23.01.2006

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Renault bringt neuen 2,0-Liter-Dieselmotor

Renault hat seine Motorenpalette um einen neuen Hightech-Dieselmotor mit Turboaufladung erweitert: Der von den Allianzpartnern Renault und Nissan gemeinsam entwickelte, 127 kW starke 2.0 dCi FAP ist serienmäßig mit einem selbstreinigenden Dieselpartikelfilter (FAP - Filtre à Particules) ausgerüstet, der ohne die Zugabe von Additiven auskommt. Der Vierzylinder, der über Vierventil-Technik und Piezo-Einspritzung verfügt, wird erstmals im Renault Laguna zum Einsatz kommen.

Mit einem maximalen Drehmoment von 360 Newtonmetern bei 1.750 1/min beschleunigt der neue Selbstzünder das französische Mittelklassemodell in 8,4 Sekunden von null auf Tempo 100 und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Der Laguna 2.0 dCi FAP mit einem eigens für diese Motorisierung entwickelten Sechsgang-Schaltgetriebe verbraucht nach Angaben der Franzosen durchschnittlich 6,0 Liter pro 100 Kilometer.

Ein Merkmal des neuen Dieselmotors ist der Zylinderkopf aus Aluminium mit zwei oben liegenden Nockenwellen und eigenständiger Vierventiltechnik. Die auf beiden Seiten des Zylinders platzierten Einlässe treffen in unterschiedlichen Winkeln auf den Zylinder. Dadurch erzeugen sie nach Angaben der Entwickler einen doppelten "Swirl-Effekt", verwirbeln damit das Gemisch im Hinblick auf eine noch effizientere und vollständige Verbrennung besser. Das Common-Rail-Einspritzsystem der letzten Generation arbeitet, ebenfalls zugunsten einer besseren Verbrennung, mit einem Einspritzdruck von 1.600 bar. Kennzeichen des Turboladers ist die variable Turbinengeometrie. Seine beweglichen Schaufeln werden je nach Last und Drehzahl automatisch verstellt. So spricht der Lader im niedrigen Drehzahlbereich und bei geringer Last sehr schnell an und gewährleistet bei höheren Drehzahlen eine optimale Motorfüllung.

Über Sechsloch-Einspritzdüsen mit piezoelektronischer Betätigung gelangt der Dieselkraftstoff in die Brennräume. Sie bestehen aus einer Spezialkeramik, deren Kristallstruktur sich durch Anlegen einer elektrischen Spannung minimal geometrisch verändert. Dies reicht aus, um die Düsennadel in Sekundenbruchteilen extrem präzise zu öffnen und wieder zu schließen. Ferner verringert sich verglichen mit Magnetventilen die bewegte Masse in der Düsennadel. Neben einer höchst exakten Kraftstoffdosierung arbeiten Piezo-Injektoren viermal schneller als herkömmliche Einspritzdüsen mit Magnetventilen. Im neuen 2.0 dCi FAP sind daher bis zu fünf einzelne Einspritzvorgänge pro Arbeitstakt möglich: eine Haupteinspritzung sowie jeweils zwei gezielte Vor- und Nacheinspritzungen. Je nach Motorlast oder Betriebstemperatur regelt eine computergesteuerte Klappe - Stichwort Abgasrückführung - ob und wie viel Abgas wieder in die Brennräume gelangen soll. Als Vorteile des Systems nennt Renault geringere Stickoxidemissionen (NOx) und einen niedrigeren Ausstoß von Kohlenwasserstoff (HC) beim Kaltstart.

Der 2.0 dCi FAP verfügt serienmäßig über einen Rußpartikelfilter. Das Renault-System, bei dem Partikelfilter und Katalysator Platz sparend in einem Gehäuse untergebracht sind, reinigt sich in regelmäßigen Abständen und ohne den Zusatz von Additiven selbst. Die lediglich 0,4 Millimeter starken Zwischenwände des aus einer Spezialkeramik gefertigten Systems aus winzigen quadratischen Kanälen sind mit einer katalytisch wirkenden Substanz beschichtet. Die Katalysatorschicht wandelt gasförmige Stoffe und einen Teil der Rußpartikel in Wasser und Kohlendioxid um. Der übrig bleibende Ruß wird bei der Filterregeneration, je nach Fahrweise alle 500 beziehungsweise 1.000 Kilometer, verbrannt. Bei andauerndem Kurzstreckenbetrieb jedoch erhöht das Steuergerät der Einspritzung die Abgastemperatur durch eine verzögerte Haupteinspritzung oder eine zusätzliche Nacheinspritzung.
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Autor(en): Thomas Jungmann
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