20.01.2004

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SARA: "Mehr Verkehrssicherheit durch Nahbereichsradare"

Die Mitglieder des Industriekonsortiums "SARA" (Short range Automotive Radar frequency Allocation) haben Nahbereichsradare auf Basis eines 24GHz-Sensors für Kfz-Anwendungen bereits bis zu einem seriennahen System entwickelt. Wie das Gremium Ende vergangener Woche in Berlin mitteilte, besitzt die neue Schlüsseltechnologie das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu leisten. Einziges Hindernis bei der Einführung in Europa sei die noch ausstehende Frequenzregulierung; andere Nutzer dieses Frequenzbereichs (Richtfunk, Erderkundungssatelliten, Radioastronomie) befürchteten nämlich noch eine Störung ihrer Dienste.

Die Neuentwicklung bietet im Vergleich zu bislang eingesetzten Systemen der passiven Sicherheit in Kraftfahrzeugen den Vorteil, schon vor einem drohenden Unfall aktiv zu sein. Sie gewinnt wichtige Zeit, das Fahrzeug mit Hilfe verschiedener Schutzmechanismen auf einen Crash vorzubereiten, indem die Sensoren sein Umfeld auf einer Breite von etwa 20 Metern beobachten. Über die reine Reaktion, beispielsweise eines Airbags, auf einen Zusammenprall hinaus ist es mit Nahbereichsradaren möglich, den Fahrer vorher zu warnen und durch geeignete Maßnahmen die Wucht des Zusammenstoßes zu reduzieren.

In der näheren Umgebung des Fahrzeugs können die Radare Hindernisse erkennen. Die Auflösung des 24GHz-Sensors, der auf elektronischen Standardbauteilen basiert, erlaubt es, mehrere Objekte zu unterscheiden sowie ihre Position und Bewegungsrichtung zu bestimmen. Mit Hilfe dieser Informationen kann das System nun ableiten, welche Objekte ein Hindernis für das eigene Fahrzeug darstellen. Die hinzugewonnenen Sicherheitsanwendungen reichen dabei laut SARA von Warnfunktionen bei möglichen Auffahrunfällen über eine Hilfestellung beim Spurwechsel bis hin zu Einpark- oder Stop-and-Go-Assistenten.

Führende SARA-Mitglieder, zu denen DaimlerChrysler und BMW, Bosch und Delphi sowie Siemens und Tyco Electronics gehören, beziffern den Anteil sämtlicher Auffahrunfälle, die durch die Radartechnologie günstig beeinflusst werden könnten, mit 88 Prozent. Sie fordern daher einen möglichst frühen Einsatz des Systems auf der Straße. Und zumal sich die Europäische Kommission mit ihrem so genannten "eSafety-Programm" zum Ziel gesetzt hat, die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr bis zum Jahr 2010 um die Hälfte zu reduzieren, wäre dies ein wichtiger Beitrag auf dem Weg dorthin.

Die technische Basis für das neue Sicherheitssystem sei prinzipiell verfügbar. Jedoch fehlten für eine Markteinführung noch zwei wesentliche Voraussetzungen: Die Frequenzregulierung muss gewährleisten, dass knapp zehn Prozent aller Fahrzeuge in Europa mit dem neuen Radarsystem ausgestattet werden dürfen. Ferner sieht das Konsortium die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das System einzuführen und eine Nachfolgetechnologie auf Basis von 79GHz-Sensoren zu entwickeln, nur dann als gegeben, wenn der Neuentwicklung ein Zeitfenster bis etwa 2014 zur Verfügung steht.
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Autor(en): Thomas Jungmann
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