22.01.2007

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Die neue C-Klasse: zwei Gesichter, eine Technik

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Am Donnerstag, 18. Januar 2007, feierte Mercedes-Benz in Stuttgart die offizielle Premiere der neuen C-Klasse. Bei der Präsentation hob der Hersteller Sicherheit, Komfort und Agilität als herausragende Eigenschaften seiner volumenstärksten Baureihe hervor und kündigte neben der für Mercedes typischen Fahrkultur neueste technische Highlights an.

Die Vier- und Sechszylindermotoren aus der C-Klasse-Antriebspalette sollen im Vergleich zum Vorgänger bis zu 13 Prozent mehr leisten und bis zu sechs Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Und zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte überhaupt unterscheiden sich bei einer Mercedes-Limousine die Ausstattungslinien durch eigenständige Gesichter: Bei den Ausstattungslinien Elegance und Classic ist der Stern wie bisher vorne auf der Motorhaube platziert, während die Avantgarde-Versionen das Erkennungszeichen der Marke eher sportlich orientiert mittig im Kühlergrill tragen. Auch weitere Anbau- und Innenraumteile - etwa die Schweller - werden zwischen den Linien variiert. Es handelt sich aber ausschließlich um Designelemente. Technisch sind Elegance und Avangarde identisch, es gibt beispielsweise keine unterschiedlichen Dämpferkennlinien.

Dass bei Großserienmodellen das Karosseriedesign in verschiedenen Versionen angeboten wird, gilt als außergewöhnlich. Konzernkreisen zufolge war es Dieter Zetsche selbst, der nach der Übernahme des Vorstandsvorsitzes diese Maßnahme vorantrieb - zu einem Zeitpunkt, als das Lastenheft bereits verabschiedet war. Mercedes erhofft sich von dem erweiterten Angebot, dass die neue C-Klasse noch erfolgreicher wird als der Vorgänger, von dem rund zwei Millionen Fahrzeuge gebaut wurden.

Gefertigt wird die neue C-Klasse in einem engen Werkverbund zwischen Bremen, Sindelfingen und Südafrika. Die Montage ist so flexibel gestaltet, dass jedes Ausstattungsvariante in jedem der drei Werke produziert werden kann.

Sämtliche Neu- und Weiterentwicklungen zur Verbesserung von Komfort und Agilität fasst Mercedes-Benz unter dem Begriff "Agility Control" zusammen. Zu diesem Gesamtpaket gehört auch das entsprechende Fahrwerk (siehe auch all4engineers-Bericht von 22. Dezember 2006), das die Kräfte der Stoßdämpfer in Abhängigkeit der Fahrsituation regelt. Hierbei verringern sich die Dämpferkräfte bei normaler Fahrweise und geringer Anregung der Stoßdämpfer im Hinblick auf einen höheren Abrollkomfort, während sich bei dynamischer Fahrweise maximale Dämpferkräfte einstellen, um den Wagen wirkungsvoll zu stabilisieren.

Die zugehörige, neu entwickelte "Agility Control"-Lenkung mit variabler Mittenzentrierung ist mit einer Übersetzung von 14,5 um sechs Prozent direkter als die Lenkung des Vorgängers und die weiterentwickelte Schaltung sei passend zu dem sportlichen Charakter der neuen C-Klasse durch kurze Schaltwege und eine präzise Führung gekennzeichnet. Darüber hinaus haben die Ingenieure das "Agility Control"-Paket mit Sportfahrmodus (optional) entwickelt. Innerhalb der Schaltprogramme "Sport" und "Komfort" erfolgt für jedes Rad individuell eine stufenlose elektronische Regelung der Stoßdämpfer. Ebenfalls in diesem Paket enthalten ist eine Anpassung der Fahrpedal-Charakteristik und der Schaltpunkte des Automatikgetriebes.

In puncto Sicherheitstechnik komplettiert Mercedes die nochmals vergrößerten Verformungszonen der C-Klasse-Karosserie mit ihren vier voneinander unabhängigen Aufprallebenen in der Frontstruktur durch insgesamt sieben Airbags serienmäßig: zwei adaptive Airbags für Fahrer und Beifahrer, ein Kneebag für den Fahrer sowie zwei Sidebags in den vorderen Sitzlehnen und zwei Windowbags, die sich im Ernstfall von der A- bis zur C-Säule spannen. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne und hinten sowie aktive Kopfstützen, die nach dem "Neck Pro"-Prinzip arbeiten, runden das passive Sicherheitspaket der Stuttgarter ab.

Bei der neuen C-Klasse beginnt die Phase der passiven Sicherheit nicht erst beim Aufprall, sondern dank ihres präventiven Insassenschutzsystems "Pre Safe" schon vor einer drohenden Kollision. Mit Fahrsicherheitssystemen wie ESP verknüpft kann es kritische Fahrmanöver bereits im Ansatz erkennen und Insassen samt Fahrzeug zu einem frühen Zeitpunkt auf einen drohenden Unfall vorbereiten. Hinzu kommt das erstmals in dieser Fahrzeugklasse eingesetzte Intelligent Light System, bei dem der Fahrer von fünf unterschiedlichen Lichtfunktionen der Bi-Xenon-Scheinwerfer profitiert, die jeweils auf unterschiedliche Fahr- und Wettersituationen abgestimmt sind: Landstraßen- und Autobahnlicht, erweitertes Nebellicht, aktives Kurvenlicht und Abbiegelicht.

Bei der Motorenpalette der neuen C-Klasse haben die Spezialisten ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Vierzylindermotoren gelegt. So stieg - bei einer Betrachtung der Ottomotoren -beispielsweise die Leistung des Basismodells C 180 Kompressor von 105 auf 115 kW, das maximale Drehmoment verbesserte sich laut Werksangaben um 4,5 Prozent von 220 auf 230 Newtonmeter. Der C 200 Kompressor, der sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern bei 2.800 1/min erreicht, konnte in der Leistung um 15 kW auf 135 kW gesteigert werden. Die höhere Leistung und das bessere Drehmoment führen die Mercedes-Ingenieure auf den Einsatz einer modifizierten Motorsteuerung, eines dynamischeren Laders und verbesserte Kolben zurück. Für den durchschnittlichen Verbrauch auf 100 Kilometern gibt Mercedes-Benz 7,8 beziehungsweise 7,9 Liter Benzin an - 0,2 beziehungsweise 0,5 Liter weniger als beim Vorgänger.

Nahezu unverändert vom Vorgänger übernimmt die C-Klasse die Sechszylindermotoren. Hier stehen drei V6-Motoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 150 und 200 kW zur Auswahl. Sie verfügen über eine variable Nockenwellenverstellung für die Ein- und Auslassseite, ein schaltbares Saugmodul sowie Einlasskanäle mit so genannten Tumble-Klappen. Diese Technik diene sowohl einer höheren Leistungs- und Drehmomentausbeute als auch einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.

Auch bei der Weiterentwicklung der Dieselmotoren habe der Fokus in erster Linie auf den Vierzylindern gelegen. Hier wurden Triebwerk, Turbolader und die Common-Rail-Direkteinspritzung nochmals weiterentwickelt. Zu dem Maßnahmenpaket gehören kürzere Pleuel und höhere Kolben (Senkung der Verdichtung von 18,0:1 auf 17,5:1) und eine optimierte Luftführung sowie ein modifizierter Ladeluftkühler und Turbolader, ein neues Kühlkonzept des Zylinderkopfes, ein verbessertes Einspritzsystem und Keramik-Glühkerzen, die höhere Temperaturen als herkömmliche Glühstifte erreichen. Nun leistet der neue C 200 CDI elf Prozent mehr als der Vorgänger: 100 kW statt bisher 90. Der neue C 220 CDI leistet 125 kW (bisher 110 kW) und stellt laut Werksangaben bereits bei 2.000 1/min ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern (Plus von 18 Prozent) zur Verfügung.

Mit 165 kW Leistung und einem maximalen Drehmoment von 520 Newtonmetern zwischen 1.600 und 2.800 1/min bleibt der V6-Dieselmotor unverändert im Programm. Die zweiflutig ausgeführte Abgasanlage aller Dieselmodelle der neuen C-Klasse ist serienmäßig mit einem wartungsfreien Dieselpartikelfilter mit vorgeschaltetem Oxidations-Katalysator ausgestattet. Dadurch werden die Schadstoffe im Abgas so weit verringert, dass die EU4-Grenzwerte laut Mercedes-Benz deutlich unterschritten werden.

Am 5. April wird ein ATZ-/MTZ-Sonderheft zur neuen C-Klasse erscheinen. Abonnenten erhalten dieses kostenlos. Gleichzeitig wird all4engineers ein umfangreiches Online-Special über die Technik dieses Autos live schalten.
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Autor(en): Thomas Jungmann/Johannes Winterhagen
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