender, für die einen faszinierende Kult-Offroader, für die anderen Relikte aus Zeiten, in denen Emission und Effizienz sicher nicht an erster Stelle standen. Dass beide noch gebaut werden, lässt darauf schließen, dass die erste Gruppe nicht gerade klein ist. Zumindest optisch haben Land Rover und Jeep bis heute die Tradition bewahrt. Technisch hat sich bei näherer Betrachtung allerdings doch etwas getan - in unterschiedlichem Umfang.
» mehr...